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Oktober 20, 2012

Both kinds of music (Schluss)

Zum Abschluss der Country&Western-Reihe heute einfach eine Auswahl meiner Lieblingscountrytitel, in chronologischer Reihenfolge. Die meisten kamen schon einmal vor, andere hingegen hatte ich übergangen:


The Carter Family - No depression in Heaven (1936)


Hank Williams - There's a tear in my beer (1950-51?)


Brenda Lee - I'm sorry (1960)


Patsy Montana - Yodeling Ghost (1964)


George Harrison - Behind that locked door (1970)


Elvis Presley - Ghost riders in the sky (1970)


Gram Parsons & Emmylou Harris - In my hour of darkness (1974)


Johnny Cash, June Carter Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins - I saw the light (1981)


Jello Biafra & Mojo Nixon - Love me I'm a liberal (1994)



Hank Williams III - The rebel within (2010)

September 22, 2012

Both kinds of music (122): Cash post mortem

Am 12. September 2003 starb Johnny Cash im Alter von 71 Jahren, nur vier Monate nach June Carter Cash. Als letztes Album war 2002 das ausgesprochen düstere American IV: The man comes around erschienen, u.a. mit dem Hit Hurt (eine Nine Inch Nails-Coverversion).

Der Tod Cashs bedeutete keineswegs das Ende seiner diskographischen Karriere, loin de là. Bereits im November 2003 erschien das Boxset Unearthed, aus dem 2004 das Gospel-Album My mothers' hymn book ausgekoppelt wurde, das von Cash noch vor seinem Tod als persönlicher Favorit unter seinen Alben (es war das 89.!) bezeichnet worden war. Hieraus der Titel I'm bound for the promised land:

Weitere posthume Veröffentlichungen waren die Kompilation Life, die Boxsets The legend und The complete Columbia Album Collection, die Best-Ofs The Legend of Johnny Cash vol. I und II, June Carter Cash and Johnny Cash: Duets (im Zuge des Films I walk the line), 16 biggest hits, Personal file (mit unveröffentlichten Demos), und die "neuen" Alben American V: A hundred highways und American VI: Ain't no grave. Ein nie endender, posthumer Cash-Flow für Plattenfirma und Erben jedenfalls.
Hier vom bislang letzten Album Ain't no grave der Song Redemption Day (ein Sheryl Crow-Cover!):


Juli 07, 2012

Both kinds of music (112): Cash in den Neunzigern

Ganz neue Zielgruppen konnte der "Man in Black" in den 1990ern erobern, als er zusammen mit dem Hip Hop- und Metal-Produzenten Rick Rubin (der bis dahin etwa Run DMC und Public Enemy, aber auch Slayer und Danzig produziert hatte, das Album American Recordings einspielte, das zugleich die Geburt des gleichnamigen Labels markierte (zuvor: "Def American"). Das Album enthielt unter anderem Cash-Versionen von Songs von Glenn Danzig (Thirteen), Leonard Cohen und Tom Waits, neben alten und neuen Titeln von Cash selber.

Aufgrund des großen, kritischen wie kommerziellen, Erfolgs des Albums setzten Rubin und Cash die gleiche Formel 1996 auf Unchained fort, diesmal unter anderem mit Covern von Soundgarden und Beck, sowie Gastauftritten von Tom Petty, Flea von den Red Hot Chili Peppers sowie Lindsey Buckingham und Mick Fleetwood von Fleetwood Mac. Hier der Titel Spiritual, geschrieben von Josh Haden:

Der dritte von mittlerweile sechs Alben in der "American-Reihe" erschien im Jahr 2000 als American III - Solitary Man, auf dem Cash unter anderem Solitary Man von Neil Diamond, One von U2 und I see a darkness von Bonnie "Prince" Billy coverte.

März 03, 2012

Both kinds of music (94): Das Gegenteil von Backstreet Boys

Das Country-Ereignis des Jahres 1985 war die Veröffentlichung des Albums Highwayman, das gemeinsam von Johnny Cash, Waylon Jennings, Kris Kristofferson und Willie Nelson eingespielt wurde. Dem Album vorausgegangen war die gleichnamige Single Highwayman, eine Coverversion eines Titels von Jimmy Webb, die auf Anhieb Platz 1 der Country-Charts erreichte.

Die Nachfolge-Single Desperados waiting for a train war ebenso erfolgreich. Hier eine Aufnahme aus dem New Yorker Central Park von der ersten gemeinsamen Tour der vier als Band The Highwaymen im Jahr 1990:

Der Tour voraus ging das Album Highwayman II , wieder unter der Interpretenangabe "Nelson, Cash, Jennings, Kristofferson". Erst das dritte und letzte Album The road goes on forever (1995) wurde offiziell unter dem eingebürgerten Namen "Highwaymen" veröffentlicht. Zur Promotion dieses Albums traten die vier alten Männer auch mit dem Titel It is what it is in der David Letterman Show auf:

Januar 21, 2012

Both kinds of music (88): Cash in den Achtzigern

Nachdem Rosanne Cash 1978 ihr Debüt-Album mit deutschen Musikern einspielte und bei Ariola veröffentlichte, gelang ihr 1981 der Durchbruch in den USA mit dem dritten (bzw. zweiten US-) Album Seven Year Ache und gleich drei dort enthaltenen Nummer 1-Hits der Country-Single-Charts. Hier eine Aufnahme des Titelsongs aus dem Jahr 1983, mit Ehemann Rodney Crowell an der E-Gitarre:

Den wohl größten Erfolg feierte die Tochter des Man in Black 1985 mit dem sehr poppigen I don't know why you don't want me vom Album Rhythm&Romance, ebenfalls entstanden in Zusammenarbeit mit Rodney Crowell:

"Richtige" Country-Musik konnte Rosanne Cash aber auch, wie hier im "Quartett" mit Vater Johnny und den Everly Brothers: Ballad of a Teenage Queen, erschienen 1988 auf dem Johnny Cash-Album Water from the wells of home.

Dezember 24, 2011

Both kinds of music (84): Weihnachtslieder

Natürlich unterließen es die unterschiedlichsten Country-Stars auch in den 1970ern nicht, ihre Interpretationen von alten und neuen Weihnachtsliedern einzuspielen, und auch der fernsehende Countryfan kam an Weihnachten nicht um diverse Christmas Specials herum, so unter anderem die jährlichen Specials von Johnny Cash. In dieser schönen Aufnahme aus dem Fernsehspecial 1976 singen Ehefrau June und die drei Schwägerinnen (die Carter Sisters) das Lied In the pines:

Wem das jetzt nicht weihnachtlich (i.e. kitschig) genug war, kann sich diese Version aus Cashs 1978er Show des alten Bill Monroe-Titels Christmas time's a-coming mit June, Kris Kristofferson und dessen Gefährtin Rita Coolidge reinziehen:

Das wohl beste Weihnachtsalbum der Country-Musik veröffentlichte allerdings 1979 Emmylou Harris mit Light of the stable. Hieraus der Titel The first Noel, ein altes englisches Weihnachtslied aus dem 18. Jahrhundert:

September 03, 2011

Both kinds of music (68): Cash in den Siebzigern

Die 1970er begannen für Johnny Cash einerseits mit der Einstellung seiner TV-Show (1971), andererseits mit einem Hit-Duett mit seiner Ehefrau June Carter Cash, If I were a carpenter (1970):

Im Mai 1971 erschien das Album Man in Black, ein Titel den Cash seitdem als Beiname begleitet hat. Das Album ist von ernsten Songs geprägt, die sich unter anderem mit dem Vietnamkrieg und Cashs christlichem Glauben auseinandersetzen. Hier der Titeltrack, den Cash auch anlässlich einer Performance für Präsident Nixon spielte, zu dem anschließend ein freundliches Verhältnis entwickelte:


Cash veröffentlichte über 30 Alben in den 1970ern (plus unzählige Compilations), von denen allerdings nur einige einen nachhaltigen Eindruck hinterließen, so etwa das 1974 erscheinende Album Ragged Old Flag. Aus dem gleichen Jahr stammt auch diese Version von Arlo Guthries Klassiker City of New Orleans:

August 27, 2011

Both kinds of music (67): Der junge Neil

Nachdem 1968 Buffalo Springfield auseinander brach, versuchte sich der kanadische Gitarrist Neil Young als Solo-Interpret, zunächst mit einem nur mäßig erfolgreichen Debüt-Album, von dem er sich seitdem distanziert hat. Schon anlässlich des zweiten Album Everybody knows this is nowhere (1969) mit der Band Crazy Horse (ehemals die Rockets) bildete Young jedoch seinen klassischen Stil heraus, eine Mischung aus verschrammelten Hard Rock, Folk und Countryelementen (zugleich erfand Young den erst mehr als zwanzig Jahre später populären Grunge-Look). Der Bezug auf Country-Musik wurde noch stärker beim dritten Album After the Gold Rush, das kurz nach dem CSNY-Album Déjà Vu erschien. Hier der gleichnamige Titelsong:


Im Februar 1971 machte sich Young auf nach Nashville, um in der Johnny Cash Show aufzutreten, wo er auch einen neuen Song spielte, die Heroin-Ballade The needle and the damage done.


Bei dieser Gelegenheit wurde Young angeboten, zu Studio Sessions in Nashville zu bleiben. Aus diesen Sessions, die er ohne Crazy Horse, dafür mit einer Reihe Country-Musikern und Stargästen einspielte, entstand Youngs (immer noch) erfolgreichstes Album Harvest (erschienen 1972). Der bekannteste Song daraus, Heart of Gold, spielte Young erstmals kurz nach dem Auftritt bei Johnny Cash, am 23. Februar 1971, in einem Konzert für die BBC:

Juli 23, 2011

Both kinds of music (62): Wurzellose Countrypoliten

Haben wir uns in den letzten Wochen auf die Anfänge des Country-Pop an der Westküste fokussiert, kehren wir diese Woche wieder zurück zum kommerzielleren Nashville Sound, der in den späten 1960ern zum sog. Countrypolitan (Country + Metropolitan) resp. zum Country-Pop mutierte.

Eine herausragende Newcomerin in den späten 1960ern war, neben Lynn Anderson, auf die wir noch zurückkommen werden, Dolly Parton aus Sevierville, Tennessee, die 1967 als Co-Moderatorin in der Porter Wagoner Show debütierte. Im gleichen Jahr erschien die Single Dumb Blonde, mit der sie ihren ersten Auftritt bei Porter Wagoner eröffnete:

Einer der erfolgreichsten Interpreten im streicherlastigen Nashville-Stil war der ehemalige Beach Boys-Tourmusiker Glen Campbell, mit Hits wie By the time I get to Phoenix (1967), Wichita Lineman (1968) oder den Titelsong des John Wayne-Films True Grit, hier live in der Johnny Cash Show 1969:


Ein weiterer sehr erfolgreicher Interpret im kommerzielleren Segment der Country-Musik war Charley Pride, der 1967 als erster schwarzer Interpret seit DeFord Bailey (der zuletzt 1941 dort aufgetreten war) in der Grand Ole Opry spielte. Hier ein Auftritt aus dem Jahr 1969 in der Lawrence Welk Show mit dem Klassiker Kaw-Liga von Hank Williams:

Juni 18, 2011

Both kinds of music (57): Cash in den Sechzigern

Nachdem er es ab Ende der 1950er "geschafft" hatte, und die ganzen 1960er hindurch weiterhin Hits hatte, auch Crossover-Hits in den Pop-Charts wie Ring of fire (1963) und Jackson (1967, im Duett mit June Carter)...


...war Johnny Cash aus dem Country-Establishment nicht mehr weg zu denken. Nichtsdestotrotz waren der Großteil der 1960er eine der schwierigsten Phasen in Cash' Leben, da er immer tiefer im Drogenrausch versank, insbesondere Amphetamin-süchtig war und auch sonst alles mögliche ausprobierte. Dieser Lebensstil führte zu mehreren Auseinandersetzungen mit dem Gesetz. 1965 wurde er gleich dreimal verhaftet, einmal auf Verdacht des Drogenschmuggels (es konnten allerdings nur legale Medikamente gefunden werden, diese allerdings in sehr hohen Mengen), dann wegen... Blümchen pflücken auf Privatgelände, allerdings auch wegen eines (unfreiwillig ausgelösten) Waldbrandes im Los Padres Nationalwald in Kalifornien, dem 49 Geier zum Opfer fielen. Eine Wende in Cash' Leben kam Anfang 1968, nach einem Selbstmordversuch in der Nickajack-Höhle in Tennessee, der ein spirituelles Erweckungserlebnis auslöste (die Drogen und die Atmosphäre in der Höhle mögen dazu beigetragen haben). Cash schränkte seinen Drogenkonsum etwas ein - ganz "sauber" wurde er erst 1992 - und heiratete am 1. März June Carter. Bereits zuvor, am 13. Januar hatte Johnny Cash im Folsom-Gefängnis in Kalifornien ein Konzert gespielt, das im Mai '68 als Live-Album erschien, und mit zu Cash' künstlerisch und kommerziell erfolgreichsten Alben zählt. Die Single-Auskopplung Folsom Prison Blues (ursprünglich bereits 1955 veröffentlicht) wurde ein erneuter Hit in den Country- und Pop-Charts. Hier ein Auftritt in der Grand Ole Opry mit Carl Perkins aus dem gleichen Jahr:

