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Januar 18, 2013

Am europäischen Wesen soll die Welt genesen

...und zwar - das ist die Pointe - zum Wohle der Wettbewerbsfähigkeit der EU (dass Demokratie und Rechtsstaatlichkeit jetzt Standortnachteile sein sollen, ist allerdings neu...).
 
So EU-Oberparlamentarier Martin Schulz (SPD), zitiert im gestrigen Jeudi:
"Pour Martin Schultz, l'Europe en crise souffre d'un manque de solidarité, alors que son poids de 500 millions d'individus doit lui permettre de peser face à n'importe quel concurrent mondial. 'Les emplois de demain dépendent de la capacité de l'Europe à exporter son modèle et ses valeurs, humaines, sociales, écologiques. Ce n'est pas de l'impérialisme, mais la liberté pour tous.
 Aujourd'hui, nous acceptons le jeu de concurrents (la Chine par exemple) qui ne respectent pas les libertés individuelles, qui ignorent les droits sociaux, qui se moquent des standards écologiques'."

November 15, 2011

Drei unkommentierte Schnipsel über China

"Mehr als 30 Jahre danach gibt es noch eine interessante Schlusswendung zur Bleistift-Geschichte (die tatsächlich auf einem Artikel des Ökonomen Leonard E. Read basierte). Heute werden nämlich die meisten der weltweit verwendeten Bleistifte in China produziert – in einer Volkswirtschaft, die einen speziellen Mix aus Privatunternehmertum und staatlichen Direktiven darstellt.
Ein [Milton] Friedman dieser Tage würde vielleicht fragen, wie es China geschafft hat, die Bleistift-Industrie – wie so viele andere – zu beherrschen. In Mexiko und Südkorea befinden sich bessere Graphit-Abbaugebiete. In Indonesien und Brasilien gibt es reichere Holzbestände. Deutschland und die USA verfügen über bessere Technologie. China hat zwar viele billige Arbeitskräfte, aber die gibt es auch in Bangladesh, Äthiopien und vielen anderen bevölkerungsreichen Niedriglohnländern.
Zweifellos ist dieser Erfolg größtenteils der Initiative und harten Arbeit der chinesischen Unternehmer und Arbeiter zu verdanken. Aber die Bleistift-Geschichte von heute wäre nicht vollständig ohne die Erwähnung staatlicher chinesischer Firmen, die ursprünglich in Technologie und Ausbildung investierten; einer lockeren Waldwirtschaftspolitik, aufgrund derer die Preise künstlich niedrig gehalten wurden; sowie großzügiger Exportförderungen und staatlicher Interventionen auf den Devisenmärkten, die den chinesischen Produzenten einen bedeutenden Kostenvorteil verschaffen. Der chinesische Staat hat seine Firmen subventioniert, geschützt und zu rascher Industrialisierung angespornt und dadurch die globale Arbeitsteilung zu seinen Gunsten geändert.
Friedman selbst hätte diese staatliche Politik bedauert. Die zehntausenden Arbeiter in den chinesischen Bleistiftfabriken wären jedoch höchstwahrscheinlich arme Bauern geblieben, wenn der Staat die Marktkräfte nicht angestupst hätte. Angesichts des wirtschaftlichen Erfolgs Chinas fällt es schwer, den Beitrag staatlicher Industriepolitik in Abrede zu stellen. "
Dani Rodrik, "Milton Friedmans Zaubertheorie", im Tageblatt, 15. November 2011.

"The Great Society has not worked, and it’s put us into the modern welfare state. If you look at China, they don’t have food stamps. If you look at China, they’re in a very different situ[ation] — they save for their own retirement security. They don’t have pay FDIC [Federal Deposit Insurance]. They don’t have the modern welfare state. And China’s growing. And so what I would do is look at the programs that LBJ gave us with The Great Society, and they’d be gone."
Michelle Bachmann in der republikanischen TV-Debatte am 12. November 2011.

"Im Jahre 1963 wurde Dadschai von der schwersten Katastrophe getroffen: im August regnete es sieben Tage lang ununterbrochen. Sturzbäche aus dem Gebirge vernichteten fast alle Kulturpflanzen und rissen die meisten der in einem Jahrzehnt mühsam errichteten Terrassenfelder weg. 97% der Wohnhäuser waren eingestürzt und alle Wege verschwunden. (...) Der Staat bot Hilfe an. Aber die Bauern von Dadschai hatten diese Frage bereits anders entschieden. Nach intensivem Studium der Schriften des Vorsitzenden Mao und langen Diskussionen beschlossen sie: 'Wir wollen vom Staat keine Unterstützung mit Geld oder Getreide noch irgendeine andere materielle Hilfe'. Alle Schwierigkeiten haben zwei Seiten, so auch diese. Einerseits bürden sie den Menschen einige Härten auf, andererseits halfen sie ihren revolutionären Willen stärken, was besonders für die jungen Leute wichtig war. Ausgehend von diesen Überlegungen und auf die eigenen Kräfte vertrauend, bauten sie Felder und Häuser besser und schöner wieder auf."
Aus dem Band Lernen von Dadschai - Chinas Volksmassen versetzen Berge (1976), zitiert nach Renate Dillmann, China. Ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht, Hamburg, 2009, S.116.

März 06, 2010

Disco Cosmopolis (6): Chinoiserien

Ervinna - Mustapha (1980)


Amanda Lear - Queen of Chinatown (1978)


und aus der Reihe "Prog-Bands versuchen sich in Disco-Musik": Goblin - Disco China (1979)

Oktober 01, 2009

Juni 04, 2009

Januar 26, 2009

The Deviants


Ich entdecke dieser Tage die drei Sechziger-Jahre-Alben der Deviants. Es ist überaus erstaunlich, dass mir diese Band bis vor kurzem völlig unbekannt war; diffus anarchistischer Proto-Punk/Psychedelic Rock-Mischmasch, inklusive an die Situationisten angelehnte Entwendung und Verfremdung der Ästhetik der Konsumgesellschaft der damaligen Zeit (Werbung, Erotikheftchen, Marvel Comics und B-Movies). Sex Pistols zehn Jahre vor den Sex Pistols, quoi. Die Musik ist dabei fast Nebensache.

Mehr Infos findet man hier.

Da die Deviants nie bei Top of the Pops, Musikladen, Disco usw. aufgetreten sind, findet man auch keine bewegten Bilder auf Youtube.
Hier hat aber jemand die Coverversion von Papa Oo Mao Mao vom zweiten Album zur Untermalung seines politischen Plädoyers benutzt (das folgende Video ist im Gebiet der Volksrepublik China gesperrt):