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Oktober 03, 2010

Die Erfindung des luxemburgischen Volkes

Menschen, die sich heutzutage als Luxemburger betrachten, perpetuieren einen Betrug oder sind die Opfer eines solchen. Denn die „Luxemburger“ sind gar kein Volk – und die Behauptung, sie hätten während der letzten tausend Jahre das Gebiet des Großherzogtums Luxemburg besiedelt, ist nichts weiter als ein Mythos, den die Ideologen des „luxemburgischen Nationalismus“ im 19. Jahrhundert ersonnen haben.

Die „Luxemburger“ sind vielmehr eine Promenadenmischung von keltischem, fränkischem, limburgischem, französischem Blut, wenn sie nicht gleich von polnischen, holländischen, italienischen oder portugiesischen Einwanderern abstammen. Bis zum preußisch-österreichischen Krieg und dem damit verbundenen Auseinanderfallen des Deutschen Bundes  waren die meisten von ihnen zufrieden mit einer deutschen Identität; manche bevorzugten einen Anschluss an Frankreich oder an Belgien. Die „Luxemburger“ sprachen Deutsch, bzw. den örtlichen Dialekt, der als „Luxemburger Deutsch“ bezeichnet wurde. Noch 1848 tagten Luxemburger Abgeordnete in der Frankfurter Nationalversammlung, öffentliche Gebäude wurden schwarz-rot-gold beflaggt und die Verfassung des Großherzogtums definierte Luxemburg als einen „Bestandtheil des deutschen Bundes“. Die Ansicht, dass die „Luxemburger“ ein besonderes Volk sind, das eine eigene Kultur und eine eigene Identität hat, war im alltäglichen Leben marginal. Doch eine Gruppe von Intellektuellen begann, gewöhnliche Menschen von ihrer randständigen Idee zu überzeugen und konstruierten einen abstrusen Nationalmythos, der aus dem Kauf des Kastells Lucilinburhuc durch den Grafen Siegfried im Jahr 963 einen „Gründungsakt“ „Luxemburgs“ machen will, die in Prag residierenden böhmische Könige und deutschenKaiser Johann der Blinde, Karl IV. oder Sigismund rückwirkend zu „Luxemburgern“ machte und die Zeit als das Herzogtum Luxemburg zum Territorium der Burgunder, der spanischen und der österreichischen Habsburger gehörte als „Fremdherrschaft“ dramatisierten – eine Fremdherrschaft, die von den Einwohnern niemals als solche empfunden wurde!

Insbesondere nach dem ersten Weltkrieg und dem Ausscheiden Luxemburgs aus dem Deutschen Zollverein konnten diese geschichtsverfälschenden Rechtfertigungsmythen von Luxemburger Nationalisten und Monarchisten an Boden gewinnen. Den Höhepunkt erreichte der Luxemburger Nationalismus 1939, als das ganze Land in ein einziges Meer von rot-weiß-blauen, „luxemburgischen“ (tatsächlich: niederländischen) Fahnen gehüllt werden sollte und das hundertjährige Jubiläum einer angeblichen „Unabhängigkeit“ des Landes gefeiert wurde – dabei war Luxemburg 1839 lediglich geteilt worden, behielt ansonsten den holländischen König als Staatsoberhaupt bei und war selbstverständlich ein Teil des Deutschen Bundes, was angesichts des stark deutschfeindlichen Charakters dieser Feier – trotz der verfassungsrechtlich festgehaltenen „Neutralität“ des Großherzogtums – von den „luxemburgischen“ Nationalisten und Monarchisten schlicht verschwiegen wurde. Trotz dieses nationalistischen Taumels sahen sich auch nach 1940 nicht wenige „Luxemburger“ als Volksdeutsche, Hunderte meldeten sich freiwillig zur Waffen-SS. Nichtsdestoweniger versuchen die Nationalisten die „Luxemburger“ als einig Volk von Widerständlern und Zwangsrekrutierten darzustellen. Mutige Querdenker wie der Erfinder des Dr. Mabuse, Norbert Jacques, die den luxemburgischen Nationalmythos durchschauten, wurden von den fanatischen Nationalisten denunziert und verfolgt. „Für immer“ aus Luxemburg ausgewiesen, starb der Schriftsteller 1953 im Koblenzer Exil.

In Luxemburg geboren zu sein, macht einen nicht automatisch zum Luxemburger. Wer allerdings von luxemburgischen Staatsbürgern abstammt, kann die Staatsbürgerschaft leichter bekommen, auch wenn er oder sie nie in Luxemburg war und nicht „Luxemburgisch“ sprechen kann. Hingegen sind 40% der Bevölkerung und sogar eine absolute Mehrheit der in Luxemburg arbeitenden Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen, haben kein Wahlrecht bei nationalen Parlamentswahlen und können auch selbst nicht Abgeordnete oder Minister werden. Erst kürzlich hat die Regierung ein Gesetz durchgepeitscht, das die Einheimischen gegenüber den in Luxemburg arbeitenden Grenzgängern bevorzugt und Sparmaßnahmen auf deren Kosten durchsetzen will, was von einem führenden Gewerkschaftsvertreter als „soziale Apartheid“ bezeichnet wurde. Angesichts dieser Tatsachen sollte erwogen werden, aus dem Apartheidstaat Luxemburg einen Staat aller seiner Einwohner und aller hier arbeitenden Menschen zu machen – und die Rechte nicht nur denjenigen zu gewähren, die sich zum luxemburgischen Nationalismus bekennen oder die erfundene Geschichte glauben, sie wären „Luxemburger“. Um dies zu verwirklichen sollte Luxemburg zeitweise unter UN-Verwaltung gestellt werden. Zunächst
  • sollte jeglicher Unterricht der moselfränkischen Mundart, die fälschlicherweise als „Luxemburgisch“ bezeichnet wird, unterbunden werden;
  • sollte man die Diskriminierung aller in Luxemburg lebenden oder arbeitenden Menschen aufheben und Menschen luxemburgischer Abstammung nicht mehr begünstigen;
  • sollte man das „luxemburgische Volk“ erziehen, damit es nicht mehr an die Lüge glaubt, ein Volk mit dem Recht auf Selbstbestimmung zu sein;
  • sollte man dem „luxemburgischen Volk“ helfen, seine wirkliche Identität zu finden, die durch den luxemburgischen Nationalismus zum Schweigen gebracht wurde;
  • sollten nach Ende des UN-Mandats eine Regierungsform und eine eigene Identität gefunden werden, wobei die Ideologie des luxemburgischen Nationalismus und die nationale Identität als „Luxemburger“ selbstverständlich ausgeschlossen werden.
Mit Gruß und Dank für Inspiration an Z Word und Lizas Welt.
Hintergrund ist natürlich Shlomo Sands Buch über die "Erfindung des jüdischen Volkes" oder wohl eher die antizionistisch gepolte Rezeption des Buches, die einen "jüdischen" Sonderfall konstruierten möchte - als ob nicht jede Nation eine mehr oder weniger "erfunden" ist, und sich im Laufe der Zeit so ergeben hat, eigene Mythen und Identität herausgebildet hat.

Juli 30, 2010

Links

- Zwei Studien über den frühen amerikanischen Anarchismus/Individualismus: Rudolf Rockers Pioneers of American Freedom und E.M. Schusters Native American Anarchism auf Reason Hit & Run, via Jesse Walker.

- Ebenfalls von Jesse Walker: eine historische Kontextualisierung von Burqa-Verboten und Ground-Zero-"Moschee"-Diskussion.

- Ein animierter Slavoj Žižek.


- Saint Che: ein schon fast klassischer Text von Larry Gambone aus dem Jahre 1997, via Entdinglichungs neuester Durchforstung der Archive der "radikalen und nicht so radikalen Linken".

- Hier hingegen ein vom Glauben abgefallener Linker. Man beachte folgende Passage: "I began a journey across the left, attempting to rediscover the original vision of the need for a better world which had originally inspired me, but I came to the conclusion that the rot went far further than just the SWP. It was not there was a moral vacuum in the left, but instead a willingness to close its collective eyes to injustice and oppression in the name of a Greater Good. Only among the Anarchists that could I find those who refused to compromise principle and remain true to a vision of a better world free from the shackles of State and God, however, even within the Anarchist movement they were a small minority whilst the mass of anarchists parroted the lefty lines; but dressed in black and with more swears."

Juni 23, 2010

Und noch ein paar Links mehr - Luxemburgensia Special

- Eine Zugezogene aus Green Bay, Wisconsin, über das Kuriosum des heute begangenen Nationalfeiertags.

- Das hierzu stattfindende Brimborium namens Te Deum in der hauptstädtischen Kathedrale ist den hiesigen Laizisten seit jeher ein Stein des Anstoßes - gegen das "weltliche" Brimborium in Form von Militärparaden, Wachablösungen und Fackelzügen haben sie hingegen nichts einzuwenden.

- Nach Proudhon entdeckt die luxemburger Solidarökonomie auch Elinor Ostroms Governing the commons, wenngleich die Rezensentin vieles reinliest, was man bei Ostrom gar nicht findet (weder lehnt  die Ostrom grundlegend eine "Marktlogik" ab, noch leitet sie aus einer Abhängigkeit des Staates gegenüber privaten Monopolisten den Bedarf einer stärkeren staatlichen Förderung von "öffentlicher" Forschung ab, und der Schwerpunkt des Buches liegt schon gar nicht auf geistigem Eigentum, wie die Rezension nahe legt, sondern auf Modellen kollektiver und nichtstaatlicher Governance von natürlichen Ressourcen).

- Der erzliberale Rabauke CK über den Film Mir wëllen net bleiwen, zu dessen Vorpremiere er mich netterweise mitgenommen hat (danke!). Seiner Rezension habe ich eigentlich nichts hinzuzufügen.

- Eine positive Rezension von Taguieffs jüngstem Buch über den "neuen Antisemitismus" reicht mittlerweile beim Tageblatt für ein Schreibverbot aus - es sei daran erinnert, dass das Tageblatt sich im Fall "Marguerite Biermann" als große Verfechterin der Meinungsfreiheit gegenüber der "jüdischen Lobby" aufspielte, vergleiche hier. Sans commentaires.

- Einen Überblick über die luxemburger Blogosphäre gibt übrigens das Portal d'Blogbuerg. Bei der Gelegenheit: wieso werden meine neuesten Posts dort nur unregelmäßig aufgelistet? Mache ich was falsch?

- Die Schafsfreunde sind weiter im Winterschlaf. Schade!

Juni 13, 2010

Mal wieder Zeit für ein paar Links

- Hannes Stein lobt den kleinbürgerlichen Anarchismus auf Long Island.

- Die Leninisten arbeiten sich immer noch an Nestor Machno ab.

- "Spar dir das": ein Text von Wolf Lotter zum gegenwärtigen Spar-Mantra, erstaunlicherweise bereits vor vier Jahren geschrieben.

- Leon de Winter versucht den "Progressiven" mit "Fakten" beizukommen - zu einer Zeit, in der (umgekehrt als bei Walter Benjamin), die "Konstruktion des Lebens (...) weit mehr in der Gewalt von Überzeugungen als von Fakten" liegt - und stellt ein paar legitime Fragen zum Israelknax der westeuropäischen Linken, auch wenn er dabei zuweilen zu sehr verallgemeinert und die Darstellung "schlaue, hinterhältige orientalische Despoten übertölpeln naive Westler" etwas arg ins Klischee abdriftet: "Der Islam und die nützlichen Idioten".

- Zum gleichen Thema: Spiked, ehemals LM Magazine, ehemals Living Marxism, und schon immer Kandidaten für die Rubrik "Die andere Meinung", zieht Parallelen zwischen der Rhetorik von Antizionisten und Neocons.

- Ein rappender Wobblie (Dank an JayJay für den Link, definitiv mehr "street credibility" als die Jungs hier).

Juni 03, 2010

Eine andere palästinensische Stimme

Die sog. "anderen jüdischen Stimmen" zum Nahostkonflikt sind ja hier in Europa sehr populär, vor allem wenn sie eigene Vorurteile bestätigen. Hier zur Abwechslung mal eine andere palästinensische Stimme, direkt aus Ramallah und offenbar mit direktem Zugang zu den dortigen Machthabern, zum medial verordneten Aufregerthema der letzen Tage - wars das "irrtümliche" Zugattentat in Indien mit 148 Toten? Die Hinrichtungen von (zumeist kurdischen) "Dissidenten" im Iran? Die Hinrichtungen von (zumeist nigerianischen) Immigranten in Libyen? Gar das Niederbrennen eines Sommercamps für Kinder in Gaza? Nein, natürlich nicht. Anyway, der folgende Artikel zum "Freedom Flotilla"-Desaster stammt von der französischsprachigen, israelisch-arabischen und sehr anti-antizionistischen Nachrichtenagentur Metula News Agency (dank an CK von LfL für den Link):

"Ils ont eu ce qu'ils étaient venus chercher
par Sami El Soudi
Ismaïl Haniya, le chef du Hamas à Gaza, n’aurait pas pu être plus clair, hier, lors d’une harangue, en annonçant que si la flottille parvenait à Gaza, ce serait un grand succès pour le Hamas ; et si elle était interceptée par la marine israélienne, ce serait un succès tout aussi important. Pour le leader islamiste, sa cause était gagnante dans tous les cas de figure.

Disons les choses les plus importantes, celles qui permettent de comprendre une situation : il n’y a aucune pénurie dans le califat, ni de denrées de base, ni de carburant, ni de matériel médical, pas plus que de biens de consommation courants, qui ne sont pas de première nécessité.

Le ferry turc Mavi Marmara transportait 10 000 tonnes d’aide humanitaire et de matériaux divers vers la Bande. Israël a, de son côté, acheminé des millions de tonnes de marchandises vers la même destination, permettant ainsi à une population d’un million trois cent mille personnes de vivre correctement depuis janvier 2009 jusqu’à présent.

L’Egypte et Israël, et non pas Israël uniquement, ont décidé d’un blocus sur l’approvisionnement des marchandises permettant de confectionner des armes ou des constructions fortifiées à usage militaire.

Les matériaux nécessaires à la construction ne sont pas sujets à l’embargo, mais ils sont livrés par projet, selon une quantification préalablement établie.

L’Egypte a interdit tout transit de militants pro-islamistes par son territoire, après que les membres d’une caravane maritime précédente, autorisés à débarquer à El-Arish dans le Sinaï, y ont déclenché des émeutes, coûtant la vie à un policier.

Pour sa part, l’Etat hébreu permet et encourage la fourniture d’aide à Gaza, à la condition que le matériel soit débarqué et contrôlé dans le port d’Ashdod, avant d’être acheminé par routage vers la Bande.

Au vu de ces éléments, la flottille, qui battait pavillon turc, ne poursuivait aucun objectif humanitaire digne de ce nom. Comme ses instigateurs l’avaient annoncé dimanche, leur but réel consistait à forcer le blocus imposé au Hamas.

Certains observateurs se demandent aujourd’hui quelle est la raison qui a poussé les Israéliens à empêcher les six embarcations arraisonnées de se rendre à Gaza, avançant que l’enjeu ne valait pas l’écho médiatique très négatif suscité par leur appontage, ni les blessures et les morts infligées lors de l’opération.

A question claire réponse claire : le projet affiché par les perceurs de blocus, avec la bénédiction de la Turquie, de l’Iran, d’Al-Qaeda, du Hamas et des Frères musulmans, consistait, suite à cette mission, à établir un pont maritime continu avec Gaza. D’autres navires sont déjà en cours d’affrètement.

D’ailleurs, le "mouvement de la résistance islamique" n’a pas abandonné cette idée : en réponse aux événements de la nuit, le Hamas s’est adressé à tous les Etats qui participeront au Conseil extraordinaire des ambassadeurs de la Ligue Arabe.

Il les prie de fournir chacun deux paquebots, qui, ensemble, tenteraient prochainement, à nouveau, de forcer la claustration de Gaza.

Cette initiative n’a aucune chance d’aboutir, de nombreux pays arabes, comme l’Egypte, n’étant absolument pas prêts à participer à la propagande des islamistes.

Officieusement, et j’étais à la Moukata de Ramallah (siège du gouvernement de l’Autonomie Palestinienne) tôt ce matin pour le constater, comme dans beaucoup de capitales sunnites, on a vigoureusement applaudi à l’annonce de l’arraisonnement du convoi.

Officiellement, la démarche est fort différente : on s’efforce d’afficher la solidarité panarabe et d’utiliser l’isolement des Hébreux pour marquer des points sur le tableau des négociations. C’est ainsi, comble d’hypocrisie, que le Président Mahmoud Abbas a déclaré un deuil de trois jours sur les territoires qu’il dirige.

L’Autorité a également demandé à l'administration américaine une "intervention d'urgence pour mettre un terme aux crimes israéliens".

Ce soir, le cabinet palestinien se réunira et il pourrait bien décider de quitter les discussions de proximité.

Les personnes logiques demanderont quel lien peut exister entre l’abordage de la flottille et les négociations de paix. Je ne connais pas la réponse à cette interrogation ; je suis même porté à penser que la conduite desdites tractations face à un Israël isolé augmenterait la marge de manœuvre de l’Autorité. Mais il semble bien que je n’y entende rien aux fruits de l’intelligence supérieure de nos leaders.

Dans les couloirs de la Moukata, c’est le vrai délire : d’une part, c’est l’euphorie face à l’impossibilité du Hamas et de ses amis de briser le siège de Gaza.

Est-il encore besoin de rappeler que l’AP a été boutée hors de la Bande par un putsch sanglant réalisé par la "la résistance islamique" ?

Que tant que Gaza ne sera pas libérée de l’emprise islamiste, quel que soit l’état d’avancement des pourparlers avec Israël et l’Amérique, il sera matériellement impossible de déclarer l’indépendance d’un Etat palestinien. Ou alors, il faudrait déclarer deux Etats palestiniens, pour trois millions et demi de citoyens ?

Que, pas plus tard que la semaine dernière, le Hamas a encore passé par les armes des malheureux, jugés coupables, après des simulacres de procès, de collaboration avec Israël. En vérité, il s’agit d’une méthode propre à Hanya pour se débarrasser de sympathisants du Fatah et pour en terroriser d’autres.

Tant que le blocus se maintient, le Hamas n’est pas en situation de reconstruire la Bande et se trouve incapable d’asseoir définitivement son régime. Que le pont maritime s’instaure, et Hanya et Mashal n’auraient plus rien à faire d’Abbas et Fayyad, et pourraient repartir à la conquête de la Cisjordanie.

Pour ces raisons stratégiques vitales, l’intervention israélienne de cette nuit était absolument indispensable à l’AP, plus même qu’à Israël.

L’autre raison qui poussait à l’euphorie, ce matin à Ramallah, était la constatation de l’empêtrement international d’Israël, qui donnait des ailes à certains "poètes" de l’establishment palestinien. C’est qu’à la Moukata, on a pris l’habitude de détester tout le monde, à commencer par le Hamas, puis, dans l’ordre, Israël, l’Egypte, les Etats-Unis, les Russes et les Européens.

On se sent supérieur à tous. Plus fin... Au point d’entendre un ministre, cet après-midi, proposer une offensive diplomatique visant à exclure l’Etat hébreu de l’ONU. Un autre suggérait d’exiger que les Nations Unies imposent un embargo économique total à Jérusalem, et je vous préserve des idées plus farfelues encore que mes pauvres oreilles ont entendues aujourd’hui.

Jusqu’au coup de fil de l’officier de liaison israélien habituel, qui a passé le message à Abou Mazen suivant lequel, au cas où Ramallah tenterait de profiter exagérément de la situation afin d’augmenter la pression sur Jérusalem, Israël répliquerait par un très sérieux tour de vis.

Il semble que l’officier en question ait énuméré certaines des dispositions envisagées, car, après son intervention, j’ai trouvé les ministres pâles et calmés.

Il faut dire que les gringos [les Occidentaux. Ndlr.] avaient indirectement encouragé les digressions fantaisistes par la violence de leurs critiques de l’intervention des commandos israéliens. La palme en la matière revenant sans conteste à la baronne Catherine Ashton, la responsable des Affaires Etrangères et de la Politique de Sécurité de l’Union Européenne.

Mme Ashton a déjà réclamé par téléphone à son homologue israélien, Avigdor Lieberman, "une ouverture immédiate et sans conditions de Gaza".

J’ai un grand respect pour les dames et pour la noblesse, aussi me contenterai-je de poser trois hypothèses relativement à cette réaction : soit Mme Ashton est islamiste active, soit elle est antijuive, soit, encore, elle... n’occupe pas, au sein de l’Union Européenne, le poste correspondant à ses capacités.

Sinon, j’aimerais qu’elle explique en quoi le désenclavement du régime islamofasciste de Gaza servirait les intérêts de l’UE ou la paix du monde.

Un monde qui accepte avec une facilité déconcertante que les assassins du Hamas prennent des poses de victimes. Comme s’ils n’avaient pas mérité le tonnerre qui s’est abattu sur leur figure durant l’hiver 2008-2009. Comme si cette organisation avait une relation quelconque avec les espoirs de paix au Moyen-Orient. Comme s’il fallait l’aider à provoquer Israël et l’Egypte. Comme si cela aiderait à quoi que ce soit de la voir sortir triomphante de son encerclement salutaire.

Comme si la pénurie faisait réellement rage à Gaza !

Il faut que Mme Ashton et ses collègues des Affaires Etrangères de l’UE disent s’ils ont quelque notion de stratégie globale, ou s’ils mènent la politique extérieure de l’Union uniquement en fonction de considérants humanitaires. En tout cas, dès qu’Israël est impliqué.

C’est moi qui ai demandé à notre rédacteur en chef d’écrire l’article sur l’arraisonnement de la flottille des pseudos pacifistes et des vrais supporters du fanatisme islamiste.

Parce qu’en tant que Palestinien, je suis naturellement le plus directement concerné par cette affaire. Parce que ce lundi, j’ai honte de mon "gouvernement" et que je doute qu’il puisse jamais me procurer l’Etat dont je rêve et auquel j’ai droit, de mes frères arabes et de la simili-crédulité du monde à l’égard des terroristes. (...)"
(Den Rest des Artikels kriegt man bei Abonnierung auf dieser Seite: Metula News Agency)

Februar 08, 2010

Die Abenteuer der Linken auf der Suche nach neuen Wählerschichten

"Was die SWP in England kann, können wir schon lange" mag sich die "Neue antikapitalistische Partei" Olivier Besancenots gedacht haben, und stellt anlässlich der demnächst stattfindenden Regionalwahlen eine Kandidatin auf, deren einzige Qualität darin zu bestehen scheint, ein Kopftuch zu tragen (offenbar ist sie, analog zu Sarrazins "Kopftuchmädchen", damit geboren worden). Diese Entscheidung hat jedoch nicht gerade zu Begeisterungsstürmen geführt. U.a. rief sie scharfe Kritik seitens der iranischen arbeiterkommunistischen Partei hervor.

Die Damen Wagenknecht, Buchholz und Dagdelen von der deutschen "Linkspartei" haben hingegen für ihre an sich ehrliche und konsequente Entscheidung nach der Ansprache von Shimon Peres sitzen zu bleiben, Beifall erhalten, wenngleich dieser ihnen doch etwas peinlich sein sollte. Nun gut, war auch nicht das erste Mal; sowas kommt wohl auch davon, wenn man ständig mit dem "Primat der Politik" ins Feld zieht, eine Formel, auf die doch wohl die NPD das Urheberrecht hat.

Die Luxemburger Linke ihrerseits versucht mit der Belegung des Themas "Diekircher Brauerei" ein paar Stimmen auf den Stammtischen gutzumachen. "Wir befinden uns nicht länger in der Logik des Industriekapitalismus, sondern in der des Finanzkapitalismus" erschrickt Marc Baum, Vertreter von "Déi Lénk" im Escher Gemeinderat (Luxemburger Wort, 3.2.10). Diesbezüglich schlägt "Déi Lénk" vor, sollte der "Deal mit Bofferding nicht klappe[n]" (d.h. die von der Regierung vorgezogene Lösung, den internationalen Konzentrationstendenzen im Brauereigewerbe, durch die Schaffung eines nationalen Monopolisten entgegen zu wirken, indem man die schon das seit Jahrzehnten von Bofferding verfolgte Ziel einer feindlichen Übernahme von Diekirch staatlich subventioniert), der Staat solle "im allgemeinen Interesse" AB Inbev "enteignen", und nach dem Vorbild der Baden-Württemberger Rothaus-Staatsbrauerei selbst zum Braumeister werden (tageblatt vom 3.2.10). Was für ein Interesse der Luxemburger Staat hieran hätte (Wirtschaftsminister Krecké winkte ja schon gleich ab), wie er den Vertrieb und das ganze Konzessionswesen organisieren würde, wird von den Linken nicht weiter erläutert - offenbar geht man hier davon aus, dass dies schon von selber funktionieren würde, falls der allwissende, alleskönnende und stets wohlintentionierte Papa Staat dies in die Hand nimmt. Hauptsache, der Staat greift ein, um das "nationale " Industriekapital vor dem "internationalen" Finanzkapital zu schützen - so lautet die Quintessenz linken Denkens im Jahre 2010. Wieso allerdings das "allgemeine Interesse" an einer Bierbrauerei grösser sein soll, als bei den zahlreichen anderen Betrieben, die derzeit schliessen oder in grösserem Ausmass Leute entlassen (General Electrics IP, Commerzbank, Fastnet, Brinks et j'en passe...), will mir hingegen nicht einleuchten...

Januar 24, 2010

The world according to LuxairTours


(draufklicken  zum Vergrössern)

LuxairTours nimmt Rücksicht auf seine Kunden: da für manche dieser die Existenz des Judenstaats ein Stein des Anstosses ist, verschwindet Israel gleich mal ganz von der Landkarte. Ob die Palästinenser aber von dieser großägyptischen Lösung so begeistert sein werden? Auch zu beachten: die Südgrenze Marokkos (und beim Zerfallsprozess von Ex-Jugoslawien ist man auch nicht ganz up-to-date).