1969 folgte ein zweites "Gefängnis-Album" mit At San Quentin. Im gleichen Jahr veröffentlichte Cash The Holy Land, in dem er seine Eindrücke einer Israel-Reise verarbeitete, sang auf Bob Dylans Album Nashville Skyline, besuchte die G.I.s in Vietnam und startete seine eigene TV-Show The Johnny Cash Show auf ABC, in der er mit verschienen Rock-, Folk- und Countrygrößen auftrat. So z.B. sang Cash dort im Duett mit Roy Orbison den alten R'n'R-Klassiker Oh, Pretty Woman:

Mai 21, 2011

Both kinds of music (53): 1-2-3-What are we fighting for?

Stand die Country-Musik im zweiten Weltkrieg ohne Wenn und Aber auf Seiten der US Army (z.B. Smoke on the water von Roy Acuff), nahm selbst sie in den 1960ern gegenüber dem Vietnam-Krieg eine ambivalentere Haltung ein. Direkte Protestsongs à la I feel like I'm fixing to die waren im mehrheitlich konservativ geprägten Country-Milieu zwar weniger zu erwarten, der Hurrapatriotismus war diesmal allerdings deutlich mit Melancholie, Trauer und Fragen vermischt, vielleicht am besten ausgedrückt in Loretta Lynns prägnanten Song Dear Uncle Sam (veröffentlicht im Januar 1966):


Im Februar 1966 veröffentlichte Trucker-König Dave Dudley den vom späteren Country Rock-Star Kris Kristofferson geschriebenen Vietnam Blues aus der Sicht eines angehenden Soldaten, der gegen die Antikriegsbewegung gerichtet war und sicherlich als Pro-Kriegssong gelten kann, aber doch auch eben den Vietnam Blues der USA ausdrückt (hier allerdings Kris Kristoffersons spätere Auseinandersetzung mit dem eigenen Song):

1969 besuchten Johnny und June Carter Cash die amerikanischen Truppen in Vietnam, und der Man in Black berichtete darüber in seinem Singin' in Vietnam Talking Blues. Im selben Geist spielte er 1970 den alten Gospel-Song Peace in the valley mit der Carter Family, den Satler Brothers und Carl Perkins ein, wobei die erklärte Unterstützung der "Bemühungen Präsident Nixons für einen gerechten Frieden" wohl kaum Punkte bei der friedensbewegten Jugend sammeln konnte:

März 26, 2011

Both kinds of music (45): White men can't jump

Anfang 1962 überraschte der Soul / R&B-Sänger Ray Charles, nach dem er zuvor bereits Ausflüge in den Jazz und die Gospel-Musik unternommen hatte, das US-amerikanische Publikum mit dem Album Modern Sounds in Country and Western, das völlig im Stil des zeitgenössischen Nashville-Sounds gehalten war. Vor dem innenpolitischen Hintergrund des Civil rights movement zur Überwindung der Rassensegregation und der Jim Crow-Laws galt ein schwarzer Sänger, der "weiße" Musik wie Country (unbeachtet dessen dass der erste Interpret, der in der Grand Ole Opry aufgetreten, der schwarze DeFord Bailey gewesen war) spielte, als subversiv und unvermarktbar, da der "weiße" und der "schwarze" Musikmarkt trotz Elvis immer noch als getrennte Einheiten wahrgenommen wurden. Nichtsdestotrotz zog Ray Charles sein Ding durch und hatte damit Erfolg. Noch vor Jahresende folgte bereits das Folgealbum Modern Sounds in Country and Western, Vol. 2, und viele der auf den zwei Alben interpretierten Songs gehörten alsbald zu Standards auf Charles' Konzerten.

