Wer finanziert die "bolivarische Revolution"? Na, die "Pitiyanquis", wer denn sonst! Wie man oben sehen kann, hat der Anteil der USA an den Erdölexporten Venezuelas, trotz aller Geschäftemacherei mit China, Russland und den meisten anderen autoritären Regimen dieser Welt, trotz aller nationalistischer Rhetorik, seit dem Beginn der Ära Chavez im Jahr 1998 nie gekannte Höhen erreicht (gleichzeitig ist der Anteil der Erdölproduktion an der gesamten Exportwirtschaft ebenfalls weiter angestiegen).September 23, 2009
Pitiyanquis de mierda! Compre nuestro petróleo!
Wer finanziert die "bolivarische Revolution"? Na, die "Pitiyanquis", wer denn sonst! Wie man oben sehen kann, hat der Anteil der USA an den Erdölexporten Venezuelas, trotz aller Geschäftemacherei mit China, Russland und den meisten anderen autoritären Regimen dieser Welt, trotz aller nationalistischer Rhetorik, seit dem Beginn der Ära Chavez im Jahr 1998 nie gekannte Höhen erreicht (gleichzeitig ist der Anteil der Erdölproduktion an der gesamten Exportwirtschaft ebenfalls weiter angestiegen).September 21, 2009
"Wahl ohne Qual", Anno 1932
Bist du ein Ritter, hast du ein Gut,
fließt in den Adern blaues Blut,
Und schwärmst für Zölle, alte Zeit,
Dann wähle stramm - wenn es so weit:
Deutschnational.
Willst du als echter Deutscher schlemmen,
Ein Monopol dein eigen nennen,
Von hohen Löhnen macht dich frei
Durch Dingeldey
Die Volkspartei.
Bist mit dem Zustand du zufrieden,
Suchst du allein im Jenseits Frieden,
Vertraust auf Gott und deine Leiter;
gehab dich wohl, vertraue weiter:
Zentrum.
[Demokraten und Wirtschaftspartei überspring' ich mal.]
Doch auf des Staates höchste Stufen
Wird man dich Arbeitsmann berufen,
Sei wie ein Fuchs, gehörst zur Clique,
Und - lenkst des Arbeiters Geschicke:
SPD.
Du rechnest zu den "Radikalen",
Weil eingeseift du bist zumalen?
Die Bourgeois willst du vernichten,
Die Staatsfabrik sodann errichten?
KPD
Es fehle nicht der letzte Streich:
Der Eingang in das "Dritte Reich".
Für Kasernierung, Schipp-Hurra,
Zur Vornotierung stehen da:
NSDAP
[es folgt dann noch der obligatorische Wahlaufruf für die längst vergessene "Freiwirtschaftliche Partei Deutschlands" (FPD), auf dass "die Volksgemeinschaft uns beschieden" (sic!)]
September 19, 2009
Einiges Lesenswertes aus letzter Zeit
- Principia Dialectica brachte Marc Geoffroys Generalabrechnung mit der nationalen Befreiungsarmee der Zapatisten im Chiapas (die ja auch in libertärsozialistischen Kreisen häufig beklatscht wird), aus dem Jahre 1995.
- Sean Gabb von der rechtslibertären "Libertarian Alliance" aus Grossbritannien hat einen lesenwerten Artikel über die Frage der Krankenversicherung geschrieben: wieso das derzeitige amerikanische System nicht funktioniert und ungerecht ist, wieso das "sozialisierte" britische System auch nicht besser ist, und was libertäre Vorschläge sein könnten (insbesondere eine drastische Kostensenkung durch Abschaffung der Patentierung von Medikamenten). Sehr ähnlich argumentiert auch, aus etwas linkerer Perspektive, Gary Chartier auf der Seite des Center for a Stateless Society.
- Eine kurz vor Kopenhagen politisch wohl eher inopportune Nachricht: zum zweiten Jahr hintereinander ist das Schmelzen der Polarkappe in der Arktis im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (hier und hier). Ist die Talsohle also 2007 erreicht worden? Warten wir die kommenden Jahre ab...
- ...und eine wahre Schatztruhe an französischer Sozialistika hat La Bataille Socialiste letztens verlinkt: die 40 Bände der Révolutions du XIXe siècle, darunter aus linkslibertärer Sicht besonders interessant: die komplette Ausgabe der Zeitung La Mutualité. Journal du Travail von 1865-1866.
Italienisches zum Sommerausklang
September 18, 2009
Wider die Widerspruchslosigkeit
"Bastiat spottet [...], Proudhon habe ihm einmal gesagt, er fände das Paradies langweilig, weil der Widerspruch dort fortfiele."
