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November 19, 2011

Both kinds of music (79): Dreimal Country-Rock aus den Mittsiebzigern

Mitte der 1970er erreichte das Country-Rock-Crossover wohl seine größte Popularität, mit den hier bereits gewürdigten Erfolgen von Linda Ronstadt, den eher im Rockbereich angesiedelten Eagles, der Band Poco, dem posthumen Erfolg von Gram Parsons und dem gelungenen Karrierestart seiner musikalischen Partnerin Emmylou Harris. Heute bringe ich noch drei weitere Bands, von denen zwei bislang hier noch nicht vorkamen.

Die New Riders of the Purple Sage, benannt nach einem Zane Grey-Western und einer Western Swing-Band aus den 1940ern, entstanden bereits Ende der Sechziger Jahre im Umkreis der Grateful Dead in San Francisco (Jerry Garcia spielt auch auf dem Debut-Album Pedal Steel Guitar und auf dem zweiten Album Powerglide Banjo). Den größten Erfolg hatte die Band 1973 mit dem Album The adventures of Panama Red. Auf dem darauf folgenden Album Home, home on the road (1974) erschien diese Version des Klassikers Truck Drivin' Man:

Die Pure Prairie League aus Columbus, Ohio, hatte mit dem Titel Amie Ende 1974/1975 einen Hit, der Titel stammte allerdings bereits aus dem Jahr 1972. Das daraufhin erschienene dritte Album Two lane highway (1975) war wohl das erfolgreichste der Band. Hiervon der Titel I'll change your flat tire, Merle:

Ebenfalls 1975 meldeten sich die Flying Burrito Brothers mit einem Line-Up zurück, nach dem 1974 das Best-Of Close up the honky tonks vom Gram Parsons-Effekt profitierte. Hier der Titel Building fires vom Comeback-Album Flying again:

Juli 02, 2011

Both kinds of music (59): Gram Parsons fliegt los

Nur wenige Wochen, nachdem sich Gram Parsons geweigert hatte, an einer Südafrika-Tournee teilzunehmen, verließ auch Bassist Chris Hillman die Byrds. Zurück an der US-Westküste nahm Hillman wieder Kontakt zu Parsons auf und beide beschlossen, eine neue Band ins Leben zu rufen, nachdem sie in Los Angeles mit einigen Musikern gejammt hatten. So entstanden die Flying Burrito Brothers, zu denen neben Hillman (der auf Rhythmusgitarre und Mandoline umstieg) und Parsons auch der Bassist Chris Ethridge und der Pedal Steel-Gitarrist "Sneaky" Pete Kleinow zählten. Einen ständigen Schlagzeuger hatte die Band zunächst nicht; auf dem Debut-Album The gilded palace of sin, das im Februar 1969 erschien, kamen vier verschiedene Drummer zum Einsatz.

Das Debutalbum der Burrito Brothers vermischte Country mit Rock, R&B und Soul. Parsons nannte diesen Mischmasch "cosmic american music" und befand sich damit im Einklang mit der Stimmung der späten 1960er, auch wenn das Album nur ein mäßiger Erfolg war. Auf diesem Album erschien auch der etwas psychedelische Country Rock-Song Christine's tune (Devil in disguise):

Auf Grund des mangelnden Erfolgs verließ Ethridge schon bald die Band und Hillman übernahm wieder die Bass-Gitarre. Als ständiger Drummer wurde schließlich ein dritter Ex-Byrd angeheuert, Michael Clarke, der 1967 von Hillman bei den Byrds gefeuert worden war. Bernie Leadon, ehemaliger Gitarrist von Dillard&Clarke (zu diesen mehr demnächst) und späterer Eagle, verstärkte die Band als zweiter Gitarrist. In dieser Besetzung wurde das zweite Album Hot Burrito eingespielt (das erst im April 1970 erscheinen sollte), auf welchem auch eine neue Jaggers/Richards-Komposition (Parsons war eng mit Keith Richards befreundet) zu finden war: Wild Horses.

Parsons hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend vom Rest der Band entfremdet. Die Aufnahmen zu einem dritten Album verliefen sich im Sand und wurden erst 1976 unter dem Titel Sleepless nights veröffentlicht. Das Album bestand weitestgehend aus Cover-Versionen, so z.B. einer hübschen Country-Version von To love somebody von den Bee Gees:


Nachdem er bereits mehrere Wochen auf Grund eines Reitunfalls ausgefallen war, und danach vor allem durch Unzuverlässigkeit auffiel, verließ Parsons im Juni 1970 die Band im gegenseitigen Einverständnis.