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Februar 25, 2012

Both kinds of music (93): Die Wandlungen der Reba McEntire

Reba McEntire, die bis dahin eine typische Vertreterin des Country-Pop war, rebellierte 1984 gegen diesen, von Produzenten diktierten Sound. Sie verließ ihr Label Mercury und wechselte zu MCA Nashville, konnte sich aber dort beim ersten Album Just a little love, von dem auch der letzte Woche zu hörende Titel If only, noch nicht mit ihren eigenen Wünschen durchsetzen. Erst mit dem darauf folgenden Album mit dem programmatischen Titel My kind of Country (erschienen im Oktober 1984) konnte die Sängerin aus Oklahoma ihren neuen, neotraditionalistischen Stil entwickeln. Sie gewann alsbald die völlige kreative Kontrolle über ihren Output, nicht zuletzt, da das Album ebenfalls ihr kommerziell erfolgreichstes bis dato war. Hier die erste Single-Auskopplung How Blue:

Auf den beiden Alben Have I got a deal for you (1985) und Whoever's in New England (1986) fungierte McEntire dann offiziell als Co-Produzentin. Hier der etwas rockigere Titel Little Rock von letzterem:

Bereits 1988 wandte sich Reba McEntire allerdings schon wieder vom "Neotraditionalismus" ab. Das Album Reba bot einen moderneren, poppigeren Sound, und sie schreckte auch vor Country-untypischen Cover-Versionen von Ella Fitzgerald und Aretha Franklin nicht zurück. Mit dem Titel Respect trat sie auch bei den nächsten Awards der Country Music Academy auf:

März 26, 2011

Both kinds of music (45): White men can't jump

Anfang 1962 überraschte der Soul / R&B-Sänger Ray Charles, nach dem er zuvor bereits Ausflüge in den Jazz und die Gospel-Musik unternommen hatte, das US-amerikanische Publikum mit dem Album Modern Sounds in Country and Western, das völlig im Stil des zeitgenössischen Nashville-Sounds gehalten war. Vor dem innenpolitischen Hintergrund des Civil rights movement zur Überwindung der Rassensegregation und der Jim Crow-Laws galt ein schwarzer Sänger, der "weiße" Musik wie Country (unbeachtet dessen dass der erste Interpret, der in der Grand Ole Opry aufgetreten, der schwarze DeFord Bailey gewesen war) spielte, als subversiv und unvermarktbar, da der "weiße" und der "schwarze" Musikmarkt trotz Elvis immer noch als getrennte Einheiten wahrgenommen wurden. Nichtsdestotrotz zog Ray Charles sein Ding durch und hatte damit Erfolg. Noch vor Jahresende folgte bereits das Folgealbum Modern Sounds in Country and Western, Vol. 2, und viele der auf den zwei Alben interpretierten Songs gehörten alsbald zu Standards auf Charles' Konzerten.

Take these chains from my heart (Vol. 2, hier live in Brasilien 1963):


Don Gibsons I can't stop loving you (Vol. 1, hier live in der Dick Cavett Show 1973):


1970 war Ray Charles auch ein gern gesehener Gast in der Johnny Cash Show, unter anderem mit dieser souligen Version von Cashs Ring of fire:

Oktober 10, 2010

Don't you feel like crying?

Heute ist Solomon Burke, so ziemlich der letzte noch aktive unter den großen Soul-Sängern der 1960er, im Alter von 70 Jahren in Amsterdam gestorben. Der zuletzt schwer übergewichtige Burke spielte letztes Jahr noch hier in Luxemburg, was eine recht außergewöhnliche Erfahrung war. RIP.