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Januar 03, 2013

Both kinds of music Special (2): RIP Patti Page



The Tennessee Waltz (1950)



Boogie Woogie Santa Claus (1950)


(mit Sha Na Na) - Medley (Tennessee Waltz - Doggie in the widow - Cape Cod - Cross over the bridge) (1977)

Dezember 21, 2012

Both kinds of music special (1): Nur die Wurst hat zwei

Da heute ja angeblich der letzte Tag anbricht und meine Leser vermutlich bereits in interstellaren Weiten unterwegs sind, kehrt unerwartet meine endlos laufende Country-Reihe wieder... dabei ist noch nicht einmal Samstag (und ja, auch wenn der Blog in letzter Zeit seltener aktualisiert wird, ist er noch nicht ganz stillgelegt).

Passend zum "Ereignis" also:
Hank Williams - Battle of Armageddon (1949)

Skeeter Davis - The end of the world (1963, diese Aufnahme von 1965)

Hank Williams III - Karmageddon (2010)

Oktober 20, 2012

Both kinds of music (Schluss)

Zum Abschluss der Country&Western-Reihe heute einfach eine Auswahl meiner Lieblingscountrytitel, in chronologischer Reihenfolge. Die meisten kamen schon einmal vor, andere hingegen hatte ich übergangen:


The Carter Family - No depression in Heaven (1936)


Hank Williams - There's a tear in my beer (1950-51?)


Brenda Lee - I'm sorry (1960)


Patsy Montana - Yodeling Ghost (1964)


George Harrison - Behind that locked door (1970)


Elvis Presley - Ghost riders in the sky (1970)


Gram Parsons & Emmylou Harris - In my hour of darkness (1974)


Johnny Cash, June Carter Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins - I saw the light (1981)


Jello Biafra & Mojo Nixon - Love me I'm a liberal (1994)



Hank Williams III - The rebel within (2010)

Oktober 13, 2012

Both kinds of music (125): Kurz vor der Maya-Apokalypse

Nächste Woche kommt unser Überblick über die Geschichte der Country-Musik an sein wohlverdientes (und überfälliges?) Ende. Kurz vor Schluss will ich noch einen Blick auf die aktuelle Szene werfen, und bringe heute drei Country-Hits aus dem Jahr 2012.

Lady Antebellum, seit 2008 eine der erfolgreichsten Country-Pop Bands aus Nashville, die dieses Jahr für Own the night den Grammy für das beste Country-Album erhielten. Hier die aktuelle Single Wanted you more:

Sowohl in den amerikanischen Pop- und Country-Charts führt derzeit kein Weg an Taylor Swift vorbei, deren neues Album Red für den 22. Oktober angekündigt ist. Daraus der noch unveröffentlichte Titelsong, live bei den BBC Radio 1 Teen Awards am 7. Oktober:

Den Grammy für das beste Country-Duo und das beste Folk-Album gewannen dieses Jahr The Civil Wars aus Nashville (die übrigens kürzlich ebenfalls ein Duett mit Swift einspielten). Hier die rezenteste Single Kingdom Come, die auch im Film The Hunger Games zum Einsatz kam.

Oktober 06, 2012

Both kinds of music (124): Hank der Dritte

Der Enkel von Hank Williams und Sohn von Hank Williams, Jr. war sozusagen verdammt, die Familientradition fortzusetzen, zumal er in jungen Jahren offenbar wie ein Abziehbild seines Großvaters aussah. Hank der Dritte, geboren 1972, versuchte es vielleicht deswegen zunächst außerhalb der Country-Musik und spielte in den 1980ern in diversen Punk-Bands, bevor er 1989 zu einem Trio mit seinem verstorbenen Großvater (mittels Archiv-Aufnahmen) und seinem Vater verpflichtet wurde. So entstand das Album The Three Hanks: Men of broken hearts. Hiervon der Titel I'll never get out of this world alive.