(aus Carl Ludwig Michelets Naturrecht oder Rechts-Philosophie als die praktische Philosophie, enthaltend Rechts-, Sitten- und Gesellschaftslehre, Band 1, Berlin, 1866, S.37.)
September 16, 2009
Warten auf den Aufschwung, Anno 1939
"[U.S. Treasury Secretary Henry Morgenthau, Jr.]: No, gentlemen, we have tried spending money. We are spending more than we have ever spent before and it does not work. And I have just one interest, and if I am wrong, as far as I am concerned, somebody else can have my job. I wantto see this country prosperous. I want to see people get a job. I want to see people get enough to eat. We have never made good on our promises…
But why not let’s come to grips? And as I say, all I am interested in is to really see this country prosperous and this form of Government continue, because after eight years if we can’t make a success somebody else is going to claim the right to make it and he’s got the right to make the trial. I say after eight years of this Administration we have just as much unemployment as when we started.
Mr. Doughton: And an enormous debt to boot!
HMJr.: And an enormous debt to boot! We are just sitting here and fiddling and I am just wearing myself out and getting sick. Because why? I can’t see any daylight. I want it for my people, for my children, and your children. I want to see some daylight and I don’t see it…"
—Transcript of private meeting at the Treasury Department, May 9, 1939, F.D. Roosevelt Presidential Library
(zitiert nach: Econ Journal Watch, vol. VI, 3, September 2009).
September 15, 2009
We're all Attacies now
September 12, 2009
Si tacuisses, Jhang
Ein paar Infos über die Wohltaten der letzten Amtsperiode der Koranschüler auf dieser älteren Webseite: http://www.hazara.net/taliban/taliban.html
September 11, 2009
September 10, 2009
Ringo Starr Week: Movie Starr
Als 50er-Jahre Rocker "Mike" in That'll be the day...
Als Papst in Lisztomania, einem Film, wie er heute wohl kaum noch gedreht werden könnte...
Als Spaghetti-Western-Held in Blindman...
Als Frank Zappa-Double "Larry the Dwarf" in Frank Zappas 200 Motels...
Als mexikanischer Gärtner in der Erotik-Komödie Candy......und als Mock die Schildkröte in Alice im Wunderland:
September 09, 2009
Ringo Starr Week: Act Naturally
Mehr zu Ringos "natural acting" morgen.
September 08, 2009
Intellektuelle Cretins
"One might even be sympathetic to people like Noam Chomsky or Oliver Stone. They are part of a left so very, very powerless in their own country, that every time they see a Third World military such as Chávez or a guerrilla, even one of papier-mache as the ineffable Marcos, who sticks his finger in the eye to gringos - verbally, of course - they cling to their epaulets and live, then, vicariously, the "revolution" for which they feel that there's no room in [North] America.
So there we must offer a bit of indulgence with the political idiocy that characterizes them. Only political cretinism, because, on the other hand, these are people whose talent can not be ignored. And this is why their behavior is so damaging.
They are not mercenaries or bought. Unlike rabble like Ignacio Ramonet, for example, who everyone knows is a cynic who charges Chavez for writing in his favor, Stone and Chomsky are honest people who believe in what they say and who are also outstanding in their specific fields of knowledge. Would we not have discovered faster the treachery that was the Soviet Union had it not not been for hundreds and hundreds of some of the brightest intellectuals of the world singing the praises of daddy Stalin and his successors ? Now we have Oliver Stone to sell the world the image of Chacumbele [Chavez], based on lot the tall tales he sold him and that Stone bought without even making an inventory, not even bothering to compare them against some piece of the Venezuelan reality.
You read that immense and river like book that Neruda's Canto General is and when you stumble on the "Song of Stalin", yet one wonders how could Neruda, with all his genius, could write such a great stupidity. One wonders if this Oliver Stone of "South of the Border" is the same as the one of "Platoon"."
(via Venezuela News and Views)
September 07, 2009
September 06, 2009
September 05, 2009
Ringo Starr Week: The Greatest!
mit John Lennon, George Harrison, Klaus Voormann und Billy Preston.
August 23, 2009
Wer ist Wilhelm Rosenthal?

Wer ist Wilhelm Rosenthal? Was wird gegen ihn unternommen?
"Wie erinnerlich stand in der Generalversammlung Herr Rosenthal auf und verlangte auf Kosten der Wohlfahrtsfonds der Gesellschaft eine höhere Dividende. (...) Die Vorgänge in der Schultheiß-Versammlung sind aber so unglaublich, daß sich die maßgebenden Stellen dieses Falles annehmen müssen. Es ist einfach unmöglich, daß ein Mann mosaischen Namens (seine wahre Abstammung steht noch nicht fest) die gesamte deutsche Sozialpolitik öffentlich torpediert. In Kreisen der Schultheiß-Belegschaft hat man den Eindruck, daß es sich hier um einen Racheakt entlassener jüdischer Hopfen- und Gerstenlieferanten handelt. Dafür spricht folgendes: Herr Rosenthal hat sich getarnt. Mit dem Vornamen heißt er Wilhelm, aber einen Wilhelm Rosenthal in Berlin-Charlottenburg gibt es gar nicht. (...)
Es geht nicht, daß in einer Versammlung ein zweifelhafter Mann auftaucht, durch unglaubliche Zumutungen. die von jeher sozial eingestellte Betriebsführung beleidigt und nach getaner Arbeit ins Dunkel taucht und verschwindet. Herr Rosenthal verdient seine Strafe. Es muß die Möglichkeit geben, einen Mann hinter Schloß und Riegel zu setzen, der es wagt, die betriebliche Sozialpolitik zu verhöhnen. Nicht af die 30 RM. [mehr Dividende] kam es ihm an, es kam ihm sicherlich darauf an, an Schultheiß sein Mütchen zu kühlen. Warum ist er untergetaucht, warum versteckt er sich? Etwa um seine Hintermänner zu decken? Wer sind die? Auch die Firma Schultheiß hat ein Recht darauf, daß ihr Recht widerfährt."
Mehr zum Schultheiss-Komplex und zur Künstlergruppe der "Schultheiss-Nazis" auf den Seiten des Erratik-Instituts Berlin über Psychogeographie. Das Schultheiss-Bier selber ist übrigens eine ziemliche Plörre.
August 22, 2009
Live on Playboy After Dark (7 und Schluss)
August 20, 2009
Drolliges aus dem Zwischennetz (2)
August 19, 2009
Libertäre Presse
August 18, 2009
August 15, 2009
August 14, 2009
Drolliges aus dem Zwischennetz
JayJay über das Stopfen von Sommerlöchern vermittels Speck (und darüberhinaus dem Wahlkampf in Deutschland).
Roger Pielke Jr über die ewige Wiederkehr des Gleichen.
Glenn Allport über Ringos Gesetz.
Immer wieder schön: Lp Cover Lover.
August 12, 2009
August 10, 2009
Rettet die Birne!
Gleich zwei Hubschrauber kreisten über der Hasenheide. Bild berichtete anderntags triumphierend, dass ihr Einsatz erfolgreich war: “12 Drogenhändler gingen der Polizei ins Netz.” Mitnichten! Sie nahmen keine Rauschgift- sondern Glühbirnen-Dealer fest. Schon gleich nachdem Herstellung, Handel und Genuß dieser Lichtquellen verboten worden war, hatten Osram und Philips die Glühbirnenpreise nahezu verdoppelt. Und obwohl sie dann sogar doppelt so viele Birnen wie früher verkauften, weil die Kunden massenhaft Vorräte anlegten - vor allem mit 100-Wattbirnen, die als erstes verboten werden, drängte Siemens/Osram auf Beendigung des Handels mit Glühbirnen. Das bezog sich auf die schmutzige Konkurrenz. Narva (in Brand-Erbisdorf), Philips, General Electric und Auer Lightnings bieten gerade neue Glühbirnen an: Sie brennen länger, verbrauchen weniger und sind heller. “Technology Review” schreibt: “Die neue Technologie wendet sich an Kunden, denen das von Kompaktleuchtstofflampen abgegebene Licht nicht zusagt, die gleichzeitig aber dennoch etwas für die Umwelt tun wollen. Zumal die Entsorgung unkomplizierter ist: Reguläre Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber, was sie zum Sondermüll macht,” außerdem fehlt ihrem “kalten Licht” der auf Dauer lebenswichtige Infrarotanteil.
Darüberhinaus werden auch weiterhin normale unter das Verbot fallende Glühbirnen angeboten: von Merkur in Hamm, von mehreren chinesischen Firmen und vor allem von italienischen Händlern. Das italienische Wirtschaftsministerium verweigert sich einstweilen noch dem europäischen Glühbirnenverbot. Das deutsche hat dagegen verfügt: Wer nach dem Stichtag noch matte Glühbirnen bestellt, dem droht ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro. In Kreuzberg haben pfiffige Ökos bereits eine Beschäftigungsgesellschaft gegründet, die langzeitarbeitslosen 1-Euro-Jobbern eine Chance gibt (22 bisher): Diese patroullieren durch den Bezirk und zeigen alle an, die ihre Räume mit matten Glühbirnen erhellen. Sie erkennen die schon von weitem am warmen Licht. Das Ordnungsamt verhängt daraufhin ein Bußgeld von 123 Euro pro Birne (schon der Besitz ist strafbar!). “Es ist wie früher im Krieg, als Verdunklung angeordnet wurde, nur andersherum,” meint einer der “Light-Controller”, der ungenannt bleiben will."
August 09, 2009
Unconscientious Objector
Ein kurioser Gag-Strip von Jack Cole aus Crack Comics #29 (Quality Comics, Mai 1943), der in seltsamen Kontrast zu der integral in die Kriegspropaganda eingebundenen US-Comic-Szene der damaligen Zeit steht. Will Cole damit evt. Isolationisten als Hillbillies, Südstaaten-Revanchisten und zurückgebliebene Ignoranten kennzeichnen?August 08, 2009
August 03, 2009
Maulkorbgesetz in Venezuela
August 01, 2009
Juli 31, 2009
Die Woche des Väterchen Machno: Persönliche Anmerkungen
Juli 30, 2009
Juli 29, 2009
Die Woche des Väterchen Machno: Das Tageblatt berichtet...
Juli 28, 2009
Die Woche des Väterchen Machno: свобода або смерть
(Die Flagge ist authentisch, ob Machnos Sonnenbrille und die stereotypen jüdischen Schneider es sind, wage ich mal zu bezweifeln...)

Juli 27, 2009
Die Woche des Väterchen Machno: Das Spiel
Historial Player Characters: Lev Zadov, Viktor Belash, Simon Karetnik, Fedir Shchus, Peter Arshinov, Volin (or, alternatively, a bunch of fictional characters – circumventing controversy and opening up the endgame as something where anything could happen)
Three stages of play: (1) set-up (semi-random determination of the size and borders of the ‘Free Territory’, plus the location of player power-bases); (2) the middle (bulk of the game, comprising of alternate phases of politiking, historical events, and random events); and (3) the end (determining which of the players escape the fall of the ‘Free Territory’, and with what).
If the game was to stick to history-as-it-happened, the game would run from January 1919 to November 1920. I’d rather have the game finish at a random end date, as the ‘Free Territory’ falls to one of its enemies. The end would be between – say – December 1919 and December 1923. If rounds were monthly, that’d give us a game of between 12 and 24 rounds. Does that sound manageable? Would monthly intervals give enough room for manouvre? Depends on how long a round is. "
Juli 26, 2009
Die Woche des Väterchen Machno: Mongol Shuudan
Juli 25, 2009
Die Woche des Väterchen Machno
Wenn Nestor Machno schon als Galionsfigur für diesen Blog herhalten muss (dies als Reminiszenz an den gedruckten Lëtzebuerger Anarchist, der bereits das gleiche Foto von Machno im Titel trug), obwohl er sich nicht mehr dagegen wehren kann, scheint es nur angemessen, dass Machno, der vor genau 75 Jahren, am 25. Juli 1934 im Pariser Exil starb, hier gebührend geehrt wird.Zunächst sei auf das Portrait Ida Metts verwiesen, die Machno im Pariser Exil kennengelernt hat, und die auch die auf die unterschiedlichen Probleme eingeht, die sich bei der Bewertung der Persönlichkeit stellen.
Dann soll auch die postsowjetische Popikone Batko Machno nicht zu kurz kommen, so etwa in diesem Titel einer der erfolgreichsten russischen Bands der Gegenwart, Lyube:
Die Bilder aus einem alten sowjetischen Film haben, glaube ich, nichts mit Machno zu tun, spiegeln aber gut das in sowjetischen Filmen wiedergegebene Bild des Ukrainers wieder.
Juli 24, 2009
Zelayas illustrer Begleiter
Siehe auch:
http://www.nicaraguahoy.info/dir_cgi/topics.cgi?op=view_topic;cat=Opinion;id=57336
Juli 23, 2009
"We support freedom of the press...