Take these chains from my heart (Vol. 2, hier live in Brasilien 1963):


Don Gibsons I can't stop loving you (Vol. 1, hier live in der Dick Cavett Show 1973):


1970 war Ray Charles auch ein gern gesehener Gast in der Johnny Cash Show, unter anderem mit dieser souligen Version von Cashs Ring of fire:

März 05, 2011

Both kinds of music (42): Die Urbanisierung der Country-Musik

Vor sechs Wochen bin ich bereits auf die Anfänge des Nashville Sounds eingegangen, der Ende der 1950er und Anfang die 1960er eindeutig zur dominierenden Richtung in der Country-Musik wurde. Der von Produzenten wie Chet Atkins und Owen Bradley entworfene "smoothere" Sound sollte Country vom ruralen Hillbilly-Image lösen und großstadtkompatibel  machen. Nicht zufällig nahmen Interpreten wie Ray Price, ursprünglich ein Vertreter des Honky Tonk-Stils, Titel wie City lights auf und landeten damit No. 1-Hits in den Country-Charts (1958, hier in einer TV-Aufnahme ca. 1962):

Nicht nur in den Country-Charts vorne, auch auf No. 5 der Pop-Charts landete 1961 Leroy Van Dyke mit Walk on by, nach Berechnungen des Billboard-Magazins aus dem Jahre 1994 die meistverkaufteste Country-Single überhaupt (hier in einer TV-Aufnahme von 1965, mit Orgel-Begleitung!):

Ein typisches Merkmal des Nashville-Sounds war das Klavierspiel von Floyd Cramer, der u.a. auch schon auf Elvis Presley-Platten zu hören war. 1960 gelang Cramer selber mit dem Instrumental Last date ein Hit. Aber lassen wir niemand anderen als Johnny Cash die Geschichte erzählen (in einer TV-Aufnahme ca. 1970-71):

Januar 15, 2011

Both kinds of music (35): Cash in den Fünfzigern

Neben Presley und Perkins war ein weiterer herausragender Interpret von Sun Records der junge, 1932 in Kingland, Arkansas, geborene Johnny Cash. Cashs frühe Aufnahmen stehen dann auch ganz in der Tradition des Label-Sounds, d.h. Cash und seine kleine Begleitband, die Tennessee Two (Luther Perkins an der Gitarre, Marshall Grant am Bass, kein Schlagzeug) spielten im gerade angesagten Rockabilly-Stil. Ein Beispiel hierfür: Get Rhythm aus dem Jahr 1956, hier in einer TV-Aufnahme von 1958 (mit einer bereits ausgebauten Begleitband):


1956 nahmen Cash und die Tennessee Two auch bereits einen der bekanntesten Titel des späteren "Man in Black" auf: I walk the line.


Am 4. Dezember 1956 besuchte der mittlerweile bei einem Major-Label, RCA, untergekommene Elvis Presley die Studios von Sun Records und es entwickelte sich bei der Gelegenheit eine spontane Jam-Session zwischen Presley und den drei anderen Sun-Größen: Cash, Perkins und Jerry Lee Lewis, eine Verbindung, die mittlerweile als Million Dollar Quartet in die Mythenwelt der Rock-Geschichte eingegangen ist. Aus dieser Session der Titel Just a little talk with Jesus:

Juni 20, 2010

Both kinds of music (5): Country's First Family

Zeitgleich zu Jimmie Rodgers feierten auch A.P. Carter aus Maces Springs, Virginia, seine Ehefrau Sara, geborene Dougherty, und seine Schwägerin Maybelle (die auch Saras Cousine war) als Carter Family Erfolge und waren im wesentlichen neben Rodgers die Mitbegründer der modernen Country-Musik. Allein in den Jahren 1927-1932 veröffentlichte die Carter Family eine Unmenge von Titeln, die ins Standardrepertoire der Country- wie der Bluegrass-Musik eingingen, wie zum Beispiel:

Keep on the sunny side (1928)


oder Can the circle be unbroken? (Bye and bye) (1928)


Nach A.P.s und Saras Scheidung 1939 trennte sich die ursprüngliche Carter Family Anfang der 1940er Jahre. Maybelle machte mit ihren drei Töchtern Anita, Helen und June als Mother Maybelle and the Carter Sisters weiter, später auch unter dem Namen The Carter Family. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1960 mit Junes späterem Ehemann Johnny Cash:

Were you there?