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Oktober 20, 2012

Both kinds of music (Schluss)

Zum Abschluss der Country&Western-Reihe heute einfach eine Auswahl meiner Lieblingscountrytitel, in chronologischer Reihenfolge. Die meisten kamen schon einmal vor, andere hingegen hatte ich übergangen:


The Carter Family - No depression in Heaven (1936)


Hank Williams - There's a tear in my beer (1950-51?)


Brenda Lee - I'm sorry (1960)


Patsy Montana - Yodeling Ghost (1964)


George Harrison - Behind that locked door (1970)


Elvis Presley - Ghost riders in the sky (1970)


Gram Parsons & Emmylou Harris - In my hour of darkness (1974)


Johnny Cash, June Carter Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins - I saw the light (1981)


Jello Biafra & Mojo Nixon - Love me I'm a liberal (1994)



Hank Williams III - The rebel within (2010)

Juni 18, 2011

Both kinds of music (57): Cash in den Sechzigern

Nachdem er es ab Ende der 1950er "geschafft" hatte, und die ganzen 1960er hindurch weiterhin Hits hatte, auch Crossover-Hits in den Pop-Charts wie Ring of fire (1963) und Jackson (1967, im Duett mit June Carter)...


...war Johnny Cash aus dem Country-Establishment nicht mehr weg zu denken. Nichtsdestotrotz waren der Großteil der 1960er eine der schwierigsten Phasen in Cash' Leben, da er immer tiefer im Drogenrausch versank, insbesondere Amphetamin-süchtig war und auch sonst alles mögliche ausprobierte. Dieser Lebensstil führte zu mehreren Auseinandersetzungen mit dem Gesetz. 1965 wurde er gleich dreimal verhaftet, einmal auf Verdacht des Drogenschmuggels (es konnten allerdings nur legale Medikamente gefunden werden, diese allerdings in sehr hohen Mengen), dann wegen... Blümchen pflücken auf Privatgelände, allerdings auch wegen eines (unfreiwillig ausgelösten) Waldbrandes im Los Padres Nationalwald in Kalifornien, dem 49 Geier zum Opfer fielen. Eine Wende in Cash' Leben kam Anfang 1968, nach einem Selbstmordversuch in der Nickajack-Höhle in Tennessee, der ein spirituelles Erweckungserlebnis auslöste (die Drogen und die Atmosphäre in der Höhle mögen dazu beigetragen haben). Cash schränkte seinen Drogenkonsum etwas ein - ganz "sauber" wurde er erst 1992 - und heiratete am 1. März June Carter. Bereits zuvor, am 13. Januar hatte Johnny Cash im Folsom-Gefängnis in Kalifornien ein Konzert gespielt, das im Mai '68 als Live-Album erschien, und mit zu Cash' künstlerisch und kommerziell erfolgreichsten Alben zählt. Die Single-Auskopplung Folsom Prison Blues (ursprünglich bereits 1955 veröffentlicht) wurde ein erneuter Hit in den Country- und Pop-Charts. Hier ein Auftritt in der Grand Ole Opry mit Carl Perkins aus dem gleichen Jahr:

1969 folgte ein zweites "Gefängnis-Album" mit At San Quentin. Im gleichen Jahr veröffentlichte Cash The Holy Land, in dem er seine Eindrücke einer Israel-Reise verarbeitete, sang auf Bob Dylans Album Nashville Skyline, besuchte die G.I.s in Vietnam und startete seine eigene TV-Show The Johnny Cash Show auf ABC, in der er mit verschienen Rock-, Folk- und Countrygrößen auftrat. So z.B. sang Cash dort im Duett mit Roy Orbison den alten R'n'R-Klassiker Oh, Pretty Woman:

Januar 15, 2011

Both kinds of music (35): Cash in den Fünfzigern

Neben Presley und Perkins war ein weiterer herausragender Interpret von Sun Records der junge, 1932 in Kingland, Arkansas, geborene Johnny Cash. Cashs frühe Aufnahmen stehen dann auch ganz in der Tradition des Label-Sounds, d.h. Cash und seine kleine Begleitband, die Tennessee Two (Luther Perkins an der Gitarre, Marshall Grant am Bass, kein Schlagzeug) spielten im gerade angesagten Rockabilly-Stil. Ein Beispiel hierfür: Get Rhythm aus dem Jahr 1956, hier in einer TV-Aufnahme von 1958 (mit einer bereits ausgebauten Begleitband):


1956 nahmen Cash und die Tennessee Two auch bereits einen der bekanntesten Titel des späteren "Man in Black" auf: I walk the line.


Am 4. Dezember 1956 besuchte der mittlerweile bei einem Major-Label, RCA, untergekommene Elvis Presley die Studios von Sun Records und es entwickelte sich bei der Gelegenheit eine spontane Jam-Session zwischen Presley und den drei anderen Sun-Größen: Cash, Perkins und Jerry Lee Lewis, eine Verbindung, die mittlerweile als Million Dollar Quartet in die Mythenwelt der Rock-Geschichte eingegangen ist. Aus dieser Session der Titel Just a little talk with Jesus:

Januar 01, 2011

Both kinds of music (33): Mit Carl Perkins ins neue Jahr

Als Carl Perkins mit seiner Frau Valda Crider im Juli 1954 zum ersten Mal Blue Moon of Kentucky in der Version von Elvis Presley im Radio hörten, soll Valda der Überlieferung nach gerufen haben: "Listen! They play like y'all! It sounds like you!" Perkins, der sich bis dahin mit Gelegenheitsjobs als Baumwollpflücker, Pfanneneinfetter, in einer Matratzen- und in einer Batterienfabrik, und schließlich als professioneller "Kneipenmusiker" über Wasser hielt, machte sich alsbald in Memphis, Tennessee bei Elvis' Plattenfirma Sun Records vorstellig und erhielt auch gleich einen Plattenvertrag. Perkins prägte in den folgenden Jahren den Rockabilly-Sound, also die Verbindung von Rock'n'Roll und Hillbilly Boogie, mit Songs wie folgendem: Matchbox aus dem Jahr 1956 (hier eine Fernsehaufnahme aus der Ranch Party Show aus Kanada).

"Richtige" Country-Musik konnte Perkins allerdings auch, siehe z.B. den Titel Let the jukebox keep on playin' (1955):

Als Bonus ein besonderes Schmankerl, eine Jam-Session mit George Harrison, Ringo Starr, Eric Clapton, Dave Edmunds und diversen anderen (die uns daran erinnern, dass die Bilder aus dem Jahr 1985 stammen), in der Perkins die Anwesenden durch ein Medley aus That's all right mama (von Arthur Crudup), Blue Moon of Kentucky (von Bill Monroe) und Night Train to Memphis (von Roy Acuff) führt: