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September 01, 2012

Both kinds of music (119): O raygun where art thou?

Im Jahr 2000 gab es, entgegen den Erwartungen unserer Vorfahren, zwar weder fliegende Autos noch Städte auf dem Mars, dafür - man höre und staune - ein erneutes Bluegrass-Revival. "Schuld" daran war die Odyssee-Adaptation O Brother where art thou? mit George Clooney bzw. der dazu gehörige Soundtrack. Dies ist zwar eigentlich einem Anachronismus geschuldet, denn der Film spielt in den 1930ern, also bevor Bill Monroe und die Bluegrass Boys den Stil überhaupt entwickelten... offenbar trägt der altertümlich wirkende Sound des Bluegrass zu der Vorstellung bei, dass dieser schon "seit Menschengedenken" existierte...
Den Hit Man of constant sorrow haben wir hier schonmal gebracht, heute also weitere Hits aus dem Soundtrack-Album. Zunächst der Titel Angel Band von den altehrwürdigen Stanley Brothers:


Hier der Sirenen-Song, der bei einer Ulysses-Variante auch nicht fehlen darf. Der Gesang der Sirenen, ein Titel namens Didn't leave nobody but the baby lieferten Gillian Welch, Emmylou Harris und Alison Krauss:

Alison Krauss profitierte überhaupt, als bekannteste zeitgenössische Bluegrass-Sängerin, von ihren Beiträgen zum Soundtrack, und ihr darauf folgendes Album mit der Union Station New Favorite (2001) konnte an diesen Erfolg anknüpfen. Hiervon die Single-Auskopplung The lucky one:

Juli 28, 2012

Both kinds of music (115): Die späte Königin des Bluegrass

Nach erster, zweiter, dritter Generation, Progressive Bluegrass, Newgrass und Neotraditional Bluegrass, wurde der Bluegrass in den 1990ern plötzlich wieder charts-kompatibel. Verantwortlich dafür war vor allem eine Frau, die bereits mit 15 ihr erstes Album eingespielt hatte, mit 19 ihren ersten Grammy (von mittlerweile 27!) gewann und mit 21 als jüngstes Mitglied aller Zeiten in die Grand Ole Opry aufgenommen wurde: Alison Krauss. Am erfolgreichsten war Krauss mit ihrer Begleitband Union Station zwischen 1992 und 1999, mit Alben wie Every time you say goodbye (1992) - hiervon der Titelsong:

...oder So long so wrong (1997), das gleich drei Grammy-Awards gewann. Wobei Krauss & Union Station sich auf diesem Album etwa vom traditionellen Bluegrass entfernten, siehe etwa der Titelsong, hier live im britischen Fernsehen 1997:

Eine ganz neue Fanschicht konnte Krauss in jüngeren Jahren entdecken, als sie zusammen mit ex-Led Zeppelin-Sänger Robert Plant das Album Raising Sand (2007) einspielte, auch wenn es für dessen Fans wohl gewöhnungsbedürftiger war. Hier ein Medley von zwei Songs vom Album (Rich Woman/Gone Gone Gone (Done moved on)), live bei der diesjährigen Grammy-Show: