Posts mit dem Label loretta lynn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label loretta lynn werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mai 19, 2012

Both kinds of music (105): Stand by your Justified Ancients of Mumu

Ende der 1980er hatte Tammy Wynette die besten Jahre ihrer Karriere hinter sich, auch wenn sie weiterhin Alben veröffentlichte und gelegentlich mit Singles Achtungserfolge in den Country-Charts feiern konnte. Die Karriere als Schauspielerin in der Soap Opera Capitol war recht kurzlebig, und 1988 war Tammy Wynette nach missglückten Investments Bankrott. Dabei war noch im Vorjahr mit Higher Ground ein beachtetes Album im neotraditionalistischen Stil erschienen. Hiervon die Single Talkin' to myself again:

Etwas unerwartet landete Tammy Wynette dann einen weltweiten Nummer 1-Hit im Jahr 1991 mit der britischen Elektrotruppe The KLF: Justified and ancient (Stand by your JAMS).

Zur gleichen Zeit nahm Wynette auch weitere Country-Singles auf, unter anderem ein Duett mit einem der zu dieser Zeit angesagtesten neotrad-Stars, Randy Travis, We're strangers again. 1993 erschien dann ein gemeinsames Album mit Dolly Parton und Loretta Lynn mit dem Titel Honky Tonk Angels, mit Titeln wie I dreamed of a hillbilly heaven.

März 31, 2012

Both kinds of music (98): Country ohne Majuskel

k.d. lang (steht für Katrin Dawn Lang) aus Edmonton, Alberta, brachte in ihren frühen Jahren sozusagen den Rockabilly zurück in die Countrymusik, wenn auch angereichtert durch etwas New Wave. Lang, die später vor allem als erste bekennende lesbische Country-Sängerin bekannt wurde, hatte bereits 1984 ihr erstes Album A truly western experience in Kanada veröffentlicht, bevor ihr 1987 der Sprung nach Nashville gelang. Hier ein früher TV-Auftritt mit ihrer Begleitband the reclines und dem etwas Beach Boys-lastigen Titel Pollyann:

1987 erschien ihr erstes "amerikanisches" Album Angel with a lariat, wieder mit den reclines; der endgültige Durchbruch gelang aber ihr aber erst im darauf folgenden Jahr mit dem ersten Solo-Album Shadowland, hiervon der Titel Sugar Moon:

Für den von Owen Bradley produzierten Titel Honky Tonk Angels Medley wurde lang von drei "alten Damen" der Country-Musik unterstützt: Loretta Lynn, Kitty Wells und Brenda Lee:

März 10, 2012

Both kinds of music (95): 50 mal auf der Eins


Don't call him a cowboy erschien im Februar 1985 und wurde Conway Twittys 50. Nummer 1-Hit, wenn man die verschiedenen amerikanischen Charts kombiniert (allein auf den Billboard-Charts war es der 34.). Auch wenn dieser Rekord mittlerweile, wie gesehen, von George Strait übertroffen wurde, ist es doch ein Grund, auf den hier bisher vernachlässigten Sänger einzugehen.

Twitty, mittlerweile wohl vor allem als Running Gag aus Family Guy bekannt, hatte in den 1950ern als Rock'n'Roll-Star der zweiten Reihe begonnen, und mit dem ursprünglich als B-Seite geplanten It's only make believe bereits 1958 einen ersten Hit.

Wie viele andere Rock'n'Roll-Sänger der 1950er versuchte sich Twitty in den Mittsechzigern als Country-Sänger. Im Gegensatz zu anderen, für die das nur ein kurzlebiges Experiment war oder anzeigte, dass der Höhepunkt ihrer Karriere überschritten war, reihte Twitty alsbald Hit auf Hit in den Country-Charts, wovon der bekannteste wohl Hello Darlin' (1970) ist. In den 1980ern hatte sich Twitty ähnlich Elvis Presley in Graceland eine riesige Residenz namens Twitty City in Henderson, Tennessee, zugelegt. Twitty starb 1994; dadurch war aber seine Karriere noch nicht beendet, noch 2004 hatte er Erfolg mit einem posthumen Duett mit Anita Cochran (I wanna hear) a cheatin' song. Hier abschließend jedoch ein weiterer Auftritt aus den 1980ern, ein Duett mit Loretta Lynn: Louisiana Woman, Mississippi Man (ursprünglich 1973 auf dem gleichnamigen Album).

Dezember 31, 2011

Both kinds of music (85): Country goes Hollywood

Gleich vier größere Hollywood-Filme befassten sich 1980 mit der Country-Musik.
Zunächst erschien ein Biopic über Loretta Lynn mit Sissy Spacek (bekannt aus Carrie) in der Hauptrolle unter dem Titel Coal Miner's Daughter.  Hier der Titelsong, gesungen von Spacek selbst, sowie andere Songs aus dem Film im Abspann:

Nach der Disco- (Saturday Night Fever) und Retro-(Grease)Welle versuchte sich John Travolta 1980 als Urban Cowboy an der Seite von Ex-Wondergirl Debra Winger. Der Soundtrack enthielt unter anderem auch den Titel The devil went down to Georgia der Charlie Daniels Band.

Während Willie Nelson in Honeysuckle Rose einen fremdgehenden Countrysänger mimte (und im Duett mit Emmylou Harris 'Till I gain control again sang)...

...musste sich Dolly Parton als Sekretärin in 9 to 5 durchschlagen.

Mai 21, 2011

Both kinds of music (53): 1-2-3-What are we fighting for?

Stand die Country-Musik im zweiten Weltkrieg ohne Wenn und Aber auf Seiten der US Army (z.B. Smoke on the water von Roy Acuff), nahm selbst sie in den 1960ern gegenüber dem Vietnam-Krieg eine ambivalentere Haltung ein. Direkte Protestsongs à la I feel like I'm fixing to die waren im mehrheitlich konservativ geprägten Country-Milieu zwar weniger zu erwarten, der Hurrapatriotismus war diesmal allerdings deutlich mit Melancholie, Trauer und Fragen vermischt, vielleicht am besten ausgedrückt in Loretta Lynns prägnanten Song Dear Uncle Sam (veröffentlicht im Januar 1966):


Im Februar 1966 veröffentlichte Trucker-König Dave Dudley den vom späteren Country Rock-Star Kris Kristofferson geschriebenen Vietnam Blues aus der Sicht eines angehenden Soldaten, der gegen die Antikriegsbewegung gerichtet war und sicherlich als Pro-Kriegssong gelten kann, aber doch auch eben den Vietnam Blues der USA ausdrückt (hier allerdings Kris Kristoffersons spätere Auseinandersetzung mit dem eigenen Song):

1969 besuchten Johnny und June Carter Cash die amerikanischen Truppen in Vietnam, und der Man in Black berichtete darüber in seinem Singin' in Vietnam Talking Blues. Im selben Geist spielte er 1970 den alten Gospel-Song Peace in the valley mit der Carter Family, den Satler Brothers und Carl Perkins ein, wobei die erklärte Unterstützung der "Bemühungen Präsident Nixons für einen gerechten Frieden" wohl kaum Punkte bei der friedensbewegten Jugend sammeln konnte:

Mai 14, 2011

Both kinds of music (52): Die Bergarbeitertochter

Eine weitere herausragende Newcomerin der mittleren Sixties war Loretta Lynn, die 1932 als Tochter eines Bergmanns im Kohlengrubengebiet Kentuckys geboren wurde und bereits mit 13 Jahren mit ihrem späteren de facto-Manager Oliver Lynn - der auch mehrere ihrer Songs inspirierte... - verheiratet wurde. Nachdem sie sich selber das Gitarrenspiel beigebracht hatte und durch lokale Clubs tuckerte, erhielt sie 1960 einen Plattenvertrag beim Mini-Label Zero Records in Vancouver. Der Erfolg ließ allerdings noch einige Jahre auf sich warten, bis sie 1962 zu Decca wechselte und stilgemäß mit dem Titel Success einen ersten Chart-Erfolg hatte. Hier ein früher Auftritt in Porter Wagoners TV-Show mit dem genannten Titel, sowie Get set for a heartache:


Ab 1964 wurde Loretta Lynn eine Abonnentin auf Top-Ten-Hits in den Country-Charts, darunter die Nummer 1-Hits Don't come home a-drinkin' (with loving on your mind) (1967)...


...und dem autobiographischen Song The coal miner's daughter (1970). 40 Jahre später sollte sie diesen Titel mit Sheryl Crow und Miranda Lambert neu einspielen; zu diesem Zweck wurde auch der folgende Clip veröffentlicht: