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September 15, 2012

Both kinds of music (121): Beat around the Bush

Letzten Samstag hatten wir den patriotischen Beitrag zur Bewältigung der Gemütslage der US-amerikanischen Nation nach 9-11, heute haben wir die sich ebenso als patriotisch verstehende Reaktion auf die darauf folgenden Kriege in Afghanistan und im Irak.

Zu Ikonen der Opposition gegen den Irakkrieg im Besonderen und gegen George W. Bushs Präsidentschaft im Allgemeinen wurden ausgerechnet die Dixie Chicks, nachdem sie öffentlich aussagten, dass sie sich schämen würden, dass dieser Präsident der USA aus Texas kommen würde. Aufbald riefen diverse konservative Talkshow-Hosts zum Boykott der Band auf, die so zeitweise als texanische Antwort (avant la lettre) auf Pussy Riot erscheinen konnte (übrigens entschuldigte sich die Sängerin später doch bei Präsident Bush). In der Folge lieferten sie sich dann ein verbales Duell mit Toby Keith und unterstützten den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry. Bei alldem blieb kaum noch Zeit für Musik, und zwischen 2002 und 2006 erschien tatsächlich, marketing-technisch unklug, kein neues Dixie Chicks-Album. 2006 wurde dann im Song Not ready to play nice vom Album Taking the long way die ganze Kontroverse nochmal neu aufgerollt.

Country-Altstar Merle Haggard, der zunächst die Aussagen der Dixie Chicks als unverzeihliche Beleidigung der US-Armee wertete, wurde bald selbst zum Gegner des Irakkriegs, wobei er einen ausgesprochenen isolationistischen Standort einnahm, nach dem Motto Let's rebuild America first (2005):

Neil Young, der im Song Let's roll (2002) noch Rache für 9-11 geschworen hatte, wurde ebenfalls ein ausgesprochener Gegner der Bush-Regierung. Nachdem er 2003 das Konzeptalbum Greendale und 2005 das Country-Album Prairie Wind veröffentlicht hatte, erschien 2006 mit dem (ehrlich gesagt, nicht besonders gelungenen) Album Living with War eine Art Kriegserklärung an Bush, mit dem direkten Aufruf: Let's impeach the President! Im Anschluss vereinigte Young Crosby, Stills und Nash für eine gemeinsame Tournee "gegen Bush", der so unverhofft zu einem Inspirator eines Woodstock-Ära-Revivals wurde.


August 25, 2012

Both kinds of music (118): Fiddle like it's 1999

Heute drei Hits des Jahres 1999, bevor wir zu den letzten Folgen dieser endlos erscheinenden Reihe aufbrechen...

Nach Shania Twain waren die erfolgreichsten Country-Interpretinnen der Spätneunziger die Dixie Chicks, deren fünftes Album Fly 1999 erschien und sich über 10 Millionen mal verkaufte, nachdem sie im Vorjahr mit Wide open spaces den Sprung in die Mainstream-Charts geschafft hatten. Von Fly der Titel Sin Wagon:

Den Country-Hit des Jahres landete allerdings die Band Lonestar aus Texas mit der Schnulze Amazed vom Album Lonely Grill:

Das unerwarteste Comeback des Jahres hatte Altstar George Jones mit dem Album Cold hard truth, das Platz 5 der Country-Charts erreichte. Für den Song Choices erhielt er sogar einen Grammy.