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November 26, 2013

Sic


Siehe auch:
"(...) the thought and action of Che Guevara keeps alive a libertarian stand within Cuban communism. Che Guevara has been hailed as the 'new Bakunin'. He certainly shared the anarchist confidence in the revolutionary potential of the peasantry and sought to create a co-operative society of workers and peasants in which work is transformed into 'meaningful play'. He was very critical of any bureaucracy which checked individual initiative. (...) Although Guevara was unable to overcome his admiration for strong leaders, the early years of the Cuban Revolution, when his influence was at its height, proved the most creative and original phase. Since his death in 1967, his legacy has not been forgotten and libertarian socialists still exist in Cuba who call for direct democracy and self-management."

Gelesen bei Peter Marshall, Demanding the Impossible. A history of Anarchism, erweitere Ausgabe 2008 (1), S.517-518. Sam Dolgoff, der im gleichen Kapitel zitiert wird, dürfte sich im Grabe umdrehen!
Eine etwas gelungere Annäherung an Sankt Che aus anarchistischer Sicht findet man hier: http://theanarchistlibrary.org/library/larry-gambone-saint-che-the-truth-behind-the-legend-of-the-heroic-guerilla-ernesto-che-guevara

Übrigens wird laut Eigenwerbung des Autors Noam Chomsky zu diesem Buch mit folgenden Worten zitiert: ""Demanding the Impossible is the book I always recommend when asked - as I often am - for something on the history and ideas of anarchism."...

(1) Die Erstauflage stammt von 1992. In der mir vorliegenden Ausgabe sind übrigens alle von Bryan Caplan aufgelisteten faktischen Fehler im Kapitel zu den "Rechtslibertären" stillschweigend (und ohne Danksagung an Caplan) beseitigt worden.

April 04, 2013

Frau Foncks Geschichtsstunde

Heute gleich zwei Leitartikel von Danièle Fonck... im Tageblatt und Jeudi. In letzterem freut sie sich über den "Selig sind die Armen..."-Stil des neuen Pontifex, der sich vom Champagnergeschlürfe bei Anlässen wie den Morningstar Fund Awards 2013 denen sie beiwohnen muss so schön abhebt. Erstaunliches enthüllt sie dabei über Franz von Assisi:
"Le salut viendrait-il de François, le pape argentin qui renonce au pourpre et aux pompes rouges, baise les pieds des prisonniers et même des femmes? Admettons que l'homme soit plein de bonne volonté. (...) (son nom est une référence à saint François d'Assise, qui détestait les jésuites) (...)."

Dass bereits Franz von Assisi (gestorben 1226) den Jesuitenorden (gegründet 1534) hasste, ist ein starkes Stück. Von derartigen prophetischen Gaben des Begründers des Franziskanerordens wusste man ja noch gar nichts!

Februar 15, 2013

The worst of the worst

Gelesen im Tageblatt vom 13. Februar, anlässlich der Ehrung des einzigen zum Volksvertreter avancierten Grubenarbeiter Jean-Pierre Bausch:
"Dan Kersch [Staatsrat, Bürgermeister von Monnerich und selbsternanntes Bespitzelungsopfer] beklagte auch, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Die USA seien auch heute noch das die Arbeiter am schlimmsten ausbeutende Land und dürften nicht als Vorbild für die hiesige Politik dienen."
Deshalb bauen die USA bekanntlich einen Schutzwall an ihrer Südgrenze um all die unterdrückten Arbeiter an der Flucht zu hindern... Was man wohl in Bangladesh, Katar, Guatemala oder Nordkorea hierüber denkt?

Januar 18, 2013

Anathema sit

Gelesen auf tagesschau.de über die Dopingbeichte Lance Armstrongs:
"Armstrong wirkt während des Interviews nicht wie ein wirklich reumütiger Sünder. (...) Die vielen Menschen, die er ins Unglück getrieben hat, scheinen ihm nicht wirklich leid zu tun."
Ehrmm... wie viele Leute hat Armstrong denn um Leib und Gut gebracht, als er den "Cocktail aus etwas EPO, Bluttransfusionen und Testosteron" zu sich nahm? Habe ich was verpasst???

September 18, 2012

Kant über Heidegger (oder: Holzwege, anno 1798)

Gelesen in Kants albernstem (*) Buch, der Anthropologie in pragmatischer Hinsicht:
"Heidegger, ein deutscher [sic!] Musikus in London, war ein abenteuerlich gestalteter, aber aufgeweckter und gescheuter Mann, mit dem auch Vornehme, der Konversation halber, gerne in Gesellschaft waren. - Einsmals fiel es ihm ein, in einer Punschgesellschaft gegen einen Lord zu behaupten: daß er das häßlichste Gesicht in London sei. Der Lord sann nach und schlug eine Wette vor, daß er ihm ein noch häßlicheres aufstellen wollte, und nun ließ er ein versoffenes Weib rufen, bei deren Anblick die ganze Gesellschaft in ein helles Lachen geriet und aufrief: Heidegger! ihr habt die Wette verloren! - Das geht so geschwind nicht, antwortete dieser; denn nun laßt das Weib meine Perücke und ich will ihre Cornette aufsetzen; dann wollen wir sehen. Wie das geschah, so fiel alles ins Lachen bis zum Sticken: denn das Weib sah wie ein ganz manierlicher Mann, der Kerl aber wie eine Hexe aus. Dies beweist, daß, um jemanden schön, wenigstens erträglich hübsch zu heißen, man sein Urteil nicht schlechthin, sondern immer nur relativ fällen muß und daß für einen Kerl jemand darum noch gar nicht häßlich heißen dürfe, weil er etwa nicht hübsch ist. - Nur ekelhafte Leibesschäden im Gesicht können zu diesem Ausspruch berechtigen." 

nach der Weischedel-Ausgabe (Suhrkamp), Band XII, S.644.

(*) Obwohl man gerade darin die prägnante Definition der Anarchie als "Gesetz und Freiheit, ohne Gewalt" findet!

Juni 04, 2012

Ich bin sprachlos

Aus einem Leserbrief von Jean Bodry im heutigen Tageblatt, betreffend die rezente Verurteilung des Staates in punkto Nachzahlungen an die Pflegeversicherung:
"Der manchmal anwesende Premier und sein Finanzminister und LSAP-Gesundheitsminister werden auffällig durch die Vielfalt der Fehler durch die klerikale Mehrheit in der Regierung.
Dies führt zu einer Nebenart des Anarchismus, die Sozialgesetzgebung wird von innen ausgehöhlt.
Natürlich ist es nicht der Anarchismus des 17. Jahrhunderts [!?], der hatte zum Ziel, die Herrschaftslosigkeit und Gesetzgebung außer Kraft zu setzen und die Gesellschaft in einen ordnungslosen Zustand zu versetzen [ich unterstreiche].
Der heutige Ansatz zum Anarchismus hat zum Ziel, die sozialen Errungenschaften außer Kraft zu setzen und die Gewerkschaften zu schwächen, die Arbeitslosenzahlen in die Höhe zu treiben, den Staat und die Nation durch ihre Fehler in einen ordnungslosen Zustand zu versetzen."

Mai 29, 2012

La terre n'appartient qu'aux seuls hommes

Gelesen in Transport, der Zeitschrift der Eisenbahnergewerkschaft Syprolux, Ausgabe vom 25. Mai:
"Kritiker haben wir genug. Was unsere Zeit braucht, sind Menschen!"
Kann ich daraus schliessen, dass Kritiker keine Menschen sind? Um was handelt es sich dann erst bei kritischen Kritikern? Um die Negation der Negation?

März 09, 2012

Nie, nie, nie wieder Rente!

Bei der Gratispresse muss es manchmal etwas schnell gehen, da bleiben Details schon mal auf der Strecke. So schreibt L'Essentiel heute allen Ernstes von einer Gewerkschaftsdemo gegen die Renten:
"Un rassemblement de protestation contre les pensions sera organisé le 19 mars, à 18h30 au Tramsschapp, à l'appel des syndicats."
Man erfährt noch nicht einmal, welche Gewerkschaften denn da angeblich die ersatzlose Abschaffung des Rentensystems fordern.


Dezember 13, 2011

Provokatie No 18?


Zu lesen auf tageblatt.lu (Quelle):
"Als Provoaktion empfinden die Gewerkschaften Vorschläge des Patronats zur Tripartite."
Das erklärt natürlich so einiges! Denn schrieben die Provos nicht: "Die dumpfe Masse sollte auf der Hut sein: Provos sind wir. Gefährlich, rücksichtslos, grausam, Brandstifter, Messerstecher, Bombenwerfer. Ihr hört noch von uns." (Quelle)

November 30, 2011

Überragende Sachkenntnis

Das Parlament im Jahr 2009 über den Linksextremismus in Deutschland (link):
"Im Gegensatz zur rechtsextremen Szene existieren in linken Kreisen kaum Strukturen für eine koordinierte Jugendarbeit. Die Linksextremisten bilden keine homogene Gruppe: Es gibt Kommunisten, die eine sozialistische Gesellschaftsordnung anstreben, Antideutsche, die den Staat Israel ablehnen, Autonome, Anarchisten und viele mehr. Unter ihnen besteht der kleinste gemeinsame Nenner darin, den Rechtsextremismus zu bekämpfen."

September 26, 2011

Zeitmaschine erfunden

Gelesen im Tageblatt, Ausgabe vom 24. September:
"'Wenn die Schätzungen der Arbeitnehmerkammer stimmen, werden wir uns Ende 2011 also bereits im Juni/Juli 2014 befinden', so [OGBL-Präsident Jean-Claude] Reding."

August 16, 2011

Bring on the aliens!

Ladies und Gentlemen, der am meisten zitierte Nationalökonom unserer Zeit und seine bei Orson Welles und dem Film Wag the dog abgeschauten Empfehlungen zur Behebung der beschissenen ökonomischen Lage:

(via Aleon)

Juni 27, 2011

Keine Haftung für Spekulationen

Etwas verduzt las ich dieser Tage im Luxemburger Wort (25.6.), in einem Artikel zur Pressekonferenz von Déi Lénk zur beschissenen Lage der Eurozone, folgenden Satz:
"Die Schuldnerstaaten sollten nämlich nur die 'legitimen' Schulden zurückzahlen müssen, nicht aber jene, die durch Spekulation entstanden sein, so Déi Lénk".

Zuerst hatte ich angenommen, der klerikale Journalist hätte hinterhältig den Sinn der Aussage verkehrt, und die Vertreter der luxemburger Linkspartei hätten eigentlich von einem Schuldenaudit gesprochen, wie ihn einige griechische Abgeordnete in der Tat fordern (wobei es hier darum geht, den griechischen Staat von jenen Schulden zu entledigen, die auf illegale Weise zustande kamen, d.h. vor allem auf Grund von Zahlung von Schmiergeldern. Eigentlich gar keine so dumme Idee, nur folgerichtig müsste man dann eigentlich auch fordern, dass die zuständigen Politiker oder Beamten in diesem Falle persönlich zu haften hätten). Ein Besuch auf der Webseite der Linken hat mich belehrt: tatsächlich wird gefordert dass "Schuldenstaaten" ("pays endettés", also eigentlich alle) nicht für diejenigen Schulden aufzukommen brauchen, welche durch "Spekulationen" entstanden. Nun sind Investitionen welche die Zukunft betreffen (und das tun sie immer), logischerweise immer mit einem Element der "Spekulation" behaftet, wie schon Proudhon wusste. So z.B. sind staatliche Investitionen in die Ausbildung eines Studenten höchst spekulativ: keineswegs ist ausgemacht, dass die Investitionen den Studenten in ein "produktives Mitglied der Gesellschaft" verwandeln, sprich einen wertschaffenden und steuerzahlenden Lohnarbeiter oder Selbstständigen produzieren: vielleicht wandert der Student aus, vielleicht wird er zum Sozialfall, vielleicht stirbt er vor Ende des Studiums...

Die Trennung zwischen "legitimen" und "spekulativen" Schulden scheint mir also recht waghalsig und eine Einladung zu einer Behandlung "à la tête du client". Auf jeden Fall verwundert es, dass gerade Déi Lénk, die ansonsten die "Tyrannei der Finanzmärkte und Rating-Agenturen" anprangern und die "Souveränität der Völker" "wieder herstellen" wollen, wie sie offenbar vor "Einzug des Neoliberalismus" bestand  (unter solch "authentisch linken" Politikern wie Pierre Werner und Gaston Thorn?), geradezu einen Freibrief für Spekulationen fordern (wenn auch nur für den ideellen Gesamtkapitalisten und nicht für den Privatspekulanten, der ohnehin abgeschafft gehört), und die Staaten geradezu dazu einladen, möglichst viel des "so genannten Nationalreichtums" (siehe MEW, 23, S.782) an der Börse zu verspekulieren...

Juni 10, 2011

192 Jahre Gustave Courbet



Bonus, zum rumblättern und stöbern: Courbet selon les caricatures et les images, Paris 1920 (via archive.org):

Mai 27, 2011

Endlich wieder Diktatur!

OffeneWorte von Danièle Fonck im heutigen, ansonsten etwas konfusen Tageblatt-Leitartikel:
"Un brin d’autoritarisme ferait peut-être grand bien à la politique. Pour supprimer les agences de ranking et de rating, faire payer au prix fort les spéculateurs ou pour empêcher ceux de nuire qui croient que l’on peut saigner à mort des citoyens grecs ou autres. Sans oublier ce que vit toujours le peuple africain."

Aber ist es nicht gerade "die Politik",welche die (nicht nur) griechischen Bürger "bluten" lassen will (durchaus mit einem "brin d'autoritarisme"...)? Und was ist eigentlich das "afrikanische Volk"? Fragen über Fragen...

März 18, 2011

Atom-Panik

„Solidarität mit den Opfern von Fukushima“: http://www.tageblatt.lu/nachrichten/luxemburg/story/Solidaritaet-mit-den-Opfern-von-Fukushima-28552092
Habe ich was verpasst? Ist bislang jemand durch die Ereignisse in Fukushima umgekommen? Die zahlreichen Opfer von Erdbeben und Tsunami werden hingegen nicht mal mehr erwähnt…

Währenddessen vergiften sich meine Landsleute schon mal vorsichtshalber mit hochdosiertem Jod: http://www.wort.lu/wort/web/letzebuerg/artikel/2011/03/145417/lust-auf-jod.php

Januar 25, 2011

Belgische Zustände erwünscht

Gelesen im Kammerbericht (im Volksmund auch Jammerbericht genannt), gelegentlich der  Haushaltsdebatte:
"M. Jean-Claude Juncker, Premier Ministre, Ministre d'État. - Här Meisch, et wier dach awer schéin, wa mer keng Regierung hätten.
(Hilarité)

M. Claude Meisch (DP). - Ah, et wär net schlëmmer wéi elo, jo!"
Compte rendu des séances publiques. Session ordinaire 2010-2011, Sitzung 14 (9.12.2010), S.156.

Januar 17, 2011

Die LSAP entdeckt die Dialektik

Gelesen im Tageblatt-Bericht (17.1.2011) über den samstäglichen Kongress des Südbezirks der Luxemburger Sozialistischen Arbeiterpartei:
"Ein weiterer Punkt, der das Einverständnis aller Delegierten fand, war eher dialektischer Natur: Aus 'Mir paken et un' machten die Süd-Sozialisten 'Mär paken et un'."
Das nennt man dann wohl den dialektischen Minette-ismus.