Schön, dass mal jemand von der über alle Parteigrenzen hinweg, allgemein akzeptierten Grossen Erzählung über die sandinistische Revolution in Nicaragua abweicht. Berichtete die westliche Presse zu Zeiten der "Systemauseinandersetzung" noch pflichtgemäß von Massakern an Miskito-Indianern und sonstigen Kriegsverbrechen der Sandinisten, so dominiert heute die Mär vom idealistischen Revolutionär und Demokraten Ortega, der sich vom Paulus zum Saulus entwickelt hat, und eine Autokratie über sein Land errichten will. Die traurige Wahrheit ist: der Ortega der achtziger Jahre war noch viel schlimmer. Aber besagte Massaker, Angriffe gegen Pressefreiheit und Streikrecht, und - gegen Ende des Regimes - der legalisierten Kleptokratie (La Piñata) seitens der sandinistischen Führung, passen heute nicht mehr ins Bild der "offiziellen" Geschichtsschreibung, und sind genauso in Vergessenheit geraten, wie im Einzelnen die Morde, Vergewaltigungen und Vertreibungen seitens der verschiedenen Contra-Gruppen (die gelten zwar immer noch als böse, aber in erster Linie deswegen, weil sie Geld und Waffen von den USA annahmen).
Da aber seltsamerweise viele Leute beim Anblick von uniformierten Männern mit Maschinengewehren und Fotos von "Märtyrern", zumal diese von einem kitschigen Lied über Volk und Vaterland begleitet werden, schwere Anfälle von Revolutionsromantik erleiden, macht sich die Erzählung vom gefallenen Engel Ortega wohl besser.
Juli 22, 2009
Hurra! Wir werden entlassen!
Juli 21, 2009
Kann Marx zum Verständnis der aktuellen Wirtschaftskrise beitragen? (Number 8 in a series)
Auch scheint ihm die Überlegenheit der USA gegenüber dem Zarenreich u.a. darin zu liegen, dass dort der Staat "vom Papiergeld losgekommen" ist, "wenn auch in höchst infamer Weise zum Vorteil der Gläubiger und auf Kosten des menu peuple", (vergleiche hierzu Murray Rothbard, A History of Money and Banking in the United States: The Colonial Era to World War II, Ausgabe 2002, S.156-159), während in Rußland "keine Fabrik so gut [geht] wie die Papiergeldfabrik"; MEW, 34, S.374.
In Marx' theoretischem Gerüst kommt ungedecktes Papiergeld hingegen eigentlich nicht vor. In seiner Darlegung der Funktion des Geldes als Zirkulationsmittel in Kapital, Band 1, definiert Marx Papiergeld lediglich als Geld- oder Goldzeichen: "Sein Verhältnis zu den Warenwerten besteht nur darin, daß sie ideell in denselben Goldquantis ausgedrückt sind, welche vom Papier symbolisch sinnlich dargestellt werden. Nur sofern das Papiergeld Goldquanta repräsentiert, die, wie alle andren Warenquanta, auch Wertquanta, ist es Wertzeichen" (S.142 der Ausgabe Hamburg, 1890). Marx setzt dabei "der Vereinfachung halber, Gold als die Geldware voraus" (S.109). Die Geldware Gold hat dabei als Geld eine doppelte Funktion: einerseits ist es "Maßstab der Preise", andererseits dient es als "Maß der Werte". Maß der Werte kann es laut Marx nur deshalb sein, "weil es selbst Arbeitsprodukt, also der Möglichkeit nach ein veränderlicher Wert ist" (S.113). Hier würde also der "Geldwert" ebenfalls die in ihm enthaltene "gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit" beinhalten; die Variationen dieser würden den "Wert" des Goldes bzw. Geldes bestimmen, der zugleich als Wertmesser gegenüber allen anderen Waren dient: steigt der Wert der Geldware an, bei gleichbleibenden Warenwerten, würden die Preise folglich fallen und umgekehrt. Inflation und Deflation erscheinen so bei Marx letztendlich als Folge der Schwankungen des Wertes des Goldes als "Arbeitsprodukt". Die zur Verfügung stehende Quantität, d.h. die Geldmenge, spielt dabei für Marx, im krassen Gegensatz zur klassischen politischen Ökonomie oder auch zu Milton Friedman, keine Rolle, im Gegenteil: "Preise sind also nicht hoch oder niedrig, weil mehr oder weniger Geld umläuft, sondern es läuft mehr oder weniger Geld um, weil die Preise hoch oder niedrig sind" (Zur Kritik der politischen Ökonomie. Einleitung, MEW, 13, S.86).
Nun kann man sich fragen, wie der Wert des Geldes, der als Maß aller anderen Werte fungieren soll, bei Marx "konstituiert" werden soll. An einer anderen Stelle von Kapital Band I schreibt Marx über das Messen des Wertes folgendes: "Ein Gebrauchswert oder Gut hat also nur einen Wert, weil abstrakt menschliche Arbeit in ihm vergegenständlicht oder materialisiert ist. Wie nun die Größe seines Werts messen? Durch das Quantum der in ihm enthaltenen 'wertbildenden Substanz', der Arbeit. Die Quantität der Arbeit selbst mißt sich an ihrer Zeitdauer, und die Arbeitszeit besitzt wieder ihren Maßstab an bestimmten Zeitteilen, wie Stunde, Tag usw." (S.53). Es folgt die Unterscheidung zwischen konkreter individueller Verausgabung und abstrakter Arbeit: nicht die reale Zeit, die der einzelne Arbeiter bei der Produktion einer Ware vertrödelt,wird betrachtet, sondern das "Quantum" der "gesamtgesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit" zur Herstellung der Ware. Man kann hieraus zwei Schlussfolgerungen ziehen:
1) der Wert des Goldes als Geldware wird bestimmt durch die zu seiner Gewinnung aufgebrachten gesamtgesellschaftlichen Arbeitszeit (idem für nicht durch Edelmetall gedecktes Papiergeld?)
2) da Geld als Maß der Werte fungiert, und Marx zugleich schreibt, dass die Grösse des Werts durch das Quantum der in ihm enthaltenen Substanz, der Arbeit, gemessen wird, kann man schliessen - nein, nicht dass Geld = Arbeit ist - dass sich dieses Quantum Arbeit notwendigerweise in Geldform ausdrückt.
So sind wir, in verkürzter Form, bei der Lektüre von Marx als einem Vertreter einer "monetären Werttheorie" angekommen, wie sie ausgehend von Hans-Georg Backhaus' "Dialektik der Wertform" aus von einem Kreis deutscher marxistischer Akademiker vertreten wird, die "ihren" Marx retten wollen, und zwar nicht nur wegen der vernichtenden Kritik der "bürgerlichen Ökonomisten" an der Marxschen "Arbeitswertlehre" (die er für die "Monetaristen" unter den Marxisten eben nicht vertreten hat), sondern auf Grund der Tatsache, dass der real existierende Kapitalismus mittlerweile ohne jegliche Geldware auskommt, wie Ingo Stützle treffend schreibt: "Aber die Marxsche Werttheorie ist nicht nur 'klassischer' Kritik ausgesetzt (u.a. Böhm-Bawerk 1896), sondern ist auch mit der konkret-empirischen Verfasstheit kapitalistischer Ökonomie konfrontiert. So dominiert in westlichen Industrienationen ein auf keinem Goldstandard mehr beruhendes Geldsystem. Eine für viele MarxistInnen beunruhigende Tatsache, ging doch Marx in seiner Theorie von einer Geldware aus."
Heute flutscht die Papiergeldfabrik nicht mehr nur im Zarenreich. Dass Marx sowas ähnliches 1848 selber vorschlug - zumindest trug das Flugblatt Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland auch seine Unterschrift - nämlich die stufenweise Ablösung der Edelmetalle durch die Herausgabe eines gesetzlichen definierten Papiergeldes durch eine zentrale Staatsbank, finde ich allerdings bei keinem der "Monetaristen" behandelt. Dabei wäre es eine Untersuchung wert, wie Marx von einer Forderung wie der folgenden zu seiner späteren Ablehnung des Papiergeldes gekommen ist:
"An die Stelle aller Privatbanken tritt eine Staatsbank, deren Papier gesetzlichen Kurs hat.Diese Maßregel macht es möglich, das Kreditwesen im Interesse des ganzen Volkes zu regeln und untergräbt damit die Herrschaft der großen Geldmänner. Indem sie nach und nach Papiergeld an die Stelle von Gold und Silber setzt, verwohlfeilert sie das unentbehrliche Instrument des bürgerlichen Verkehrs, das allgemeine Tauschmittel, und erlaubt, das Gold und Silber nach außen hinwirken zu lassen. Diese Maßregel ist schließlich notwendig, um die Interessen der konservativen Bourgeois an die Revolution zu knüpfen [!]."
Juli 18, 2009
Juli 16, 2009
Gelungene Titelwahl
James Hansens Prognosen aus dem Jahr 1988 - und die reale Temperaturentwicklung (via Watt's up with that)
Juli 14, 2009
Juli 11, 2009
Juli 10, 2009
Blogroll Honduras
Pro-Zelaya
http://hondurasresistencia.blogspot.com/ (spanisch)
http://aliveinhonduras.org/ (spanglish)
http://porhonduraslibre.blogspot.com/ (spanisch)
http://hibueras.blogspot.com/ (spanisch)
http://redeshn.com/ (spanisch)
http://honduras.redeshn.com/ (spanisch)
Addendum: http://pst-secuenciadelgolpe.blogspot.com/ (spanisch)
Anti-Zelaya
http://lagringasblogicito.blogspot.com/ (englisch; US-Amerikanerin vor Ort)
http://blog.aeortiz.com/ (englisch)
http://hondurasliving.blogspot.com/ (englisch)
http://borninhonduras.blogspot.com/ (englisch)
http://laurieishere.blogspot.com/ (englisch)
http://bloglectores.hondublogs.com/ (spanisch)
http://elcatracho.blogspot.com/ (spanisch)
http://elinvestigador.blogspot.com/ (spanisch, seit Januar nicht mehr aktiv)
Vor allem über Vögel, auch Anti-Zelaya:
http://www.hondubirding.wordpress.com/ (spanglish)Mühsam
"Wenn etwas typisch ist für den Charakter einer Bevölkerung, so ist es ihre Arbeiterbewegung; und wer als vorwärtsdrängender Kritiker das kennengelernt hat, was in Deutschland unter dem Namen Arbeiter-'bewegung' stagniert, dessen Laune müßte eitel Zuckerwerk sein, wollte er dem deutschen Volkscharakter gegenüber liebenswürdig bleiben.
Ich für meine Person habe zu lange im Kampfe für die Befreiung der Arbeiterschaft und für den Sozialismus dem feindlich gegenübergestanden, was in Deutschland Arbeiterbewegung heißt, um dem Charakter der großen Volksmasse in Deutschland, der ganz und gar dem Charakter des Besitzmobs entspricht, die geringste Sympathie entgegenbringen zu können. Und wenn ich angesichts des wahlbeflissenen Proletariats, das das Seinige getan zu haben wähnt, wenn es 3.000.000 sozialdemokratische Stimmen ins behördlich sanktionierte Closet zerrt, nicht lache, bis ich mir den Bauch halte, wie es einige kluge Individualisten tun, sondern mit Zornesworten weiterkämpfe für die Arbeiter - und gegen ihre Führer, so mag das wohl das Rudiment eines atavistischen Nationalbewußtseins sein, das mich selbst für die Deutschen noch auf die Stunde revolutionärer Selbsterkenntnis hoffen läßt ...
... An dieser Stelle mag die Wiedergabe eines Liedes am Platze sein, das mir jüngst in einer verbrecherischen Stunde entfuhr und das den Vegetarier als Sammelbegriff vielleicht besser illustriert als eine weitschweifige Charakteristik.
Der Gesang der Vegetarier
Ein alkoholfreies Trinklied
(Melodie Immer langsam voran)
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse früh und spat.
Auch Früchte gehören zu unsrer Diät.
Was sonst noch wächst, wird alles verschmäht.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse früh und spat.
Wir sonnen den Leib, ja wir sonnen den Leib,
Das ist unser einziger Zeitvertreib.
Doch manchmal paddeln wir auch im Teich,
Das kräftigt den Körper und wäscht ihn zugleich
Wir sonnen den Leib und wir baden den Leib,
Das ist unser einziger Zeitvertreib.
Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch
Und die Milch und die Eier und lieben keusch.
Die Leichenfresser sind dumm und roh,
Das Schweinevieh - das ist ebenso.
Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch
Und die Milch und die Eier und lieben keusch.
Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit,
Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt.
Gemüse und Früchte sind flüssig genug,
Drum trinken wir nichts und sind doch sehr klug,
Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit,
Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt.
Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback,
Das tut das scheußliche Sündenpack.
Wir setzen uns lieber auf das Gesäß
Und leben gesund und naturgemäß.
Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback,
Das tut nur das scheußliche Sündenpack.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse früh und spat.
Und schimpft ihr den Vegetarier einen Tropf,
So schmeißen wir euch eine Walnuß an den Kopf.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse früh und spat."
Juli 08, 2009
Schock! Nicht mal Papst kann Weltwirtschaftskrise beheben!
"Der religionspolitische Sprecher der 'Linken'-Bundestagsfraktion, Bodo Ramelow, begrüßte zwar die 'klare Äußerung' des Papstes: 'Leider bleibt die Enzyklika in Fragen konkreter Maßnahmen hinter den Erwartungen zurück.' CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, die Enzyklika mache deutlich, dass unternehmerische Freiheit und Initiative so wichtig seien wie soziale Verantwortung und die Ausrichtung der Wirtschaft an den Interessen von Mensch und Umwelt. Bernhard Emunds, Professor für Christliche Gesellschaftsethik der Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen bei Frankfurt (Main), kritisierte, längst überfällige und erwartete Aussagen zum Klimawandel finde man in dem Text fast gar nicht. Auch die Aussagen zu Ursachen und Lösungschancen für die Finanzkrise hätten eine zu starke 'individualistische Schlagseite' [sic!]. Die Ideen zur Regulierung der Finanzkrise wirkten 'hilflos'. Auch der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach sagte: 'Gerade die Probleme der Finanzmärkte sind ziemlich schwach und blass dargestellt. Es gibt keine konkreten Anweisungen oder konkrete Orientierungen, wie sie gelöst werden sollen.' "
Währenddessen beschließt das Möchtegern-Zentralkomitee des Weltkapitalismus, dessen Beschlüsse sich bis dahin vor allem dadurch auszeichneten, rein gar keine Folgen gehabt zu haben, in einem Anfall von Hybris, dass die Weltdurchschnittstemperatur bis 2050 oder so herum um maximal 2 Grad Celsius zu steigen hat. Ob das real existierende Klima sich an diesen epochemachenden Beschluss hält, ist zwar mehr als fraglich, jedoch ist die Weltöffentlichkeit erstmal happy über dieses "wichtige Signal", obwohl auch in diesem Zusammenhang natürlich mehr "konkrete Anweisungen" gewünscht werden.
Berichtigung [10.7.09]: Nicht bis 2050 sondern bis Ende des Jahrhunderts soll's 2 Grad wärmer werden, und zwar nicht im Vergleich zu heute, sondern zum "vorindustriellen Zeitalter". Siehe hierzu auch Maxeiner und Miersch in Springers Welt.
Juli 07, 2009
Juli 05, 2009
Juli 04, 2009
Juli 02, 2009
Einige Gedanken zum Putsch in Honduras
Persepolis 2.0
Juni 30, 2009
Arme Unternehmer!
Juni 28, 2009
Aus der Rubrik: es war nicht alles schlecht
Juni 27, 2009
Dies und das
- Roderick T. Long und Daniel zum Medien-Overkill anlässlich des Todes von Michael Jackson.
- Eine (bislang) vier Teile umfassende individualanarchistische Kritik am Anarchokommunismus von Ken Knudson bringt Wendy McElroy: Teil 1, 2, 3, 4.
- JayJay berichtet über die gestrige Demo an der Gëlle Fra.
-Thomas Eppinger über Jubelperser.
- Ein Interview mit den Machern von El Libertario auf Infoshop.
Update: Teil 5 und Teil 6 der Polemik von Knudson.
Juni 25, 2009
Faule Kredite sollen den Mittelstand retten
Juni 24, 2009
Demo am Freitag
Juni 23, 2009
Verantwortlicher für die Krise endlich gefunden
"The basic point is that the recession of 2001 wasn't a typical postwar slump, brought on when an inflation-fighting Fed raises interest rates and easily ended by a snapback in housing and consumer spending when the Fed brings rates back down again. This was a prewar-style recession, a morning after brought on by irrational exuberance. To fight this recession the Fed needs more than a snapback; it needs soaring household spending to offset moribund business investment. And to do that, as Paul McCulley of Pimco put it, Alan Greenspan needs to create a housing bubble to replace the Nasdaq bubble."
Mehr darüber hier.
Juni 21, 2009
The times they are a-changin'
Geradezu ein Sinnbild für den Spagat der Bonner Republik, der alten BRD, zwischen Verwestlichung bzw. Amerikanisierung einerseits, und Muff von tausend Jahren andererseits.
Als Bonus noch ein Titel des Golden Gate Quartet von 1943, der bereits vier Jahre später nicht mehr politically correct war:
Juni 18, 2009
Von einer Theokratie zur nächsten
Aber der neue Messias ist offenbar noch nicht ganz unfehlbar.
Juni 16, 2009
Live from Teheran
Rotten Gods
Alireza ab
Iranian Woman
Global Voices: Iran
Juni 15, 2009
30 Jahre Islamische Republik in 7 Minuten
(mit handlicher englischer Übersetzung. Vermutlich in der Nähe der "Volksmudschahidin" angesiedelt; weiß jemand mehr?)
Das "El pueblo unido..."-Sample in Verbindung mit Linkin Park, na, das hat doch mal was.
Juni 10, 2009
Kraken und Anti-Kraken
Angesichts der rezenten Debatte hier in Luxemburg über eine Hausbesetzung in Clausen vielleicht von Interesse: das holländische Modell des Kraken, sowie des Anti-Kraken, das allerdings kurz vor der Abschaffung steht:




