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Oktober 20, 2012

Both kinds of music (Schluss)

Zum Abschluss der Country&Western-Reihe heute einfach eine Auswahl meiner Lieblingscountrytitel, in chronologischer Reihenfolge. Die meisten kamen schon einmal vor, andere hingegen hatte ich übergangen:


The Carter Family - No depression in Heaven (1936)


Hank Williams - There's a tear in my beer (1950-51?)


Brenda Lee - I'm sorry (1960)


Patsy Montana - Yodeling Ghost (1964)


George Harrison - Behind that locked door (1970)


Elvis Presley - Ghost riders in the sky (1970)


Gram Parsons & Emmylou Harris - In my hour of darkness (1974)


Johnny Cash, June Carter Cash, Jerry Lee Lewis und Carl Perkins - I saw the light (1981)


Jello Biafra & Mojo Nixon - Love me I'm a liberal (1994)



Hank Williams III - The rebel within (2010)

Oktober 22, 2011

Both kinds of music (75): Gram Parsons' letzter Höhenflug

1973 erschien das erste Solo-Album von Gram Parsons, drei Jahre nachdem er die Flying Burrito Brothers verlassen hatte. In der Zwischenzeit hatte Parsons die Rolling Stones auf Tour begleitet, lebte eine Zeitlang in der ehemaligen Gestapo-Villa Nellcôte in Villefranche-sur-Mer (Südfrankreich), während die Stones dort Exile on Main Street einspielten, bis er dort (aufgrund quasi ständigem Zugedröhntseins) auf Betreiben Anita Pallenbergs rausflog. Kurz darauf heiratete er Gretchen Burrell in New Orleans, bevor er Mitte 1972 wieder begann, Konzerte zu geben und neue Songs einzuspielen. Dabei lernte er Emmylou Harris kennen, eine aufstrebende Country-/Folk-Sängerin, deren erstes Album gefloppt war. Emmylou Harris wurde alsbald als Background-Sängerin für das erste Solo-Album GP engagiert.  

Nicht auf dem Album erschien der Titel Sin City, den sie in dieser wackeligen Aufnahme im Duett mit Parsons singt:


Im Studio klang das ganze dann wie hier in der Bobby Bare-Coverversion Streets of Baltimore:


Das im Januar 1973 veröffentlichte Album blieb lediglich ein Kritikererfolg, auch die darauf folgende Tour war nicht wirklich der große Renner. Nichtsdestotrotz nahm Parsons schon kurz später ein weiteres Album mit Harris auf, das ihn posthum zur Legende werden ließ: Grievous Angel. Hiervon der Titel In my hour of darkness:

Gram Parsons starb am 19. September 1973 im Alter von 26 Jahren an einer Überdosis Morphin und Alkohol in Joshua Tree, Kalifornien.

Juli 02, 2011

Both kinds of music (59): Gram Parsons fliegt los

Nur wenige Wochen, nachdem sich Gram Parsons geweigert hatte, an einer Südafrika-Tournee teilzunehmen, verließ auch Bassist Chris Hillman die Byrds. Zurück an der US-Westküste nahm Hillman wieder Kontakt zu Parsons auf und beide beschlossen, eine neue Band ins Leben zu rufen, nachdem sie in Los Angeles mit einigen Musikern gejammt hatten. So entstanden die Flying Burrito Brothers, zu denen neben Hillman (der auf Rhythmusgitarre und Mandoline umstieg) und Parsons auch der Bassist Chris Ethridge und der Pedal Steel-Gitarrist "Sneaky" Pete Kleinow zählten. Einen ständigen Schlagzeuger hatte die Band zunächst nicht; auf dem Debut-Album The gilded palace of sin, das im Februar 1969 erschien, kamen vier verschiedene Drummer zum Einsatz.

Das Debutalbum der Burrito Brothers vermischte Country mit Rock, R&B und Soul. Parsons nannte diesen Mischmasch "cosmic american music" und befand sich damit im Einklang mit der Stimmung der späten 1960er, auch wenn das Album nur ein mäßiger Erfolg war. Auf diesem Album erschien auch der etwas psychedelische Country Rock-Song Christine's tune (Devil in disguise):

Auf Grund des mangelnden Erfolgs verließ Ethridge schon bald die Band und Hillman übernahm wieder die Bass-Gitarre. Als ständiger Drummer wurde schließlich ein dritter Ex-Byrd angeheuert, Michael Clarke, der 1967 von Hillman bei den Byrds gefeuert worden war. Bernie Leadon, ehemaliger Gitarrist von Dillard&Clarke (zu diesen mehr demnächst) und späterer Eagle, verstärkte die Band als zweiter Gitarrist. In dieser Besetzung wurde das zweite Album Hot Burrito eingespielt (das erst im April 1970 erscheinen sollte), auf welchem auch eine neue Jaggers/Richards-Komposition (Parsons war eng mit Keith Richards befreundet) zu finden war: Wild Horses.

Parsons hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend vom Rest der Band entfremdet. Die Aufnahmen zu einem dritten Album verliefen sich im Sand und wurden erst 1976 unter dem Titel Sleepless nights veröffentlicht. Das Album bestand weitestgehend aus Cover-Versionen, so z.B. einer hübschen Country-Version von To love somebody von den Bee Gees:


Nachdem er bereits mehrere Wochen auf Grund eines Reitunfalls ausgefallen war, und danach vor allem durch Unzuverlässigkeit auffiel, verließ Parsons im Juni 1970 die Band im gegenseitigen Einverständnis.

Juni 25, 2011

Both kinds of music (58): Gram Parsons wird flügge

Nachdem die vom Harvard-Theologiestudenten Gram Parsons gegründete International Submarine Band 1967 erste Gehschritte in Richtung einer Verknüpfung von Country und Rock eingeschlagen hatte, allerdings immer noch auf die Veröffentlichung ihres ersten Albums wartete, verließ Parsons überraschend die eigene Band, als er ein Angebot annahm, den Byrds - bis dahin vor allem mit Pop-Versionen von Bob Dylan-Titeln erfolgreich - beizutreten, wo er den geschassten David Crosby ersetzte. Parsons' Zeit mit den Byrds sollte allerdings nicht lange währen... Schon nach wenigen Monaten wurde Parsons wieder entlassen, da er sich weigerte, in Südafrika aufzutreten (über die Gründe dieser Weigerung gibt es allerdings verschiedene Ansichten). Hierzu ein Auszug aus dem Dokumentarfilm Fallen Angel:


Aus der kurzen Zusammenarbeit zwischen Parsons und den Byrds, die auch als erste "langhaarige" Band in der Grand Ole Opry spielten (sehr zum Unmut der meisten Zuschauer), entstand im März/April 1968 das Album Sweetheart of the rodeo, zu dem Parsons auch einige Titel beisteuerte, so den zum Klassiker gewordenen Hickory Wind:


Das Album gilt gemeinhin als Geburtsstunde des Country-Rock, das ist aber, gelinde gesagt, Unsinn. Viel traditioneller als die Byrds auf Sweetheart of the rodeo kann man Country eigentlich nicht spielen (mit Ausnahme vielleicht von Parsons' One hundred years from now). Die Ursprünge des Country-Rock lagen eher davor, sei es in einigen Titeln der bereits erwähnten International Submarine Band, sei es auch bei einigen Aufnahmen der Byrds selbst, so das auf dem vorangegangenen Album The notorious Byrd Brothers veröffentlichte Wasn't born to follow, das 1969 im Soundtrack zum Film Easy Rider zu neuen Ehren kam: