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Dezember 09, 2013

171 Jahre Pëtr Alekseevič Kropotkin

"Wenn wir durch Beispiele zu zeigen versuchen, daß die Menschen heute schon trotz der Ungleichheit, die in der Organisation der gegenwärtigen Gesellschaft vorherrscht, sich sehr wohl verständigen können und zwar ohne die Intervention einer Autorität - vorausgesetzt nur, daß sich ihre Interessen nicht diametral zuwiderlaufen - so sollen wir auch keineswegs die Einwürfe, die dagegen erhoben werden, unberücksichtigt lassen.

Alle diese Beispiele haben ihre fehlerhafte Seite; denn es ist augenblicklich unmöglich, eine einzige Organisation anzuführen, die nicht auf der Ausbeutung des Schwachen durch den Starken, des Armen durch den Reichen beruhte. Aus diesem Grunde verfehlen auch nicht die Staatssozialisten, mit der sie kennzeichnenden Logik uns entgegenzuhalten: 'Ihr seht also wohl, daß die Intervention des Staates notwendig ist, um dieser Ausbeutung ein Ende zu machen'.

Ungeachtet der Lehren der Geschichte verschweigen sie uns, daß gerade der Staat wesentlich dazu beiträgt, diesen Stand der Dinge zu erschweren, indem er das Proletariat schaffen hilft und widerstandsunfähig seinen Ausbeutern überliefert. Und sie werden auch die einfache Schlußfolgerung zu ziehen vergessen, nämlich die, daß es unmöglich ist, die Ausbeutung zu beseitigen, so lange deren vornehmliche Ursachen, das individuelle Kapital und das Elend, künstlich für zwei Drittel der Bevölkerung durch den Staat aufrecht erhalten, weiter bestehen bleiben.

Hinsichtlich des Einvernehmens zwischen den Eisenbahngesellschaften werden sie voraussichtlich folgendes sagen: 'Seht Ihr denn nicht, wie die Eisenbahngesellschaften ihre Angestellten und die Reisenden drücken und schlecht behandeln! Es bedarf der Intervention des Staates, um die Öffentlichkeit zu schützen'.

Aber haben wir es nicht gesagt und wie viele Male wiederholt, daß es, solange es Kapitalisten geben wird, auch Mißbräuche dieser Art geben wird. Gerade der Staat - der vermeintliche Wohltäter, ist es, welcher den Gesellschaften diese furchtbare Macht gegeben hat, welche sie heute besitzen. Hat er ihnen nicht die Konzessionen, die Monopole geschaffen? Hat er nicht seine Truppen gegen die Angestellten der Eisenbahnen gesandt, wenn diese sich in Streiks befanden? Und in der ersten Zeit ihres Bestehens - dieses sieht man heute noch in Russland – hat er da nicht das Privilegium dieser Gesellschaften soweit ausgedehnt, daß es der Presse verboten wurde, Eisenbahnunglücksfälle zu erwähnen, damit deren Aktien, für die er gebürgt, nicht entwertet wurden? Hat er nicht tatsächlich das Monopol begünstigt, welches die Vanderbilts wie die Polyakoffs, die Direktoren des P. L. M. und diejenigen der Gotthardbahn 'zu den Königen der Zeit' gemacht hat?

Wenn wir also das stillschweigend erzielte Einvernehmen zwischen den Eisenbahnkompagnien als Beispiel anführten, so geschah es nicht, um ein Ideal einer technischen Organisation zu geben. Es geschah, um zu beweisen, daß, wenn die Kapitalisten, ohne ein anderes Ziel zu haben als ihre Profite auf Kosten der Gesamtheit zu vermehren, dazu gelangen können, die Eisenbahnen auszubeuten und zwar ohne daß sie zu diesem Zwecke ein internationales Bureau gründen - die Arbeitergenossenschaften es ebenso gut, wenn nicht besser, können werden, ohne einen europäischen Eisenbahnminister zu ernennen.

Ein anderer Einwurf, scheinbar ernsterer Natur, ist folgender. Man könnte sagen, daß die Vereinbarung, von der wir sprechen, keineswegs eine freie ist, daß die großen Kompagnien den kleinen die Gesetze vorschreiben. Man könnte z. B. jene reiche Kompagnie erwähnen, welche die Reisenden, die von Berlin nach Basel wollen, zwingt, über Köln oder Frankfurt zu fahren, anstatt die Strecke über Leipzig zu benutzen; eine andere, welche, um einflußreichen Aktionären Vorteile zu verschaffen (bei weiten Strecken) die Waren einen Umweg von 200 Kilometern machen läßt; eine dritte schließlich, die darauf ausgeht, Sekundärlinien zugrunde zu richten. In den Vereinigten Staaten werden die Reisenden und die Waren vielfach auf den unwahrscheinlichsten Strecken befördert, damit die Dollars in die Tasche eines Vanderbilts fließen.

Unsere Antwort darauf ist die gleiche. Solange das Kapital besteht, wird das Großkapital stets das kleine unterdrücken. Doch diese Unterdrückung resultiert nicht allein aus dem Kapital. Gerade mit der Hilfe des Staates, mittels des durch den Staat zu ihren Gunsten geschaffenen Monopols, unterdrücken die großen Kompagnien die kleinen.

Marx [im Englischen:
"The early English and French Socialists have shown"!?] hat uns in trefflicher Weise gezeigt wie die englische Gesetzgebung alles getan, um die Kleinindustrie zu unterdrücken, den Bauern dem Elend zu überliefern und den großen Industriellen ganze Bataillone von Barfüßlern zuzuführen, die gezwungen waren, für den Spottlohn, den man ihnen bot, zu arbeiten. Ebenso verhält es sich mit der Gesetzgebung bezüglich der Eisenbahnen. Strategische Linien, subventionierte Linien, Linien mit dem Monopol der internationalen Post, alle diese Einrichtungen sind geschaffen worden im Interesse der großen Herren der Finanz. Wenn Rothschild - der Gläubiger der gesamten europäischen Staaten - sein Kapital in irgend eine Eisenbahn steckt, so wissen es seine getreuen Diener, die Minister, meist zu arrangieren, daß er auch seinen Vorteil dabei findet.

In den Vereinigten Staaten - dieser Demokratie, welche uns die autoritären Sozialisten vielfach als ein Ideal hinstellen - herrscht der furchtbarste Schwindel in allem, was Eisenbahnen heißt. Wenn diese oder jene Kompagnie ihre Konkurrenten durch einen erniedrigten Tarif ruiniert hat, so bereichert sie sich sicherlich auf der anderen Seite an den Ländereien, die ihr der Staat auf Grund von Bestechungen überläßt. Die Dokumente, die über den amerikanischen Getreidehandel veröffentlicht worden sind, haben uns gezeigt, welchen Anteil der Staat bei dieser Ausbeutung des Schwachen durch den Starken hatte.

Es sei hier noch einmal gesagt, der Staat hat die Macht des Großkapitals verzehnfacht, verhundertfacht. Und wenn wir sehen, daß es den Vereinigungen der Eisenbahnkompagnien (ebenfalls eine Frucht der freien Vereinbarung) bisweilen gelingt, die kleinen Kompagnien gegen die großen zu schützen, so müssen wir umsomehr die innerliche Kraft dieses Prinzips der freien Vereinbarung bewundern, welche dies gegenüber der Allmacht des vom Staate unterstützten Großkapitals möglich macht.

In der Tat, die kleinen Kompagnien leben trotz der Parteilichkeit des Staates für das Großkapital. Wenn wir in Frankreich - dem Lande der Zentralisation - nur fünf oder sechs große Kompagnien sehen, so zählt man in Großbritannien mehr als 100 Kompagnien, die sich in wunderbarer Weise zu verständigen wissen und sicherlich besser für einen schnellen Transport der Reisenden und der Waren organisiert sind, als die deutschen und französischen Eisenbahnen.

Übrigens liegt auch hier gar nicht der Kernpunkt. Das Großkapital, vom Staate begünstigt, kann stets, da es sich im Vorteil befindet, das Kleinkapital vernichten. Was uns beschäftigt, ist folgendes: Die Vereinbarung zwischen Hunderten von Kompagnien, denen die Eisenbahnen Europas gehören, hat sich direkt vollzogen, ohne die Intervention einer Zentralregierung, welche den verschiedenen Gesellschaften ein Gesetz vorschrieb: sie wird aufrecht erhalten mittels Kongressen, zusammengesetzt aus Delegierten, die miteinander diskutieren und ihren Auftraggebern nachher Vorschläge, aber keine Gesetze bringen. Es ist dies ein neues Prinzip, welches sich scharf von dem gouvernementalen Prinzip, dem monarchistischen oder republikanischen, dem absolutistischen oder parlamentarischen, unterscheidet. Es ist dies eine Neuerung, die sich heute in Europa Geltung verschafft, wenn auch noch schüchtern, der aber die Zukunft gehört."
Auszug aus "Die freie Vereinbarung" (1892, übernommen in Die Eroberung des Brotes); den gesamten deutschen Text findet man an verschiedenen Stellen im Internet, z.B. hier: http://www.syndikalismusforschung.info/kropotkin3.htm

Februar 16, 2012

164 Jahre Octave Mirbeau

 
Vorwort zu La société mourante et l'anarchie von Jean Grave (1893):

J'ai un ami qui met une bonne volonté, vraiment touchante, à comprendre les choses. Tout naturellement, il aspire à ce qui est simple, grand et beau. Mais son éducation, encrassée de préjugés et de mensonges, inhérents à toute éducation, dite supérieure, l'arrête, presque toujours, dans ses élans vers la délivrance spirituelle. Il voudrait s'affranchir complètement des idées traditionnelles, des séculaires routines où son esprit s'englue, malgré lui, et ne le peut. Souvent, il vient me voir et nous causons longuement. Les doctrines anarchiques, si calomniées des uns, si mal connues des autres, le préoccupent ; et son honnêteté est grande, sinon à les accepter toutes, du moins à les concevoir. Il ne croit pas, ainsi que le croient beaucoup de gens de son milieu, qu'elles consistent uniquement à faire sauter des maisons. Il y entrevoit, au contraire, dans un brouillard qui se dissipera, peut-être, des formes harmoniques et des beautés ; et il s'y intéresse comme à une chose qu'on aimerait, une chose un peu terrible encore et qu'on redoute parce qu'on ne la comprend pas bien.
Mon ami a lu les admirables livres de Kropotkine, les éloquentes, ferventes et savantes protestations d'Élisée Reclus, contre l'impiété des gouvernements et des sociétés basées sur le crime. De Bakounine, il connaît ce que les journaux anarchistes, ça et là, en ont publié. Il a travaillé l'inégal Proudhon et l'aristocratique Spencer. Enfin, récemment, les déclarations d'Etiévant l'ont ému. Tout cela l'emporte, un moment, vers les hauteurs où l'intelligence se purifie. Mais de ces brèves excursions à travers l'idéal il revient plus troublé que jamais. Mille obstacles, purement subjectifs, l'arrêtent ; il se perd en une infinité de si, de cas, de mais, inextricable forêt, dont il me demande parfois, de le tirer.
Comme hier encore il me confiait le tourment de son âme, je lui dis :
— Grave, dont vous connaissez le judicieux et mâle esprit, va publier un livre : La Société mourante et l'anarchie. Ce livre est un chef-d'œuvre de logique. Il est plein de lumière. Ce livre n'est point le cri du sectaire aveugle et borné ; ce n'est point, non plus, le coup de tam-tam du propagandiste ambitieux ; c'est l'œuvre pesée, pensée, raisonnée, d'un passionné, il est vrai, d'un «qui a la foi», mais qui sait, compare, discute, analyse, et qui, avec une singulière clairvoyance de critique, évolue parmi les faits de l'histoire sociale, les leçons de la science, les problèmes de la philosophie pour aboutir aux conclusions infrangibles que vous savez et dont vous ne pouvez nier ni la grandeur, ni la justice.
Mon ami m'interrompit vivement :
— Je ne nie rien... Je comprends, en effet, que Grave, dont j'ai suivi à la Révolte, les ardentes campagnes, rêve la suppression de l'État, par exemple. Moi qui n'ai pas toutes ses hardiesses, je la rêve aussi. L'État pèse sur l'individu d'un poids chaque jour plus écrasant, plus intolérable. De l'homme qu'il énerve, et qu'il abrutit, il ne fait qu'un paquet de chair à impôts. Sa seule mission est de vivre de lui, comme un pou vit de la bête sur laquelle il a posé ses suçoirs. L'État prend à l'homme son argent, misérablement gagné dans ce bagne : le travail; il lui filoute sa liberté à toute minute entravée par les lois ; dès sa naissance, il tue ses facultés individuelles, administrativement, ou il les fausse, ce qui revient au même. Assassin et voleur, oui, j'ai cette conviction que l'État est bien ce double criminel. Dès que l'homme marche, l'État lui casse les jambes ; dès qu'il tend les bras, l'État les lui rompt ; dès qu'il ose penser, l'État lui prend le crâne, et il lui dit : «Marche, prends, et pense.»
— Eh bien ? fis-je.
Mon ami continua:
— L'anarchie, au contraire, est la reconquête de l'individu, c'est la liberté du développement de l'individu, dans un sens normal et harmonique. On peut la définir d'un mot : utilisation spontanée de toutes les énergies humaines, criminellement gaspillées par l'État ! Je sais cela... et je comprends pourquoi toute une jeunesse artiste et pensante, — l'élite contemporaine — regarde impatiemment se lever cette aube attendue, où elle entrevoit, non seulement, un idéal de justice, mais un idéal de beauté.
— Eh bien ? fis-je de nouveau.
— Eh bien, une chose m'inquiète et me trouble, le côté terroriste de l'anarchie. Je répugne aux moyens violents ; j'ai horreur du sang et de la mort, et je voudrais que l'anarchie attendît son triomphe de la justice seule de l'avenir.
— Croyez-vous donc, répliquai-je, que les anarchistes soient des buveurs de sang ? Ne sentez-vous pas, au contraire, toute l'immense tendresse, tout l'immense amour de la vie, par qui le cœur d'un Kropotkine est gonflé. Hélas ! ce sont là des tristesses inséparables de toutes les luttes humaines, et contre lesquelles on ne peut rien... Et puis !... voulez-vous que je vous fasse une comparaison classique ?... La terre est desséchée ; toutes les petites plantes, toutes les petites fleurs sont brûlées par un ardent, par un persistant soleil de mort ; elles s'étiolent, se penchent, elles vont mourir... Mais voici qu'un nuage noircit l'horizon, il s'avance et couvre le ciel embrasé. La foudre éclate, et l'eau ruisselle sur la terre ébranlée. Qu'importe que la foudre ait brisé, ça et là, un chêne trop grand, si les petites plantes qui allaient mourir, les petites plantes abreuvées et rafraîchies, redressent leur tige, et remontent leurs fleurs dans l'air redevenu calme ?... Il ne faut pas trop, voyez-vous, s'émouvoir de la mort des chênes voraces... Lisez le livre de Grave... Grave a dit, à ce propos, des choses excellentes. Et si, après avoir lu ce livre, où tant d'idées sont remuées et éclaircies, si après l'avoir pensé, comme il convient à une œuvre de cette envergure intellectuelle, vous ne pouvez parvenir à vous faire une opinion stable et tranquille, mieux vaudra, je vous en avertis, renoncer à devenir l'anarchiste que vous pouvez être, et rester le bon bourgeois, l'impénitent et indécrottable bourgeois, le bourgeois «malgré lui», que vous êtes, peut-être...
OCTAVE MIRBEAU

Dezember 09, 2011

169 Jahre Pëtr Alekseevič Kropotkin

Und noch ein alter Text eines bärtigen Verstorbenen, diesmal etwas länger geraten:

Free agreement

I
Accustomed as we are by heredity prejudices and our unsound education and training to represent ourselves the beneficial hand of Government, legislation and magistracy everywhere, we have come to believe that man would tear his fellow-man to pieces like a wild beast the day the police took his eye off him; that absolute chaos would come about if authority were overthrown during a revolution. And with our eyes shut we pass by thousands and thousands of human groupings which form themselves freely, without any intervention of the law, and attain results infinitely superior to those achieved under governmental tutelage.
If you open a daily paper you find that its pages are entirely devoted to Government transactions and to political jobbery. A man from another world, reading it, would believe that, with the exception of the Stock Exchange transactions, nothing gets done in Europe save by order of some master. You find nothing in the paper about institutions that spring up, grow up, and develop without ministerial prescription! Nothing—or almost nothing! Even where there is a heading, "Sundry Events" (Faits divers, a favorite column in the French papers), it is because they are connected with the police. A family drama, an act of rebellion, will only be mentioned if the police have appeared on the scene.
Three hundred and fifty million Europeans love or hate one another, work, or live on their incomes; but, apart from literature, theatre, or sport, their lives remain ignored by newspapers if Governments have not intervened in it in some way or other. It is even so with history. We know the least details of the life of a king or of a parliament; all good and bad speeches pronounced by the politicians have been preserved: "speeches that have never had the least influence on the vote of a single member," as an old parliamentarian said. Royal visits, the good or bad humour of politicians, their jokes and intrigues, are all carefully recorded for posterity. But we have the greatest difficulty to reconstitute a city of the Middle Ages, to understand the mechanism of that immense commerce that was carried on between Hanseatic cities, or to know how the city of Rouen built its cathedral. If a scholar spends his life in studying these questions, his works remain unknown, and parliamentary histories—that is to say, the defective ones, as they only treat of one side of social life—multiply; they are circulated, they are taught in schools.
In this way we do not even perceive the prodigious work, accomplished every day by spontaneous groups of men, which constitutes the chief work of our century.
We therefore propose to point out some of these most striking manifestations, and to show how men, as soon as their interests do not absolutely clash, act in concert, harmoniously, and perform collective work of a very complex nature.
It is evident that in present society, based on individual property—that is to say, on plunder, and on a narrow-minded, and therefore foolish individualism—facts of this kind are necessarily limited; agreements are not always perfectly free, and often they have a mean, if not execrable aim.
But what concerns us is not to give examples which might be blindly followed, and which, moreover, present society could not possibly give us. What we have to do is to show that, in spite of the authoritarian individualism which stifles us, there remains in our life, taken as a whole, a very great part in which we only act by free agreement; and that therefore it would be much easier than is usually thought, to dispense with Government.
In support of our view we have already mentioned railways, and we will now return to them.
We know that Europe has a system of railways, over 175,000 miles long, and that on this network you can nowadays travel from north to south, from east to west, from Madrid to Petersburg, and from Calais to Constantinople, without delays, without even changing carriages (when you travel by express). More than that: a parcel deposited at a station will find its addressee anywhere, in Turkey or in Central Asia, without more formality needed for sending it than writing its destination on a bit of paper.
This result might have been obtained in two ways. A Napoleon, a Bismarck, or some potentate having conquered Europe, would from Paris, Berlin, or Rome, draw a railway map and regulate the hours of the trains. The Russian Tsar Nicholas I. dreamt of such a power. When he was shown rough drafts of railways between Moscow and Petersburg, he seized a ruler and drew on the map of Russia a straight line between these two capitals, saying, "Here is the plan." And the road was built in a straight line, filling in deep ravines, building bridges of a giddy height, which had to be abandoned a few years later, after the railway had cost about £120,000 to £150,000 per English mile.
This is one way, but happily things were managed differently. Railways were constructed piece by piece, the pieces were joined together, and the hundred different companies, to whom these pieces belonged, gradually came to an understanding concerning the arrival and departure of their trains, and the running of carriages on their rails, from all countries, without unloading merchandise as it passes from one network to another.
All this was done by free agreement, by exchange of letters and proposals, and by congresses at which delegates met to discuss well specified special points, and to come to an agreement about them, but not to make laws. After the congress was over, the delegates returned to their respective companies, not with a law, but with the draft of a contract to be accepted or rejected.
Of course difficulties were met in the way. There were obstinate men who would not be convinced. But a common interest compelled them to agree in the end, without invoking the help of armies against the refractory members.
This immense network of railways connected together, and the enormous traffic it has given rise to, no doubt constitutes the most striking trait of the nineteenth century; and it is the result of free agreement. If somebody had foretold it eighty years ago, our grandfathers would have thought him idiotic or mad. They would have said: "Never will you be able to make the shareholders of a hundred companies listen to reason! It is a Utopia, a fairy tale. A central Government, with an 'iron' dictator, can alone enforce it."
And the most interesting thing in this organization is, that there is no European Central Government of Railways! Nothing! No minister of railways, no dictator, not even a continental parliament, not even a directing committee! Everything is done by free agreement.
So we ask the believers in the State, who pretend that "we can never do without a central Government, were it only for regulating the traffic," we ask them: "But how do European railways manage without them? How do they continue to convey millions of travellers and mountains of luggage across a continent? If companies owning railways have been able to agree, why should railway workers, who would take possession of railways, not agree likewise? And if the Petersburg-Warsaw Company and that of Paris-Belfort can act in harmony, without giving themselves the luxury of a common commander, why, in the midst of our societies, consisting of groups of free workers, should we need a Government?"

II
When we endeavour to prove by examples that even to-day, in spite of the iniquitous organization of society as a whole, men, provided their interests be not diametrically opposed, agree without the intervention of authority, we do not ignore the objections that will be put forth.
All such examples have their defective side, because it is impossible to quote a single organization exempt from the exploitation of the weak by the strong, the poor by the rich. This is why the Statists will not fail to tell us with their wonted logic: "You see that the intervention of the State is necessary to put an end to this exploitation!"
Only they forget the lessons of history; they do not tell us to what extent the State itself has contributed towards the existing order by creating proletarians and delivering them up to exploiters. They forget to prove us that it is possible to put an end to exploitation while the primal causes—private capital and poverty, two-thirds of which are artificially created by the State—continue to exist.
When we speak of the accord established among the railway companies, we expect them, the worshippers of the bourgeois State, to say to us: "Do you not see how the railway companies oppress and ill-use their employees and the travellers! The only way is, that the State should intervene to protect the workers and the public!"
But have we not said and repeated over and over again, that as long as there are capitalists, these abuses of power will be perpetuated? It is precisely the State, the would-be benefactor, that has given to the companies that monopoly and those rights upon us which they possess to-day. Has it not created concessions, guarantees? Has it not sent its soldiers against railwaymen on strike? And during the first trials (quite lately we saw it still in Russia), has it not extended the privilege of the railway magnates as far as to forbid the Press to mention railway accidents, so as not to depreciate the shares it guaranteed? Has it not favoured the monopoly which has anointed the Vanderbilts and the Polyakoffs, the directors of the P.L.M., the C.P.R., the St. Gothard, "the kings of our days"?
Therefore, if we give as an example the tacit agreement come to between railway companies, it is by no means as an ideal of economical management, nor even an ideal of technical organization. It is to show that if capitalists, without any other aim than that of augmenting their dividends at other people's expense, can exploit railways successfully without establishing an International Department,—societies of working men will be able to do it just as well, and even better, without nominating a Ministry of European railways.
Another objection is raised that is more serious at first sight. We may be told that the agreement we speak of is not perfectly free, that the large companies lay down the law to the small ones. It might be mentioned, for example, that a certain rich German company, supported by the State, compel travellers who go from Berlin to Bâle to pass via Cologne and Frankfort, instead of taking the Leipzig route; or that such a company carries goods a hundred and thirty miles in a roundabout way (on a long distance) to favour its influential shareholders, and thus ruins the secondary lines. In the United States travellers and goods are sometimes compelled to travel impossibly circuitous routes so that dollars may flow into the pocket of a Vanderbilt.
Our answer will be the same: As long as Capital exists, the Greater Capital will oppress the lesser. But oppression does not result from Capital only. It is also owing to the support given them by the State, to monopoly created by the State in their favour, that the large companies oppress the small ones.
The early English and French Socialists have shown long since how English legislation did all in its power to ruin the small industries, drive the peasant to poverty, and deliver over to wealthy industrial employers battalions of men, compelled to work for no matter what salary. Railway legislation did exactly the same. Strategic lines, subsidized lines, companies which received the International Mail monopoly, everything was brought into play to forward the interests of wealthy financiers. When Rothschild, creditor to all European States, puts capital in a railway, his faithful subjects, the ministers, will do their best to make him earn more.
In the United States, in the Democracy that authoritarians hold up to us as an ideal, the most scandalous fraudulency has crept into everything that concerns railroads. Thus, if a company ruins its competitors by cheap fares, it is often enabled to do so because it is reimbursed by land given to it by the State for a gratuity. Documents recently published concerning the American wheat trade have fully shown up the part played by the State in the exploitation of the weak by the strong. Here, too, the power of accumulated capital has increased tenfold and a hundredfold by means of State help. So that, when we see syndicates of railway companies (a product of free agreement) succeeding in protecting their small companies against big ones, we are astonished at the intrinsic force of free agreement that can hold its own against all-powerful Capital favoured by the State.
It is a fact that little companies exist, in spite of the State's partiality. If in France, land of centralization, we only see five or six large companies, there are more than a hundred and ten in Great Britain who agree remarkably well, and who are certainly better organized for the rapid transit of travellers and goods than the French and German companies.
Moreover, that is not the question. Large Capital, favoured by the State, can always, if it be to its advantage, crush the lesser one. What is of importance to us is this: The agreement between hundreds of capitalist companies to whom the railways of Europe belong, was established without intervention of a central government to lay down the law to the divers societies; it has subsisted by means of congresses composed of delegates, who discuss among themselves, and submit proposals, not laws, to their constituents. It is a new principle that differs completely from all governmental principle, monarchical or republican, absolute or parliamentarian. It is an innovation that has been timidly introduced into the customs of Europe, but has come to stay.
(aus: The conquest of bread, New York, 1926, S.119-125. Ursprünglich La conquête du pain, 1892)

Mai 03, 2011

125 Jahre Ixigrec

Zum diesjährigen Wiegenfest von Robert Collino alias Ixigrec erneut ein Artikel aus der Encyclopédie anarchiste (1934), wenn man so will als rejoinder zum Kropotkin-Post von gestern, eine Kritik des Organizismus in der Soziologie:
 
ORGANISME n. m.
La similitude des fonctionnements d'un être vivant et d'un groupe d'êtres vivants a déterminé certains sociologues à déduire de leurs observations des enseignements qu'ils essaient d'adapter à la vie sociale et qu'ils croient comparables à l'activité propre de l'animal.
C'est ainsi que tout organisme vivant étant un ensemble d'organes adaptés à des fonctions différentes, on a cru légitime de comparer la société à un organisme vivant, les divers groupes humains à des organes et chaque individu à une cellule.
Pour apprécier la valeur exacte de cette comparaison, il est nécessaire de connaître le fonctionnement social et le fonctionnement d'un être vivant. Celui-ci se compose d'un nombre invariable d'organes principaux dont la coordination assure la vitalité. L'absence ou la suppression de l'un de ces organes détermine plus ou moins rapidement sa mort. Or la mort, ou fin de la coordination organique, détermine invariablement la mort de toutes les cellules. Ici l'arrêt du fonctionnement collectif détermine l'arrêt du fonctionnement individuel.
Or il n'en est point de même pour le fonctionnement social. Une société humaine peut se composer d'un nombre très variable de groupes humains, sans formes bien définies et, d'autre part, la dissolution sociale n'amènera point la mort de chaque humain, puisque chacun d'eux pourra vivre ailleurs.
Cette différence entre les deux cas vient de ce que la spécialisation cellulaire organique des métazoaires a déterminé des réactions particulières en chaque cellule et créé une sorte de milieu artificiel qui les soustrait à la lutte individuelle contre le milieu, tandis que le milieu social n'est point parvenu à une telle déformation.
Ce qui démontre bien ce fait, c'est que l'on est parvenu à conserver vivante plus de dix ans et à faire proliférer de nombreuses cellules prélevées sur des organes divers et cultivées en milieu artificiel très souvent renouvelé. Dès que ce milieu artificiel est insuffisant ou supprimé, ces cellules meurent ; mais, dans de bonnes conditions, elles vivent ainsi indéfiniment, tandis que leur vie organique normale est beaucoup plus réduite. On peut donc considérer tout être pluricellulaire comme un ensemble de cellules vivant dans un milieu artificiel avantageux à chacune d'elle et absolument indispensable à leur conservation.
En fait, toutes ces cellules proviennent d'une première cellule, laquelle, par divisions successives, donne naissance aux divers groupements de cellules formant progressivement tous les organes et tous les tissus de l'être vivant. L'embryologie nous montre cette organisation s'effectuant par multiplication de cellules sous l'influence des forces physico-chimiques du milieu. Dans ce développement, les groupes de cellules occupent des positions différentes relativement à l'ensemble des cellules et les phénomènes physico-chimiques d'assimilation et de désassimilation qui caractérisent la vie ne s'effectuent point de la même manière en chacun d'eux. D'où différenciation de plus en plus accusée jusqu'à la formation parfaite de l'être entier.
Il est aisé de voir que cette différenciation ayant été déterminée par la position même des groupes cellulaires dans l'organisme considéré, toutes ces mêmes cellules sont nécessairement construites pour ces fonctionnements particuliers et ne peuvent point vivre dans d'autres conditions.
Cette différenciation n'est pas absolue chez tous les êtres pluricellulaires ; il est des plantes dont les diverses parties : feuilles, tiges, fleurs, peuvent reproduire l'être entier et certains vers coupés en tronçons peuvent se régénérer en autant de vers adultes. Ce qui démontre que ces cellules ont conservé les aptitudes primitives d'assimilation et de désassimilation.
Chaque cellule peut d'ailleurs être elle-même considérée comme un organisme très compliqué puisque certains infusoires formés d'une seule cellule comprenant un noyau et un cytaplasma peuvent, à leur tour, être coupés en de multiples morceaux, dont chacun est apte à reproduire l'être entier sous condition de contenir une parcelle du noyau. L'unité vitale organique ne serait donc pas la cellule, mais une combinaison physico-chimique bi-polaire ayant comme caractéristique essentielle : l'assimilation. Celle-ci ne peut se prolonger indéfiniment dans la même combinaison, car l'augmentation de substance modifie les échanges avec le milieu et l'équilibre de la cellule ainsi créée. Il y a donc multiplication cellulaire et nouvel équilibre de ces cellules entre elles. La cause agglutinante de ces cellules paraît être due à une sécrétion squelettique modifiant la mobilité et conséquemment les échanges avec le milieu. L'agglutination en résultant accentue encore ces modifications créatrices de différenciations et d'équilibres nouveaux.
L'observation du règne animal nous montre tous les degrés de complication des organismes, depuis les simples polypes formés d'organes individuels, vivant ensemble sur le pied-même, bien que très spécialisés et capables de vivre seuls, jusqu'aux organismes très évolués des mammifères, en passant par les colonies d'infusoires présentant les premiers degrés de la sexualité et des différenciations cellulaires. On peut suivre ainsi la perte d'individualité de la cellule et la formation d'organismes rendant inapte à la vie toute cellule isolée.
Nous pouvons déduire de ces exemples organiques les principaux faits suivants : Toutes les cellules et tous les organes d'un être vivant sont coordonnés et en équilibre entre eux parce qu'ils sont issus d'une même cellule et qu'ils se sont formés progressivement selon leur rythme initial.
L'organisation d'un être vivant s'effectue par le fonctionnement même de ces cellules sous l'influence du milieu, créant des équilibres successifs par conquête du milieu et assimilation des substances selon un rythme dominant.
L'individualisme ou isolement cellulaire conserve l'intégrité vitale de la cellule, mais s'oppose à tout enrichissement ou différenciation puisque ses divisions successives la maintiennent dans un même équilibre déterminant toujours les mêmes réactions.
La formation du squelette agglutinant détermine la diversité des espèces, la différenciation des cellules et leur spécialisation. D'autre part, ce squelette, très caractéristique selon les espèces, s'oppose aux variations spécifiques et aux modifications trop rapides des animaux.
Si nous comparons alors les milieux sociaux aux milieux organiques, nous voyons que les groupements sociaux qui se sont formés et organisés lentement par accroissement autochtone présentent plus d'unité et de rigidité que ceux formés d'éléments hétéroclites issus d'origines diverses. La coordination et l'action commune y sont plus étroites et le fonctionnement collectif plus avantageux. Par contre, la diversité des pensées individuelles y est très réduite et la mentalité collective cristallisée autour d'immuables concepts.
Nos sociétés modernes, loin d'atténuer ces déformations, les accentuent par des spécialisations rendant les humains inaptes à toutes les fonctions normales de la vie. Certains manuels ou intellectuels ne peuvent vivre hors du milieu social qui les a déformés au point de leur ôter toute initiative ou toute habileté.
Les institutions sociales forment également une sorte de squelette ou d'ossature s'opposant aux variations et aux transformations nécessaires à l'amélioration des conditions vitales dans lesquelles se meuvent les humains.
De ces faits, nous pouvons conclure à l'avantage des sociétés coordonnées autour d'une unité ethnique, naturellement commune à tous ses membres, lesquels devraient, dans leurs associations volontaires, conserver leur autonomie et leur individualité par la variété de leurs fonctions les rendant aptes à toutes les activités de la vie.
Il est donc erronné et dangereux d'assimiler l'homme à une cellule et d'orienter la psychologie des humains vers cette conception cristallisante.
L'homme doit rester un centre d'activité très personnel et non devenir la cellule d'un vaste organisme hors duquel il ne serait plus rien. 
- IXIGREC

Mai 02, 2011

Nochmal zur Kritik an Kropotkin

Ofenschlot hat kürzlich eine alte Kritik aus einem Artikel der Jungle World zum szientistisch-organizistischen Weltbild des Fürsten Kropotkin herausgekramt, siehe auch meine beiden letztjährigen Blogposts über Kropotkin und Malatesta.

März 05, 2011

Riggenbach über Kropotkin

In der neuesten Ausgabe der Libertarian Tradition-Reihe widmet sich Jeff Riggenbach Kropotkin, mit einem kurzen Exkurs zu Murray Bookchin gegen Ende des Artikels:
"(...) Peter Kropotkin is one of the half-dozen cases of famous anarchocommunists that I would say are worth a second look if you're seeking candidates for places in the libertarian tradition. I've previously said as much about Rudolf Rocker and Emma Goldman; I say it now about Peter Kropotkin. Not only did Kropotkin awaken pretty quickly to the folly of his early admiration for violence and force, but he was arguably the first to enunciate and systematically defend what has since become one of the key ideas of modern libertarianism."
Mehr hier.

Dezember 14, 2010

157 Jahre Errico Malatesta

Nur wenige Tage nach Kropotkins Geburtstag steht auch der Geburtstag eines weiteren maßgeblichen Anarchokommunisten an, in diesem Fall Errico Malatesta, Zeitgenosse und Weggefährte Bakunins und des schon genannten, Mechaniker, Schlosser, Eisverkäufer, Krankenpfleger, ein bewegtes Leben in jeglicher Hinsicht. Gegenüber Kropotkin kann man Malatesta zu Gute halten, dass er dessen mechanistisch-szientistische Weltsicht trotz aller Freundschaft offen ablehnte und kritisierte, so z.B. auch in einem späten Aufsatz über Kropotkin aus den Studi sociali vom 15. April 1931. Hieraus ein Auszug nach einer im Web kursierenden französischen Übersetzung, in direkter Gegenüberstellung zum Kropotkin-Text der letzten Woche:


"Sur Kropotkine. Souvenirs et critiques d'un de ses vieux amis.

Kropotkine était en même temps un savant et un réformateur social. Il était possédé par deux passions : le désir de connaître et le désir de faire le bien de l'humanité, deux passions nobles qui peuvent être utiles l'une à l'autre et qu'on voudrait voir en tous les hommes sans qu'elles soient pour autant une seule et même chose. Mais Kropotkine était un tempérament systématique au plus haut degré et voulait tout expliquer par un même principe et tout réduire à l'unité, et il le faisait souvent, à mon avis, aux dépens de la logique. C'est pour cela qu'il appuyait toutes ses aspirations sociales sur la science ; aspirations qui n'étaient, selon lui, que des déductions rigoureusement scientifiques.
Je n'ai aucune compétence spéciale pour juger Kropotkine en tant qu'homme de science. Je sais qu'il avait dans sa jeunesse rendu des services remarquables à la géographie et à la géologie, j'apprécie la grande valeur de son livre sur 'l'entr'aide' et je suis convaincu qu'il aurait pu, avec sa vaste culture et sa haute intelligence, donner une plus grande contribution aux progrès scientifiques si son attention et son activité n'avaient pas été absorbées par la lutte sociale. Cependant, il me semble qu'il lui manquait quelque chose pour être un vrai homme de science : la capacité d'oublier ses désirs, ses partis pris, pour observer les faits avec une impassible objectivité. Il me paraissait plutôt ce que j'appellerais volontiers un poète de la science. Il aurait pu, par des intuitions géniales, entrevoir de nouvelles vérités qui auraient pu être vérifiées par d'autres ayant moins ou point de génie, mais qui auraient été mieux dotés de ce qu'on appelle l'esprit scientifique. Kropotkine était trop passionné pour être un observateur exact.
D'habitude il concevait une hypothèse et cherchait par la suite les faits qui auraient dû la justifier. C'était peut-être une bonne méthode pour découvrir des choses nouvelles mais il lui arrivait de ne pas s'apercevoir des faits qui contredisaient cette hypothèse.
Il ne savait pas se décider à admettre un fait et ne savait même pas souvent le prendre en considération, si auparavant il n'était pas arrivé à l'expliquer, c'est à dire à le faire entrer dans son système. [...]

Avec cette disposition d'esprit qui le poussait à accommoder les choses à sa guise dans les problèmes scientifiques, dans lesquels il n'y a pas de passions qui puissent influencer l'intellect, on pouvait prévoir ce qui se serait passé pour des questions qui auraient touché de près ses plus grands désirs et espérances.
Kropotkine professait la philosophie matérialiste qui prévalait parmi les savants de la 2e moitié du XIXe siècle : Moleschott, Buchner, Vogt, et par conséquent sa conception de l'univers était rigoureusement mécanique.
Suivant son système, la volonté (puissance créatrice dont nous ne pouvons pas comprendre la nature et l'origine, comme d'ailleurs nous ne comprenons pas la nature et l'origine de la matière et de tous les autres 'principes premiers') la volonté donc, qui contribue peu ou prou à déterminer la conduite des individus et des sociétés, n'existait pas et n'était qu'une illusion. Tout ce qui fut, qui est et qui sera, des cours des planètes, de la naissance d'une civilisation à sa décadence, du parfum d'une rose au sourire d'une mère, d'un tremblement de terre à la pensée de Newton, de la cruauté d'un tyran à la bonté d'un saint, tout devait, doit et devra se produire par un enchaînement fatal de causes et d'effets de nature mécanique, qui ne laissent aucune possibilité de variation. L'illusion de la volonté ne saurait être elle-même qu'un fait mécanique.
Naturellement, si la volonté n'a aucune puissance et si tout est nécessaire et que rien ne peut être autrement, les idées de liberté et de justice n'ont plus aucune signification, ne correspondent à rien de réel.
Suivant cette logique, on ne pourrait que contempler ce qui se passe dans le monde avec indifférence, plaisir ou douleur, selon sa propre sensibilité mais sans aucun espoir et sans possibilité de changement.
Kropotkine donc, qui se montrait très sévère envers le fatalisme marxiste, tombait ensuite dans un fatalisme mécanique qui paraît bien plus paralysant.
Mais la philosophie ne pouvait pas tuer la puissante volonté qui animait Kropotkine. II était trop convaincu de la vérité de son système pour y renoncer ou simplement supporter tranquillement qu'on puisse le mettre en doute, mais il était trop désireux de liberté et de justice pour se laisser arrêter par les difficultés d'une contradiction logique et pour renoncer à la lutte. Il s'en sortait en introduisant l'anarchie dans son système et en en faisant une vérité scientifique.
Il se confirmait dans ses convictions en soutenant que toutes les découvertes récentes, dans toutes les sciences, de l'astronomie à la biologie et à la sociologie, permettaient de démontrer de plus en plus que l'anarchie était le mode d'organisation sociale imposé par les lois naturelles.
A cela on pouvait répondre que quelles que puissent être les conclusions qu'il pouvait tirer de la science contemporaine, il était certain que si de nouvelles découvertes étaient venues détruire les croyances scientifiques actuelles, il serait resté anarchiste malgré la science ; tout comme il était anarchiste en dépit de la logique. Mais Kropotkine n'aurait pas su admettre un conflit entre la science et ses aspirations sociales et il aurait inventé un moyen, peu importe qu'il eut été logique ou non, pour concilier sa philosophie mécanique avec son anarchisme.
Ainsi, après avoir affirmé que 'l'anarchisme est une conception de l'univers fondée sur l'interpénétration mécanique des phénomènes embrassant toute la nature y compris la vie en société' (j'avoue n'être jamais arrivé à comprendre ce que cela signifiait) Kropotkine oubliait sa conception mécanique et se lançait dans la lutte avec la verve, l'enthousiasme et la confiance de quelqu'un qui croit en l'efficacité de la volonté et espère pouvoir par son activité contribuer à obtenir ce qu'il désire."

Dezember 09, 2010

168 Jahre Fürst Kropotkin

Lassen wir neben den hier mittlerweile regelmäßig begangenen Geburtstagen diverser Individualisten und Individualanarchisten zur Abwechslung auch einen Anarchokommunisten zu Wort kommen, und zwar, wenn man so will, den  theoretischen Begründer des anarchistischen Kommunismus, Fürst Pëtr Alekseevič Kropotkin, der am 9. Dezember 1842 in Moskau geboren wurde, Kammerpage des Zaren, Sekretär der Sektion für physische Geographie in der Russischen Geographischen Gesellschaft, anarchistischer Revolutionär war, um ein Haar Bildungsminister unter Kerenski geworden wäre (was er ablehnte). Kropotkins Werke strotzen vor Szientismus, tatsächlich will er den Anarchismus auf einernaturwissenschaftlichen Grundlage stellen; seine Vorstellung eines auf regionaler Autarkie aufbauenden freiheitlichen (und freiwilligen) Kommunismus und seine Verherrlichung des mittelalterlichen Stadtlebens muten bisweilen fast schon reaktionär an; nichtsdestotrotz ist Kropotkin eine wichtige Figur, welche die anarchistische Debatte nachhaltig geprägt hat, und dessen naturwissenschaftlichen Forschungen in jüngeren Jahren ebenfalls in gewisser Weise "rehabilitiert" wurden ("Kropotkin was no crackpot" von Stephen Jay Gould). Hier ein Auszug aus Moderne Wissenschaft und Anarchismus, Berlin, 1904, S.49-50, der den für das 19. Jahrhundert so typischen Szientismus Kropotkins illustriert:

"Die Stellung des Anarchismus in der modernen Wissenschaft [Erster Abschnitt]

Welche Stellung nimmt nun der Anarchismus in der großen geistigen Bewegung des 19. Jahrhunderts ein? (...)
Der Anarchismus ist eine Weltanschauung, die auf einer mechanischen oder besser kinetischen Erklärung aller Naturerscheinungen beruht und die gesamte Natur umfaßt - inbegriffen das Leben der menschlichen Gesellschaften mit ihren wirtschaftlichen, politischen und sittlichen Problemen. Seine Forschungsmethode ist die der exakten Naturwissenschaften, bei welchen jede wissenschaftliche Folgerung durch dieselbe Methode begründet und gerechtfertigt werden muß. Sein Ziel ist der Aufbau einer synthetischen Philosophie, welche die Aeußerungen des gesamten Naturlebens, auch des Gesellschaftslebens in ihren Betrachtungskreis zieht, - unter Vermeidung der Irrtümer, in die Comte und Spencer aus den bereits aufgedeckten Gründen verfielen.

Es ist klar, daß der Anarchismus aus diesem Grunde auf die meisten modernen Lebensfragen andere Antworten geben und sich zu ihnen anders verhalten muß wie alle andern politischen Parteien, in manchen Beziehungen selbst wie die sozialistischen Parteien, die sich immer noch nicht von gewissen alten metaphysischen Ideen frei gemacht haben.

Die Entwicklung einer vollkommen mechanischen Weltanschauung [!] befindet sich hinsichtlich der Soziologie, d.h. hinsichtlich jenes Teiles, der sich mit dem Leben und der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften beschäftigt, noch in den Kinderschuhen. Aber das Wenige, was geleistet ist, trägt bereits - vielfach selbst unbewußtermaßen - den gekennzeichneten Charakter. In der Rechtsphilosophie, der Ethik, der Nationalökonomie und der Geschichte der Völker und ihrer sozialen Einrichtungen hat der Anarchismus sich bereits einen Platz erobert und bewiesen, daß er sich nicht mit metaphysischen Voraussetzungen begnügen will, sondern für seine Schlußfolgerungen eine naturwissenschaftliche Grundlage zu finden sucht.

Weit entfernt sich vor der Metaphysik Hegels, Schellings, Kants, oder vor den Kommentatoren des römischen und kanonischen Rechts wie vor den gelehrten Professoren des Staatsrechts oder vor der politischen Oekonomie von Metaphysikern zu beugen, sucht er vielmehr sich über alle Fragen, die auf diesen Gebieten aufgeworfen werden können, Klarheit zu verschaffen, indem er sich auf jene Fülle von Arbeiten stützt, die in den letzten 30-40 Jahren in naturwissenschaftlichem Geiste geleistet wurden."