Zehn Jahre später erschien das eigentliche Debut von Hank Williams III, Risin' Outlaw, das weitestgehend im Stil von Hank dem Ersten gehalten war. Hank III hat sich seitdem von dem Album distanziert, offenbar weil es ihn zu sehr in den Schatten des Großvaters stellte. Deutlicher auf seine eigenen Punk-Wurzeln bezog sich Williams auf dem dritten Album Straight to Hell (2006), mit dem programmatischen Song Dick in Dixie:

In den kommenden Jahren zementierte er seinen Ruf als Bad Boy der Country-Musik (womit er aber eigentlich ganz in der Familientradition blieb), und sich auch darüber hinaus im Metal-Milieu bewegte. So entstand das Band-Projekt Arson Anthem mit Ex-Pantera-Sänger Phil Anselmo und die "Punk-Metal"-Band Assjack. Ansonsten war Williams die letzten Jahre vor allem mit Konflikten mit seiner ehemaligen Plattenfirma Curb beschäftigt, die ohne dessen Erlaubnis auch zwei inoffizielle Williams-Alben (Hillbilly Joker und Long gone Daddy) veröffentlichen. Gleichzeitig bereichterte Williams seine Diskographie 2011 um gleich vier Alben, vielleicht um den unerlaubten Releases Paroli zu bieten (zwei Country-Alben, ein Doom Metal-Album und ein "Cattlecore"-Album). Hier der Titel Troopers Hollar vom Album Ghost to a ghost:

September 29, 2012

Both kinds of music (123): Es wird herbstlich

Irgendwann in den späten 1990ern bildete sich an der Schnittstelle von Indie-Rock, Alternative Country und Spätsechziger-Folk-Revival (nunmehr "Psychedelic Folk" genannt) eine neue, vom Feuilleton geliebte, Folk-Szene heraus, die als "nu folk", "freak folk", "neofolk" (nicht zu verwechseln mit dem aus dem Postpunk entwachsenen britischen Neofolk der 1980er), "indie folk", "psych folk" oder auch "new weird americana" bezeichnet wurde. Die Grenzen zwischen diesen verschiedenen Genres sind fließend. Hier heute drei Beispiele, in denen der Country-Einfluss besonders deutlich hervorsticht.

Bright Eyes, das Bandprojekt um Conor Oberst, veröffentlichte 2005 neben dem elektronischen Digital ash in a digital urn auch ein traditionell gehaltenes Album mit dem Titel I'm wide awake, it's morning mit niemand geringerem als Emmylou Harris als Background-Sängerin. Zwischen den Versionen mit Harris und späteren Live-Versionen ohne sie liegen übrigens Welten, insbesondere bei Titeln wie We are nowhere and it's now:

Als ziemlich country-lastig empfand ich auch das zweite Album von Alela Diane, To be still. Hiervon der Song White as diamonds:

Einen eindeutigen Bezug auf Country und Bluegrass fand man insbesondere bei 16 Horsepower, die aber zugleich Bezug auf düstere Rockmusik à la Joy Division und Nick Cave nahmen, und oft religiöse Thematiken auf eine etwas "gothische" Manier behandelten. Hier der Outlaw Song vom letzten Studioalbum Folklore (2002):

September 22, 2012

Both kinds of music (122): Cash post mortem

Am 12. September 2003 starb Johnny Cash im Alter von 71 Jahren, nur vier Monate nach June Carter Cash. Als letztes Album war 2002 das ausgesprochen düstere American IV: The man comes around erschienen, u.a. mit dem Hit Hurt (eine Nine Inch Nails-Coverversion).

Der Tod Cashs bedeutete keineswegs das Ende seiner diskographischen Karriere, loin de là. Bereits im November 2003 erschien das Boxset Unearthed, aus dem 2004 das Gospel-Album My mothers' hymn book ausgekoppelt wurde, das von Cash noch vor seinem Tod als persönlicher Favorit unter seinen Alben (es war das 89.!) bezeichnet worden war. Hieraus der Titel I'm bound for the promised land:

Weitere posthume Veröffentlichungen waren die Kompilation Life, die Boxsets The legend und The complete Columbia Album Collection, die Best-Ofs The Legend of Johnny Cash vol. I und II, June Carter Cash and Johnny Cash: Duets (im Zuge des Films I walk the line), 16 biggest hits, Personal file (mit unveröffentlichten Demos), und die "neuen" Alben American V: A hundred highways und American VI: Ain't no grave. Ein nie endender, posthumer Cash-Flow für Plattenfirma und Erben jedenfalls.
Hier vom bislang letzten Album Ain't no grave der Song Redemption Day (ein Sheryl Crow-Cover!):


September 15, 2012

Both kinds of music (121): Beat around the Bush

Letzten Samstag hatten wir den patriotischen Beitrag zur Bewältigung der Gemütslage der US-amerikanischen Nation nach 9-11, heute haben wir die sich ebenso als patriotisch verstehende Reaktion auf die darauf folgenden Kriege in Afghanistan und im Irak.

Zu Ikonen der Opposition gegen den Irakkrieg im Besonderen und gegen George W. Bushs Präsidentschaft im Allgemeinen wurden ausgerechnet die Dixie Chicks, nachdem sie öffentlich aussagten, dass sie sich schämen würden, dass dieser Präsident der USA aus Texas kommen würde. Aufbald riefen diverse konservative Talkshow-Hosts zum Boykott der Band auf, die so zeitweise als texanische Antwort (avant la lettre) auf Pussy Riot erscheinen konnte (übrigens entschuldigte sich die Sängerin später doch bei Präsident Bush). In der Folge lieferten sie sich dann ein verbales Duell mit Toby Keith und unterstützten den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry. Bei alldem blieb kaum noch Zeit für Musik, und zwischen 2002 und 2006 erschien tatsächlich, marketing-technisch unklug, kein neues Dixie Chicks-Album. 2006 wurde dann im Song Not ready to play nice vom Album Taking the long way die ganze Kontroverse nochmal neu aufgerollt.

Country-Altstar Merle Haggard, der zunächst die Aussagen der Dixie Chicks als unverzeihliche Beleidigung der US-Armee wertete, wurde bald selbst zum Gegner des Irakkriegs, wobei er einen ausgesprochenen isolationistischen Standort einnahm, nach dem Motto Let's rebuild America first (2005):

Neil Young, der im Song Let's roll (2002) noch Rache für 9-11 geschworen hatte, wurde ebenfalls ein ausgesprochener Gegner der Bush-Regierung. Nachdem er 2003 das Konzeptalbum Greendale und 2005 das Country-Album Prairie Wind veröffentlicht hatte, erschien 2006 mit dem (ehrlich gesagt, nicht besonders gelungenen) Album Living with War eine Art Kriegserklärung an Bush, mit dem direkten Aufruf: Let's impeach the President! Im Anschluss vereinigte Young Crosby, Stills und Nash für eine gemeinsame Tournee "gegen Bush", der so unverhofft zu einem Inspirator eines Woodstock-Ära-Revivals wurde.


September 08, 2012

Both kinds of music (120): Nach "nine-eleven"

Die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11.9.2001 blieben natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die Country-Szene. Ohnehin als konservativ konnotiert, folgten schon bald nach dem 11. September Singles, die das Ereignis thematisierten, meistens mit einer Mischung aus Trauer, Pathos und mehr oder weniger ausgeprägten Patriotismus.

Einer der ersten Songs, die nach den Anschlägen, die Charts eroberte, war der bereits im Juli veröffentliche, also überhaupt nicht als Reaktion auf "9-11" intendierte Titel Only in America des Duos Brooks&Dunn, das seitdem auch von George W. Bush, Barack Obama, Newt Gingrich und Mitt Romney (laut Wikipedia) zu Wahlkampfzwecken eingesetzt wurde.

Unter dem direkten Eindruck der Anschläge entstand hingegen die Ballade Where were you when the world stopped turning von Alan Jackson, die mit zu den erfolgreichsten Country-Singles des Jahres 2001 zählte:

Gung-Ho-Patriotismus hingegen war die Antwort des Kanadiers Toby Keith mit dem Song Courtesy of the red, white and blue (the angry American), der mittlerweile fast als Artifakt der Bush-Ära gelten kann. Der Titel war zugleich als Reminiszenz an seinen kurz zuvor verstorbenen Vater gedacht. Angeblich hatte Keith zunächst selbst einige Bedenken, den Titel einzuspielen, und spielte ihn zunächst nur bei Konzerten vor Militärpersonal. Das änderte sich, nachdem der Song pünktlich zum Nationalfeiertag 2002 die Charts einführte und zudem unter heftigen Beschuss geriet, in erster Linie von den Dixie Chicks. Aber dazu mehr das nächste Mal.

September 01, 2012

Both kinds of music (119): O raygun where art thou?

Im Jahr 2000 gab es, entgegen den Erwartungen unserer Vorfahren, zwar weder fliegende Autos noch Städte auf dem Mars, dafür - man höre und staune - ein erneutes Bluegrass-Revival. "Schuld" daran war die Odyssee-Adaptation O Brother where art thou? mit George Clooney bzw. der dazu gehörige Soundtrack. Dies ist zwar eigentlich einem Anachronismus geschuldet, denn der Film spielt in den 1930ern, also bevor Bill Monroe und die Bluegrass Boys den Stil überhaupt entwickelten... offenbar trägt der altertümlich wirkende Sound des Bluegrass zu der Vorstellung bei, dass dieser schon "seit Menschengedenken" existierte...
Den Hit Man of constant sorrow haben wir hier schonmal gebracht, heute also weitere Hits aus dem Soundtrack-Album. Zunächst der Titel Angel Band von den altehrwürdigen Stanley Brothers:


Hier der Sirenen-Song, der bei einer Ulysses-Variante auch nicht fehlen darf. Der Gesang der Sirenen, ein Titel namens Didn't leave nobody but the baby lieferten Gillian Welch, Emmylou Harris und Alison Krauss:

Alison Krauss profitierte überhaupt, als bekannteste zeitgenössische Bluegrass-Sängerin, von ihren Beiträgen zum Soundtrack, und ihr darauf folgendes Album mit der Union Station New Favorite (2001) konnte an diesen Erfolg anknüpfen. Hiervon die Single-Auskopplung The lucky one:

August 25, 2012

Both kinds of music (118): Fiddle like it's 1999

Heute drei Hits des Jahres 1999, bevor wir zu den letzten Folgen dieser endlos erscheinenden Reihe aufbrechen...

Nach Shania Twain waren die erfolgreichsten Country-Interpretinnen der Spätneunziger die Dixie Chicks, deren fünftes Album Fly 1999 erschien und sich über 10 Millionen mal verkaufte, nachdem sie im Vorjahr mit Wide open spaces den Sprung in die Mainstream-Charts geschafft hatten. Von Fly der Titel Sin Wagon:

Den Country-Hit des Jahres landete allerdings die Band Lonestar aus Texas mit der Schnulze Amazed vom Album Lonely Grill:

Das unerwarteste Comeback des Jahres hatte Altstar George Jones mit dem Album Cold hard truth, das Platz 5 der Country-Charts erreichte. Für den Song Choices erhielt er sogar einen Grammy.

August 18, 2012

Both kinds of music (117): Kanada 1, USA 0

Auch nach kurzer Pause bleiben wir im poppigeren Bereich der Country-Musik, denn wir kommen wohl kaum an der Tatsache vorbei, dass 1997 das bis dato erfolgreichste Country-Album aller Zeiten erschienen. Dabei ist das Überraschende, dass dieses Album nicht von US-Interpreten eingespielt wurde, sondern von einer Kanadierin: Shania Twain, deren drittes Album (von bis heute insgesamt vier) Come on over mehr als 40 Millionen mal verkauft wurde - nicht wenige davon sogar in Europa. 

Shania Twain, die übrigens keineswegs mit Mark Twain verwandt ist (beide Namen sind Pseudonyme), begann ihre Karriere in den 1980ern mit lokalen kanadischen Bands namens Longshot und Flirt bevor 1993 ihr Solo-Debut erschien, das sie erstmals über Kanadas Grenzen bekannt machte. 1995 folgte der Durchbruch mit The woman in me. Hiervon der Titel Any man of mine:

Vom Überflieger Come on over bringe ich Man! I feel like a woman. Die Country-Bezüge sind recht minim, wenn man von einer gelegentlichen Steel Guitar-Einlage absieht.

Fünf Jahre später erschien noch Up!, bis dato das rezenteste Album der Kanadierin, mit weiteren Hits I'm gonna getcha good, hier live bei den Country Music Association Awards 2002, auch wenn die Musik mehr mit 1980er Hard Rock gemein hat als mit Hank Williams:

August 04, 2012

Both kinds of music (116): Im Soge der Garthmania

Heute wenden wir uns wieder dem poppigerigen Bereich der Country-Musik zu, und wenden uns drei der erfolgreichsten Country-Sänger der 1990er zu, deren Karriere im Soge der "Garthmania" begann.

Besonders berüchtigt ist wohl Billy Ray Cyrus, übrigens der Vater von Disney-Star Miley Cirus, dessen Debut-Single Achy Breaky Heart die meistverkaufteste Single des Jahres 1992 in den USA war. An diesen Erfolg und den des ersten Albums Some gave all konnte Cyrus nie wieder anknüpfen. Immerhin wurde in den Spätneunzigern die Musik besser, bevor Cyrus nach 2000 sich zunächst zwei Alben mit christlicher Musik aufnahm, dann in der Serie seiner Tochter Hannah Montana mitwirkte, ebenso bei der Show Dancing with the stars, und schliesslich mit Brother Clyde eine Alternative Rock-Band gründete. Hier jedoch ein Titel aus den 1990ern: Trail of Tears vom gleichnamigen Album (1996).

Ebenso wie Cyrus feierte Faith Hill bereits mit ihrer Debut-Single Wild One vom ersten Album Take me as I am (1993) den Durchbruch:

Ab 1998 und dem Album Faith verlass Hill eigentlich das Country-Genre in Richtung Pop, auch wenn sie 2005 mit Fireflies wieder ein Country-lastigeres Album einspielen sollte. In der Zwischenzeit hatte sie mit Tim McGraw einen weiteren Shooting-Star der Country-Musik geheiratet, mit dem sie 1996 zusammen auf Tour ging und mit dem sie in der Folge mehrere Duette aufnahm, wie etwa Let's make love (1999):

Juli 28, 2012

Both kinds of music (115): Die späte Königin des Bluegrass

Nach erster, zweiter, dritter Generation, Progressive Bluegrass, Newgrass und Neotraditional Bluegrass, wurde der Bluegrass in den 1990ern plötzlich wieder charts-kompatibel. Verantwortlich dafür war vor allem eine Frau, die bereits mit 15 ihr erstes Album eingespielt hatte, mit 19 ihren ersten Grammy (von mittlerweile 27!) gewann und mit 21 als jüngstes Mitglied aller Zeiten in die Grand Ole Opry aufgenommen wurde: Alison Krauss. Am erfolgreichsten war Krauss mit ihrer Begleitband Union Station zwischen 1992 und 1999, mit Alben wie Every time you say goodbye (1992) - hiervon der Titelsong:

...oder So long so wrong (1997), das gleich drei Grammy-Awards gewann. Wobei Krauss & Union Station sich auf diesem Album etwa vom traditionellen Bluegrass entfernten, siehe etwa der Titelsong, hier live im britischen Fernsehen 1997:

Eine ganz neue Fanschicht konnte Krauss in jüngeren Jahren entdecken, als sie zusammen mit ex-Led Zeppelin-Sänger Robert Plant das Album Raising Sand (2007) einspielte, auch wenn es für dessen Fans wohl gewöhnungsbedürftiger war. Hier ein Medley von zwei Songs vom Album (Rich Woman/Gone Gone Gone (Done moved on)), live bei der diesjährigen Grammy-Show:

Juli 21, 2012

Both kinds of music (114): Onkel Tupelos Neffen

Nicht Tick, Trick und Track, sondern Wilco, Son Volt und The Bottle Rockets... gleich drei Bands gingen aus Uncle Tupelo hervor.

Bereits 1992 bildeten sich die Bottle Rockets um den zeitweiligen Tupelo-Gitarristen Brian Henneman und gehörten bald zu deren Hauptkonkurrenten im Alternative Country-Genre. Hier eine aufgespeedte Version von Radar Gun, der erfolgreichsten Single der Rockets vom zweiten Album The Brooklyn Side (1994):

Die eigentliche Nachfolge-Band von Uncle Tupelo ist Wilco um den Sänger Jeff Tweedy. Die Band, die insbesondere in der Independant-Szene aktiv ist, hat in gewisser Weise den Post-Byrds Country-Rock der 1970er in das neue Jahrtausend geführt. Sogar Tweedys Stagedress erinnert an Gram Parsons, wie hier beim Titel Monday vom zweiten Album Being there (1996):

Weniger erfolgreich war Gitarrist Jay Farrar mit seiner Band Son Volt, die bereits 1999 ihren Major-Vertrag mit Warner Brothers verlor. Farrar hat seitdem die Band nach Gutdünken aufgelöst und reformiert und 2006 das ganze Personal ausgetauscht. Nichtsdestotrotz sind Son Volt ebenfalls bis heute aktiv. Der folgende Titel Live Free (hier live in St. Louis) stammt vom Debut-Album Trace (1995):

Juli 14, 2012

Both kinds of music (113): Emmylou Harris in den Neunzigern

Emmylou Harris, nunmehr mit schneeweissem Haar, löste 1991 ihre Hot Band auf, mit der sie seit den 1970ern zusammengearbeitet hatte. Dies tat jedoch der Qualität ihrer Alben keinen Abbruch, auch wenn ihre Verkaufszahlen einbrachen und Harris von den Country-Radiostationen mehr und mehr zugunsten von Garth Brooks und co. ignoriert wurde.

Drei Beispiele für Harris-Werke aus den Neunzigern:
Lodi, ein alter Creedance Clearwater Revival, live mit den Nash Ramblers 1991; eine weitere Version erschien 1992 auf dem Live-Album At the Ryman.

Orphan Girl und Blackhawk, hier begleitet vom Produzenten Daniel Lanois samt Band, vom 1995er Album Wrecking Ball:

1917, mit Linda Ronstadt, vom gemeinsamen Album Western Wall (The Tucson Sessions), erschienen 1999:

Juli 07, 2012

Both kinds of music (112): Cash in den Neunzigern

Ganz neue Zielgruppen konnte der "Man in Black" in den 1990ern erobern, als er zusammen mit dem Hip Hop- und Metal-Produzenten Rick Rubin (der bis dahin etwa Run DMC und Public Enemy, aber auch Slayer und Danzig produziert hatte, das Album American Recordings einspielte, das zugleich die Geburt des gleichnamigen Labels markierte (zuvor: "Def American"). Das Album enthielt unter anderem Cash-Versionen von Songs von Glenn Danzig (Thirteen), Leonard Cohen und Tom Waits, neben alten und neuen Titeln von Cash selber.

Aufgrund des großen, kritischen wie kommerziellen, Erfolgs des Albums setzten Rubin und Cash die gleiche Formel 1996 auf Unchained fort, diesmal unter anderem mit Covern von Soundgarden und Beck, sowie Gastauftritten von Tom Petty, Flea von den Red Hot Chili Peppers sowie Lindsey Buckingham und Mick Fleetwood von Fleetwood Mac. Hier der Titel Spiritual, geschrieben von Josh Haden:

Der dritte von mittlerweile sechs Alben in der "American-Reihe" erschien im Jahr 2000 als American III - Solitary Man, auf dem Cash unter anderem Solitary Man von Neil Diamond, One von U2 und I see a darkness von Bonnie "Prince" Billy coverte.

Juni 30, 2012

Both kinds of music (111): Der nicht mehr so junge Neil

Nachdem der ewig produktive Neil Young Anfang der 1980er eine gewisse Schaffenskrise hatte (erinnert sich noch jemand an das Album Re-Ac-Tor?) und sich dann in verschiedenen Musikrichtungen versuchte (Synthie-Pop, Rockabilly, R&B...) und auch wieder ein traditionelles Country-Album mit dem Titel Old Ways (1985) einspielte, war nach seiner erneuten Zusammenarbeit mit Crazy Horse auf dem Album Ragged Glory (1990) Anfang der 1990er als angeblicher "Godfather of Grunge" wieder in aller Munde. 1992 jährte sich zudem der 20. Geburtstag des Albums Harvest und Young tat sich wieder mit Linda Ronstadt, James Taylor und den Stray Gators zusammen und spielte das "Sequel" Harvest Moon ein. Hiervon der Titelsong...

...und Unknown legend.

Im darauf folgenden Jahr erschien mit Lucky Thirteen eine eklektizistische Sammlung von Outtakes aus den 1980ern, darunter auch der ursprünglich für Old ways vorgesehene Depression Blues (dazu passt das minimalistische Video ;-) ).

Juni 23, 2012

Both kinds of music (110): Mir wëlle jo Texaner sinn

Haut op "Kinneksgebuertsdag" (deen den 23. Juni gefeiert gëtt, well d'Charlotte den 23. Januar Gebuertsdag haat - don't ask - méi sënnvoll wier et jo vlaicht, d'Verfassung vun 1848 ze feieren, déi een 23. Juni gestëmmt guef) ass et un der Zäit och emol ee Blëck op "onsen" Country-Sänger, de Buffalo C. Wayne, ze werfen, och wa mir domadder streng gesinn, d'Chronologie e bësschen verloossen. Allerdengs brengen ech de Buffalo awer mat den Nonnzeger a Verbindung, waarscheinlech well ech hien do live in Concert erliewt hun - beim Meesebuerger Schlass, si je ne me trompe.

De Buffalo C. Wayne war schons mat 15 Joer an der Rock-Band The Pink Five aktiv an huet op Thé-dansants a Baler gespillt. 1979 huet hien den Country-Sänger (a spéidere Schauspiller a Mann vum Julia Roberts) Lyle Lovett begéint, eng Frëndschaft déi bis haut undauert. Drai Joër méi spéit huet de Buffalo d'Buffalo Wayne Band gegrënnt, spéider huet hien mat The Rogues gespillt, bei deenen eng ganz Rei bekannt Session-Musiker vun Nashville matgemach hun. De Buffalo C. Wayne ass Member vun der Country Music Academy an der Nashville Songwriters Association.

Hei drai Titelen:
Her Daddy's got a gun

Geronimo

Hooked on a redneck girl

Juni 16, 2012

Both kinds of music (109): A class of her own

Eine gewisse Alternative zum Stadion-Country von Brooks bot Anfang der 1990er Mary Chapin Carpenter, die mit ihrer Mischung aus Country, Folk und Rock gleich viermal in Folge (1992-1995) den Grammy für die "Best Country Vocal Performance" gewann.

Carpenters Karriere hatte 1987 recht unauffällig mit dem Folk-Album Hometown Girl begonnen, es folgten das country-lastigere State of the heart (1989) und Shooting straight in the dark (1990). Ein Highlight des letzteren Albums war die Single Down at the twist and shout, bei der Carpenter von der Cajun-Band Beausoleil begleitet wurde:

Das erfolgreichste Album von Carpenter bleibt das 1992 erschienene Come on Come on mit gleich sieben Hits auf den Country-Charts; hier der rockigere Titel I feel lucky:

Zur gleichen Zeit wurde Carpenter auch zunehmend als Songwriterin wahrgenommen; so schrieb sie unter anderem für Wynonna Judd, Cindy Lauper, später auch für Trisha Yearwood. Den Titel Stones in the road, den sie 1992 für Joan Baez schrieb, übernahm sie 1994 selber als Titelsong ihres fünften Albums; Stones in the road wurde später von der Webseite Country Universe zum besten zeitgenössischen Country-Album schlechthin gekürt. Hier der Titelsong, im Duett mit Baez: