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Mai 30, 2013

199 Jahre Michail Aleksandrovič Bakunin

"Also keine Gesetzgebung von außen her und keine Autorität; beide sind voneinander unzertrennlich und führen zur Knechtung der Gesellschaft und zur Verdummung der Gesetzgeber selbst.
Folgt heraus, dass ich jede Autorität verwerfe? Dieser Gedanke liegt mir fern. Wenn es sich um Stiefel handelt, wende ich mich an die Autorität des Schusters; handelt es sich um ein Haus, einen Kanal oder eine Eisenbahn, so befrage ich die Autorität des Architekten oder des Ingenieurs. Für irgendeine Spezialwissenschaft wende ich mich an diesen oder jenen Gelehrten. Aber weder der Schuster, noch der Architekt oder der Gelehrte dürfen mir ihre Autorität aufzwingen. Ich höre sie frei und mit aller ihrer Intelligenz, ihrem Charakter, ihrem Wissen gebührenden Achtung an, behalte mir aber mein unbestreitbares Recht der Kritik und der Nachprüfung vor. Ich begnüge mich nicht, eine einzige Spezialautorität zu befragen, ich befrage mehrere, vergleiche ihre Meinungen und wähle die, die mir die richtigste zu sein scheint. Aber ich erkenne keine unfehlbare Autorität an, selbst nicht in ganz speziellen Fragen; folglich, welche Achtung ich auch immer für die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit einer Person habe, setze ich in niemanden unbedingten Glauben. Ein solcher Glaube wäre verhängnisvoll für meine Vernunft, meine Freiheit und den Erfolg meines Unternehmens, er würde mich sofort in einen dummen Sklaven und ein Werkzeug des Willens und der Interessen anderer verwandeln.
Wenn ich mich vor der Autorität von Spezialisten beuge und bereit bin, ihren Angaben und selbst ihrer Leitung in gewissem Grade und, solange es mir notwendig erscheint, zu folgen, tue ich das, weil diese Autorität mir von niemand aufgezwungen ist, nicht von den Menschen und nicht von Gott. Sonst würde ich sie mit Abscheu zurückweisen und ihre Ratschläge, ihre Leitung und ihre Wissenschaft zum Teufel jagen, in der Gewissheit, dass sie mich die Brocken menschlicher Wahrheit, die sie mir geben könnten, in viele Lügen eingehüllt, durch den Verlust meiner Freiheit und Würde bezahlen ließen.
Ich neige mich vor der Autorität von Spezialisten, weil sie mir von meiner eigenen Vernunft auferlegt wird. Ich bin mir bewusst, dass ich nur einen sehr kleinen Teil der menschlichen Wissenschaft in allen Einzelheiten und positiven Entwicklungen umfassen kann. Die größte Intelligenz genügt nicht, alles zu umfassen. Daraus folgt für die Wissenschaft wie für die Industrie die Notwendigkeit der Arbeitsteilung und Vereinigung. Ich empfange und ich gebe, so ist das menschliche Leben. Jeder ist abwechselnd leitende Autorität oder Geleiteter. Es gibt also keine stetige und feststehende Autorität, sondern einen beständigen Wechsel von gegenseitiger Autorität und Unterordnung, die vorübergehend und vor allem freiwillig ist.
Diese gleiche Ursache verbietet mir also, eine feste, beständige und allgemeine Autorität anzuerkennen, weil es keinen universellen Menschen gibt, der imstande wäre, mit jenem Reichtum an Einzelheiten, ohne den die Anwendung der Wissenschaft auf das Leben nicht möglich ist, alle Wissenschaften, alle Zweige des sozialen Lebens zu umfassen. Und wenn es möglich wäre, dass eine solche Universalität je in einem einzigen Mann verwirklicht würde, und wenn er sich derselben bedienen wollte, um uns seine Autorität aufzuzwingen, so müsste man diesen Mann aus der Gesellschaft jagen, weil seine Autorität unvermeidlich alle anderen zur Sklaverei und zum Schwachsinn herabdrücken würde. Ich meine nicht, dass die Gesellschaft Männer von Genie misshandeln soll, wie sie es bis jetzt getan hat. Aber ich meine ebensowenig, dass sie sie zu fett machen, vor allem ihnen irgendwelche Vorrechte oder ausschließlichen Rechte einräumen soll, und dies aus drei Ursachen: erstens weil es ihr oft vorkommen würde, einen Marktschreier für einen Mann von Genie zu halten; dann weil sie durch dieses System von Vorrechten selbst ein wahres Genie in einen Quacksalber verwandeln, demoralisieren, dumm machen kann, und endlich, weil sie sich einen Despoten geben würde.
Ich fasse zusammen. Wir erkennen also die unbedingte Autorität der Wissenschaft an, weil die Wissenschaft keinen anderen Gegenstand hat, als die sorgfältige und möglichst systematische Wiedergabe der im materiellen, geistigen und moralischen Leben der physischen und der sozialen Welt liegenden Naturgesetze; diese beiden Welten bilden tatsächlich nur ein und dieselbe natürliche Welt. Außerhalb dieser Autorität, der einzig rechtmäßigen, weil vernünftigen und der menschlichen Freiheit entsprechenden, erklären wir alle anderen Autoritäten für lügenhaft, willkürlich, despotisch und verhängnisvoll.
Wir erkennen die unbedingte Autorität der Wissenschaft an, aber wir weisen die Unfehlbarkeit und Universalität der Vertreter der Wissenschaft zurück. In unserer Kirche — man erlaube mir einen Augenblick, dieses Wort zu gebrauchen, das ich im übrigen verabscheue; beide, Kirche und Staat, sind mir unausstehlich [sont mes deux betes noires] —, in unserer Kirche wie in der protestantischen Kirche haben wir ein Oberhaupt, einen unsichtbaren Christus, die Wissenschaft, und wie die Protestanten, sogar konsequenter als die Protestanten, wollen wir in derselben weder Papst, noch Konzile, noch Versammlungen unfehlbarer Kardinale, noch Bischöfe und selbst keine Priester dulden. Unser Christus unterscheidet sich vom protestantischen und christlichen Christus darin, dass letzterer ein persönliches Wesen und unserer unpersönlich ist; der christliche Christus, der schon in einer ewigen Vergangenheit zur Vollendung gelangte, stellt sich als vollkommenes Wesen dar, während die Vollendung und Vervollkommnung unseres Christus, der Wissenschaft, immer in der Zukunft liegen, was soviel heißt, als dass sie nie zur Verwirklichung gelangen wird. Wenn wir nur die unbedingte Autorität der absoluten Wissenschaft anerkennen, setzen wir also in keiner Weise unsere Freiheit aufs Spiel.
Ich verstehe unter "absoluter Wissenschaft" die wirklich universelle Wissenschaft, die das Universum, das System oder die Zuordnung aller sich in der beständigen Entwicklung der Welten äußernden Naturgesetze, in seiner ganzen Ausdehnung und all seinen unendlichen Einzelheiten ideal wiedergeben würde. Es ist klar, dass diese Wissenschaft, das erhabenste Ziel aller Anstrengungen des menschlichen Geistes, nie in absoluter Vollständigkeit verwirklicht werden wird. Unser Christus wird also ewig unvollendet bleiben, was den Stolz seiner bevorrechteten Vertreter unter uns bedeutend vermindern muss. Gegen diesen Sohn Gottes, in dessen Namen sie uns ihre unverschämte und pedantische Autorität aufzulegen die Anmaßung haben würden, werden wir uns auf Gott den Vater berufen, der die wirkliche Welt, das wirkliche Leben ist, von denen jener nur der nur allzu unvollkommene Ausdruck ist und deren unmittelbare Vertreter wir selbst sind — die lebenden Wesen, die wir leben, arbeiten, kämpfen, lieben, streben, genießen und leiden.
Aber während wir die unbedingte, universelle und unfehlbare Autorität der Männer der Wissenschaft zurückweisen, beugen wir uns gern vor der achtenswerten, aber relativen und sehr vorübergehenden, sehr beschränkten Autorität der Vertreter der Spezialwissenschaften und verlangen nichts Besseres, als sie zu befragen, wenn die Reihe an sie kommt, sehr dankbar für die wertvollen Fingerzeige, die sie uns geben, unter der Bedingung, dass sie selbst bereit sind, von uns gleiche Angaben anzunehmen über Dinge und in Fällen, in denen wir gelehrter sind als sie. Im allgemeinen ist es uns ganz erwünscht zu sehen, dass Männer von großem Wissen, großer Erfahrung, großem Geist und vor allem großen Herzens auf uns einen natürlichen, rechtmäßigen, frei angenommenen Einfluss ausüben, der nie im Namen irgendeiner offiziellen, himmlischen oder irdischen Autorität auferlegt wird. Wir nehmen alle natürlichen Autoritäten und Einflüsse an, die im Wesen der Sache, nicht aber im Recht liegen; denn jede im Recht liegende und daher offiziell auferlegte Autorität und jeder Einfluss dieser Art wird sofort Unterdrückung und Lüge und würde uns unfehlbar, wie ich hinreichend bewiesen zu haben glaube, Sklaverei und Unsinn aufzwingen.
Mit einem Wort, wir weisen alle privilegierte, patentierte, offizielle und legale Gesetzgebung, Autorität und Beeinflussung zurück, selbst wenn sie aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgegangen sind, in der Überzeugung, dass sie immer nur zum Nutzen einer herrschenden und ausbeutenden Minderheit gegen die Interessen der ungeheuren geknechteten Mehrheit sich wenden können.
In diesem Sinne sind wir wirklich Anarchisten."
Aus: Gott und der Staat, geschrieben 1871, zuerst veröffentlicht 1882.

Oktober 31, 2012

154 Jahre Georges Mathias Paraf-Juval

The political system is absurd
In a country with a parliamentary regime, people determine what acts are ordered, permitted, and forbidden, that is, the LAW, in the following manner:
1° Delegates are nominated (senators, representatives, council-members, etc.) That nomination is the equivalent of a total abdication of individual activity to the hands of politicians.
2° Politicians come together in assemblies to issue their opinions, and establish texts for their vote on such opinions,
3° The outcome of these votes is imposed by force.
This system is absurd.
If there are truly certain rules that people should order, permit, and forbid, it would be interesting to see which of those rules are really just the natural result of simple logic. If they aren't, then politicians are no more qualified than other people to determine them.
How is truth established? How is science established?
Are delegates named to do so? - No. He who comes out with the truth is no one's delegate. Most often he has no diplomas or any special dignity. -Do we vote on scientific matters? - No. Votes prove nothing. Galileo was alone in saying that the earth spun on an axis. Though he was in the minority, he was nonetheless right, and the majority wrong. -Is science imposed by force? -No. It merely says: "Here it is; these are the proofs. You may impose them upon yourselves if you acknowledge that they are just."
From the scientific point of view, people's reason is perfect. No one rises up in revolt against science, not even ignorant people, because the latter know that it's been verified by those who know what they're doing, and that if they figured it out for themselves, that they would be able to verify it for themselves.
From the legal perspective, the people represent perfect unreason. And the absurdly determined law is often inept and vexatious. It is nonetheless the LAW, however, from the moment it has been voted in and promulgated according to the usual absurd rules.
Such is the political system. Totally foreign to reason, it cannot give reasonable results. Politics, an illogical method, cannot serve for the establishment of logical rules of conduct.
Only a madman would want to determine and impose such rules, if any indeed exist, on sensible people other than by a rational method.
 
(aus The absurdity of politics [1912]; einen Scan der Broschüre findet man hier - eine französische Fassung findet man z.B. hier).

Mai 10, 2011

Mises als Kassandra

"Die romantische Auflehnung gegen Logik und Wissenschaft beschränkt sich nicht auf das Gebiet des Gesellschaftlichen und der Gesellschaftswissenschaft; sie ist Auflehnung gegen das Ganze unserer Kultur und Zivilisation. Abkehr vom Wissen und von der Technik, Rückkehr zum Glauben und zur Bukolik des Mittelalters fordern sowohl Spann als auch Sombart, und alle Deutsche, die nicht im Lager des Marxismus stehen, stimmen ihnen freudig zu. Die Marxisten aber sind eifrig dabei, ihren einst nüchternen 'wissenschaftlichen' Sozialismus in einen den Massen mehr zusagenden romantischen und sentimentalen Sozialismus umzugestalten.
Der Wissenschaft wird vorgeworfen, daß sie nur zum Verstande spreche, das Gemüt aber leer und unbefriedigt lasse. Sie sei hart und kalt, wo Wärme verlangt wird; sie gebe nur Lehren und Technik, wo Tröstung und Erhebung gesucht werden. Daß es nicht die Aufgabe der Wissenschaft sein kann, religiöse und metaphysische Bedürfnisse zu befriedigen, ist nicht zu bestreiten. Sie darf die Grenzen, die ihr gezogen sind, nicht überschreiten, sie hat sich auf die Ausgestaltung unseres Begriffssystems zu beschränken, um dann mit seiner Hilfe die logische Verarbeitung der Erfahrung in die Hand zu nehmen; sie baut damit die Grundlagen, auf denen die wissenschaftliche Technologie - und dazu gehört auch alle Politik als Kunstlehre des Gesellschaftlichen - ihr System errichtet.
Um Glauben und Seelenfrieden hat sich die Wissenschaft in keiner Weise zu kümmern. Die Versuche, Metaphysik wissenschaftlich zu begründen oder durch monistische Feiern, die dem Gottesdienst nachgebildet werden, eine Art Religionsersatz zu schaffen, haben mit Wissenschaft nichts zu tun. An das Transzendente, an das, was jenseits des Denkens und der Erfahrung für uns unzugänglich ruhen mag, kommt die Wissenschaft in keiner Weise heran; sie kann sich zu Lehren, die allein das Transzendente betreffen, weder ablehnend noch zustimmend äußern.
Ein Konflikt zwischen Glauben und Wissen entsteht erst, wenn Religion und Metaphysik aus ihrer Sphäre heraustreten und der Wissenschaft den Kampf ansagen; sie greifen an, teils aus dem Bedürfnis, Glaubenssätze zu verteidigen, die mit dem Stande der wissenschaftlichen Erkenntnis nicht vereinbar sind, öfter noch, um sich gegen die Anwendung der Wissenschaft im Leben zu kehren, wenn diese dem von ihnen empfohlenen Verhalten nicht entspricht. Es ist unschwer zu verstehen, warum dabei die subjektivistische Nationalökonomie am stärksten befehdet wird.
Man darf sich nicht darüber täuschen, daß heute nicht nur die Massen, sondern auch die Gebildeten, die, die man die Intellektuellen nennt, in dieser Auseinandersetzung nicht auf der Seite der Wissenschaft zu finden sind. Manchen mag diese Haltung Herzensbedürfnis sein. Sehr viele aber rechtfertigen ihre Stellungnahme damit, daß es im Zug der Zeit liege, daß man sich dem sehnsüchtigen Wunsch der Massen nicht verschließen dürfe, daß der Intellekt sich demütig vor dem Instinkt und der Einfalt des frommen Gemüts beugen müsse. So dankt der Intellektuelle freiwillig ab, verzichtet voll Selbstverleugnung auf seine Führerrolle und wird zum Geführten. Diese Umkehr - nicht etwa der Wissenschaft, sondern derer, die sich als die Träger der Geisteskultur ansehen - war weitaus das wichtigste geschichtliche Ereignis der letzten Jahrzehnte. Ihr Ergebnis ist eine Politik, deren Früchte wir mit Entsetzen reifen sehen.
Wissenschaftliches Denken hat zu allen Zeiten vereinsamt. Doch nie war es um eine Wissenschaft herum einsamer als um die moderne Nationalökonomie. Das Schicksal der Menschheit - Fortschreiten auf dem Wege, den die Gesittung des Abendlandes seit Jahrtausenden geht, oder jäher Absturz in ein wüstes Chaos, aus dem es keinen Ausweg gibt, aus dem kein neues Leben je erstehen wird - hängt davon ab, ob es dabei bleiben wird."
Ludwig Mises, "Die psychologischen Wurzeln des Widerstandes gegen die nationalökonomische Theorie", erschienen im sehr heterodoxen Tagungsband Probleme der Wertlehre, Erster Teil, München und Leipzig, 1931 (Reprint Vaduz 1994), S.293-295; zugleich Band 183/1 der Schriften des Vereins für Sozialpolitik.

Mai 03, 2011

125 Jahre Ixigrec

Zum diesjährigen Wiegenfest von Robert Collino alias Ixigrec erneut ein Artikel aus der Encyclopédie anarchiste (1934), wenn man so will als rejoinder zum Kropotkin-Post von gestern, eine Kritik des Organizismus in der Soziologie:
 
ORGANISME n. m.
La similitude des fonctionnements d'un être vivant et d'un groupe d'êtres vivants a déterminé certains sociologues à déduire de leurs observations des enseignements qu'ils essaient d'adapter à la vie sociale et qu'ils croient comparables à l'activité propre de l'animal.
C'est ainsi que tout organisme vivant étant un ensemble d'organes adaptés à des fonctions différentes, on a cru légitime de comparer la société à un organisme vivant, les divers groupes humains à des organes et chaque individu à une cellule.
Pour apprécier la valeur exacte de cette comparaison, il est nécessaire de connaître le fonctionnement social et le fonctionnement d'un être vivant. Celui-ci se compose d'un nombre invariable d'organes principaux dont la coordination assure la vitalité. L'absence ou la suppression de l'un de ces organes détermine plus ou moins rapidement sa mort. Or la mort, ou fin de la coordination organique, détermine invariablement la mort de toutes les cellules. Ici l'arrêt du fonctionnement collectif détermine l'arrêt du fonctionnement individuel.
Or il n'en est point de même pour le fonctionnement social. Une société humaine peut se composer d'un nombre très variable de groupes humains, sans formes bien définies et, d'autre part, la dissolution sociale n'amènera point la mort de chaque humain, puisque chacun d'eux pourra vivre ailleurs.
Cette différence entre les deux cas vient de ce que la spécialisation cellulaire organique des métazoaires a déterminé des réactions particulières en chaque cellule et créé une sorte de milieu artificiel qui les soustrait à la lutte individuelle contre le milieu, tandis que le milieu social n'est point parvenu à une telle déformation.
Ce qui démontre bien ce fait, c'est que l'on est parvenu à conserver vivante plus de dix ans et à faire proliférer de nombreuses cellules prélevées sur des organes divers et cultivées en milieu artificiel très souvent renouvelé. Dès que ce milieu artificiel est insuffisant ou supprimé, ces cellules meurent ; mais, dans de bonnes conditions, elles vivent ainsi indéfiniment, tandis que leur vie organique normale est beaucoup plus réduite. On peut donc considérer tout être pluricellulaire comme un ensemble de cellules vivant dans un milieu artificiel avantageux à chacune d'elle et absolument indispensable à leur conservation.
En fait, toutes ces cellules proviennent d'une première cellule, laquelle, par divisions successives, donne naissance aux divers groupements de cellules formant progressivement tous les organes et tous les tissus de l'être vivant. L'embryologie nous montre cette organisation s'effectuant par multiplication de cellules sous l'influence des forces physico-chimiques du milieu. Dans ce développement, les groupes de cellules occupent des positions différentes relativement à l'ensemble des cellules et les phénomènes physico-chimiques d'assimilation et de désassimilation qui caractérisent la vie ne s'effectuent point de la même manière en chacun d'eux. D'où différenciation de plus en plus accusée jusqu'à la formation parfaite de l'être entier.
Il est aisé de voir que cette différenciation ayant été déterminée par la position même des groupes cellulaires dans l'organisme considéré, toutes ces mêmes cellules sont nécessairement construites pour ces fonctionnements particuliers et ne peuvent point vivre dans d'autres conditions.
Cette différenciation n'est pas absolue chez tous les êtres pluricellulaires ; il est des plantes dont les diverses parties : feuilles, tiges, fleurs, peuvent reproduire l'être entier et certains vers coupés en tronçons peuvent se régénérer en autant de vers adultes. Ce qui démontre que ces cellules ont conservé les aptitudes primitives d'assimilation et de désassimilation.
Chaque cellule peut d'ailleurs être elle-même considérée comme un organisme très compliqué puisque certains infusoires formés d'une seule cellule comprenant un noyau et un cytaplasma peuvent, à leur tour, être coupés en de multiples morceaux, dont chacun est apte à reproduire l'être entier sous condition de contenir une parcelle du noyau. L'unité vitale organique ne serait donc pas la cellule, mais une combinaison physico-chimique bi-polaire ayant comme caractéristique essentielle : l'assimilation. Celle-ci ne peut se prolonger indéfiniment dans la même combinaison, car l'augmentation de substance modifie les échanges avec le milieu et l'équilibre de la cellule ainsi créée. Il y a donc multiplication cellulaire et nouvel équilibre de ces cellules entre elles. La cause agglutinante de ces cellules paraît être due à une sécrétion squelettique modifiant la mobilité et conséquemment les échanges avec le milieu. L'agglutination en résultant accentue encore ces modifications créatrices de différenciations et d'équilibres nouveaux.
L'observation du règne animal nous montre tous les degrés de complication des organismes, depuis les simples polypes formés d'organes individuels, vivant ensemble sur le pied-même, bien que très spécialisés et capables de vivre seuls, jusqu'aux organismes très évolués des mammifères, en passant par les colonies d'infusoires présentant les premiers degrés de la sexualité et des différenciations cellulaires. On peut suivre ainsi la perte d'individualité de la cellule et la formation d'organismes rendant inapte à la vie toute cellule isolée.
Nous pouvons déduire de ces exemples organiques les principaux faits suivants : Toutes les cellules et tous les organes d'un être vivant sont coordonnés et en équilibre entre eux parce qu'ils sont issus d'une même cellule et qu'ils se sont formés progressivement selon leur rythme initial.
L'organisation d'un être vivant s'effectue par le fonctionnement même de ces cellules sous l'influence du milieu, créant des équilibres successifs par conquête du milieu et assimilation des substances selon un rythme dominant.
L'individualisme ou isolement cellulaire conserve l'intégrité vitale de la cellule, mais s'oppose à tout enrichissement ou différenciation puisque ses divisions successives la maintiennent dans un même équilibre déterminant toujours les mêmes réactions.
La formation du squelette agglutinant détermine la diversité des espèces, la différenciation des cellules et leur spécialisation. D'autre part, ce squelette, très caractéristique selon les espèces, s'oppose aux variations spécifiques et aux modifications trop rapides des animaux.
Si nous comparons alors les milieux sociaux aux milieux organiques, nous voyons que les groupements sociaux qui se sont formés et organisés lentement par accroissement autochtone présentent plus d'unité et de rigidité que ceux formés d'éléments hétéroclites issus d'origines diverses. La coordination et l'action commune y sont plus étroites et le fonctionnement collectif plus avantageux. Par contre, la diversité des pensées individuelles y est très réduite et la mentalité collective cristallisée autour d'immuables concepts.
Nos sociétés modernes, loin d'atténuer ces déformations, les accentuent par des spécialisations rendant les humains inaptes à toutes les fonctions normales de la vie. Certains manuels ou intellectuels ne peuvent vivre hors du milieu social qui les a déformés au point de leur ôter toute initiative ou toute habileté.
Les institutions sociales forment également une sorte de squelette ou d'ossature s'opposant aux variations et aux transformations nécessaires à l'amélioration des conditions vitales dans lesquelles se meuvent les humains.
De ces faits, nous pouvons conclure à l'avantage des sociétés coordonnées autour d'une unité ethnique, naturellement commune à tous ses membres, lesquels devraient, dans leurs associations volontaires, conserver leur autonomie et leur individualité par la variété de leurs fonctions les rendant aptes à toutes les activités de la vie.
Il est donc erronné et dangereux d'assimiler l'homme à une cellule et d'orienter la psychologie des humains vers cette conception cristallisante.
L'homme doit rester un centre d'activité très personnel et non devenir la cellule d'un vaste organisme hors duquel il ne serait plus rien. 
- IXIGREC

Mai 02, 2011

Nochmal zur Kritik an Kropotkin

Ofenschlot hat kürzlich eine alte Kritik aus einem Artikel der Jungle World zum szientistisch-organizistischen Weltbild des Fürsten Kropotkin herausgekramt, siehe auch meine beiden letztjährigen Blogposts über Kropotkin und Malatesta.

Dezember 14, 2010

157 Jahre Errico Malatesta

Nur wenige Tage nach Kropotkins Geburtstag steht auch der Geburtstag eines weiteren maßgeblichen Anarchokommunisten an, in diesem Fall Errico Malatesta, Zeitgenosse und Weggefährte Bakunins und des schon genannten, Mechaniker, Schlosser, Eisverkäufer, Krankenpfleger, ein bewegtes Leben in jeglicher Hinsicht. Gegenüber Kropotkin kann man Malatesta zu Gute halten, dass er dessen mechanistisch-szientistische Weltsicht trotz aller Freundschaft offen ablehnte und kritisierte, so z.B. auch in einem späten Aufsatz über Kropotkin aus den Studi sociali vom 15. April 1931. Hieraus ein Auszug nach einer im Web kursierenden französischen Übersetzung, in direkter Gegenüberstellung zum Kropotkin-Text der letzten Woche:


"Sur Kropotkine. Souvenirs et critiques d'un de ses vieux amis.

Kropotkine était en même temps un savant et un réformateur social. Il était possédé par deux passions : le désir de connaître et le désir de faire le bien de l'humanité, deux passions nobles qui peuvent être utiles l'une à l'autre et qu'on voudrait voir en tous les hommes sans qu'elles soient pour autant une seule et même chose. Mais Kropotkine était un tempérament systématique au plus haut degré et voulait tout expliquer par un même principe et tout réduire à l'unité, et il le faisait souvent, à mon avis, aux dépens de la logique. C'est pour cela qu'il appuyait toutes ses aspirations sociales sur la science ; aspirations qui n'étaient, selon lui, que des déductions rigoureusement scientifiques.
Je n'ai aucune compétence spéciale pour juger Kropotkine en tant qu'homme de science. Je sais qu'il avait dans sa jeunesse rendu des services remarquables à la géographie et à la géologie, j'apprécie la grande valeur de son livre sur 'l'entr'aide' et je suis convaincu qu'il aurait pu, avec sa vaste culture et sa haute intelligence, donner une plus grande contribution aux progrès scientifiques si son attention et son activité n'avaient pas été absorbées par la lutte sociale. Cependant, il me semble qu'il lui manquait quelque chose pour être un vrai homme de science : la capacité d'oublier ses désirs, ses partis pris, pour observer les faits avec une impassible objectivité. Il me paraissait plutôt ce que j'appellerais volontiers un poète de la science. Il aurait pu, par des intuitions géniales, entrevoir de nouvelles vérités qui auraient pu être vérifiées par d'autres ayant moins ou point de génie, mais qui auraient été mieux dotés de ce qu'on appelle l'esprit scientifique. Kropotkine était trop passionné pour être un observateur exact.
D'habitude il concevait une hypothèse et cherchait par la suite les faits qui auraient dû la justifier. C'était peut-être une bonne méthode pour découvrir des choses nouvelles mais il lui arrivait de ne pas s'apercevoir des faits qui contredisaient cette hypothèse.
Il ne savait pas se décider à admettre un fait et ne savait même pas souvent le prendre en considération, si auparavant il n'était pas arrivé à l'expliquer, c'est à dire à le faire entrer dans son système. [...]

Avec cette disposition d'esprit qui le poussait à accommoder les choses à sa guise dans les problèmes scientifiques, dans lesquels il n'y a pas de passions qui puissent influencer l'intellect, on pouvait prévoir ce qui se serait passé pour des questions qui auraient touché de près ses plus grands désirs et espérances.
Kropotkine professait la philosophie matérialiste qui prévalait parmi les savants de la 2e moitié du XIXe siècle : Moleschott, Buchner, Vogt, et par conséquent sa conception de l'univers était rigoureusement mécanique.
Suivant son système, la volonté (puissance créatrice dont nous ne pouvons pas comprendre la nature et l'origine, comme d'ailleurs nous ne comprenons pas la nature et l'origine de la matière et de tous les autres 'principes premiers') la volonté donc, qui contribue peu ou prou à déterminer la conduite des individus et des sociétés, n'existait pas et n'était qu'une illusion. Tout ce qui fut, qui est et qui sera, des cours des planètes, de la naissance d'une civilisation à sa décadence, du parfum d'une rose au sourire d'une mère, d'un tremblement de terre à la pensée de Newton, de la cruauté d'un tyran à la bonté d'un saint, tout devait, doit et devra se produire par un enchaînement fatal de causes et d'effets de nature mécanique, qui ne laissent aucune possibilité de variation. L'illusion de la volonté ne saurait être elle-même qu'un fait mécanique.
Naturellement, si la volonté n'a aucune puissance et si tout est nécessaire et que rien ne peut être autrement, les idées de liberté et de justice n'ont plus aucune signification, ne correspondent à rien de réel.
Suivant cette logique, on ne pourrait que contempler ce qui se passe dans le monde avec indifférence, plaisir ou douleur, selon sa propre sensibilité mais sans aucun espoir et sans possibilité de changement.
Kropotkine donc, qui se montrait très sévère envers le fatalisme marxiste, tombait ensuite dans un fatalisme mécanique qui paraît bien plus paralysant.
Mais la philosophie ne pouvait pas tuer la puissante volonté qui animait Kropotkine. II était trop convaincu de la vérité de son système pour y renoncer ou simplement supporter tranquillement qu'on puisse le mettre en doute, mais il était trop désireux de liberté et de justice pour se laisser arrêter par les difficultés d'une contradiction logique et pour renoncer à la lutte. Il s'en sortait en introduisant l'anarchie dans son système et en en faisant une vérité scientifique.
Il se confirmait dans ses convictions en soutenant que toutes les découvertes récentes, dans toutes les sciences, de l'astronomie à la biologie et à la sociologie, permettaient de démontrer de plus en plus que l'anarchie était le mode d'organisation sociale imposé par les lois naturelles.
A cela on pouvait répondre que quelles que puissent être les conclusions qu'il pouvait tirer de la science contemporaine, il était certain que si de nouvelles découvertes étaient venues détruire les croyances scientifiques actuelles, il serait resté anarchiste malgré la science ; tout comme il était anarchiste en dépit de la logique. Mais Kropotkine n'aurait pas su admettre un conflit entre la science et ses aspirations sociales et il aurait inventé un moyen, peu importe qu'il eut été logique ou non, pour concilier sa philosophie mécanique avec son anarchisme.
Ainsi, après avoir affirmé que 'l'anarchisme est une conception de l'univers fondée sur l'interpénétration mécanique des phénomènes embrassant toute la nature y compris la vie en société' (j'avoue n'être jamais arrivé à comprendre ce que cela signifiait) Kropotkine oubliait sa conception mécanique et se lançait dans la lutte avec la verve, l'enthousiasme et la confiance de quelqu'un qui croit en l'efficacité de la volonté et espère pouvoir par son activité contribuer à obtenir ce qu'il désire."

Dezember 09, 2010

168 Jahre Fürst Kropotkin

Lassen wir neben den hier mittlerweile regelmäßig begangenen Geburtstagen diverser Individualisten und Individualanarchisten zur Abwechslung auch einen Anarchokommunisten zu Wort kommen, und zwar, wenn man so will, den  theoretischen Begründer des anarchistischen Kommunismus, Fürst Pëtr Alekseevič Kropotkin, der am 9. Dezember 1842 in Moskau geboren wurde, Kammerpage des Zaren, Sekretär der Sektion für physische Geographie in der Russischen Geographischen Gesellschaft, anarchistischer Revolutionär war, um ein Haar Bildungsminister unter Kerenski geworden wäre (was er ablehnte). Kropotkins Werke strotzen vor Szientismus, tatsächlich will er den Anarchismus auf einernaturwissenschaftlichen Grundlage stellen; seine Vorstellung eines auf regionaler Autarkie aufbauenden freiheitlichen (und freiwilligen) Kommunismus und seine Verherrlichung des mittelalterlichen Stadtlebens muten bisweilen fast schon reaktionär an; nichtsdestotrotz ist Kropotkin eine wichtige Figur, welche die anarchistische Debatte nachhaltig geprägt hat, und dessen naturwissenschaftlichen Forschungen in jüngeren Jahren ebenfalls in gewisser Weise "rehabilitiert" wurden ("Kropotkin was no crackpot" von Stephen Jay Gould). Hier ein Auszug aus Moderne Wissenschaft und Anarchismus, Berlin, 1904, S.49-50, der den für das 19. Jahrhundert so typischen Szientismus Kropotkins illustriert:

"Die Stellung des Anarchismus in der modernen Wissenschaft [Erster Abschnitt]

Welche Stellung nimmt nun der Anarchismus in der großen geistigen Bewegung des 19. Jahrhunderts ein? (...)
Der Anarchismus ist eine Weltanschauung, die auf einer mechanischen oder besser kinetischen Erklärung aller Naturerscheinungen beruht und die gesamte Natur umfaßt - inbegriffen das Leben der menschlichen Gesellschaften mit ihren wirtschaftlichen, politischen und sittlichen Problemen. Seine Forschungsmethode ist die der exakten Naturwissenschaften, bei welchen jede wissenschaftliche Folgerung durch dieselbe Methode begründet und gerechtfertigt werden muß. Sein Ziel ist der Aufbau einer synthetischen Philosophie, welche die Aeußerungen des gesamten Naturlebens, auch des Gesellschaftslebens in ihren Betrachtungskreis zieht, - unter Vermeidung der Irrtümer, in die Comte und Spencer aus den bereits aufgedeckten Gründen verfielen.

Es ist klar, daß der Anarchismus aus diesem Grunde auf die meisten modernen Lebensfragen andere Antworten geben und sich zu ihnen anders verhalten muß wie alle andern politischen Parteien, in manchen Beziehungen selbst wie die sozialistischen Parteien, die sich immer noch nicht von gewissen alten metaphysischen Ideen frei gemacht haben.

Die Entwicklung einer vollkommen mechanischen Weltanschauung [!] befindet sich hinsichtlich der Soziologie, d.h. hinsichtlich jenes Teiles, der sich mit dem Leben und der Entwicklung der menschlichen Gesellschaften beschäftigt, noch in den Kinderschuhen. Aber das Wenige, was geleistet ist, trägt bereits - vielfach selbst unbewußtermaßen - den gekennzeichneten Charakter. In der Rechtsphilosophie, der Ethik, der Nationalökonomie und der Geschichte der Völker und ihrer sozialen Einrichtungen hat der Anarchismus sich bereits einen Platz erobert und bewiesen, daß er sich nicht mit metaphysischen Voraussetzungen begnügen will, sondern für seine Schlußfolgerungen eine naturwissenschaftliche Grundlage zu finden sucht.

Weit entfernt sich vor der Metaphysik Hegels, Schellings, Kants, oder vor den Kommentatoren des römischen und kanonischen Rechts wie vor den gelehrten Professoren des Staatsrechts oder vor der politischen Oekonomie von Metaphysikern zu beugen, sucht er vielmehr sich über alle Fragen, die auf diesen Gebieten aufgeworfen werden können, Klarheit zu verschaffen, indem er sich auf jene Fülle von Arbeiten stützt, die in den letzten 30-40 Jahren in naturwissenschaftlichem Geiste geleistet wurden."

Oktober 21, 2010

141 Jahre Mécislas Golberg

Der  am 21. Oktober 1869 (nach einigen Quellen: 1868) in Plock in Masuren geborene Mécislas Golberg, der später nach Frankreich emigrierte, war als Anthropologe, Soziologe, Kunsttheoretiker und -kritiker einer der meist gelesenen libertären Autoren seiner Zeit, ist heute jedoch völlig vergessen, selbst im Vergleich zu anderen Autoren der gleichen Epoche. Hier als Textbeispiel der Schluss der kurzen Schrift L'immoralité de la science aus dem Jahr 1895, S.19-21:

"L'individualité est la base de la science qui connaît les lois générales, comme la loi générale était la base de la science qui ne connaissait que Dieu. Le savoir, sous n'importe quelle forme, complète ce qui est inconscient; mais, une fois adapté à la vie, il devient stérile pour l'intelligence.

Le Dieu des chrétiens est entré dans la vie grâce à la science des lois générales, qui l'a particularisé; la science des lois générales entre dans la vie, et il s'agit de la spécialiser de même façon. Il faut au savoir donner son vrai rôle : adapter les faits non adaptés, utiliser et coordonner les faits inutiles et désordonnés. La science des lois générales n'est plus une adaptation, mais une pure connaissance, une simple luxure cérébrale. Il faut la rejeter et donner au savoir sa forme réelle, l'utilité dans la lutte et pour la sélection. La science d'avenir, consciente de la valeur réelle de l'individualité, doit se débarrasser de toutes les règles de la religion, de tous les fétiches de l’intellectualité. Elle aura soin de découvrir le X de la science actuelle, la vérité plus unie, et moins isolée. La science actuelle ne connaît que deux formes de manifestation : objective et subjective. La science d'avenir n'appréciera pas seulement un fait objectif, c'est-à-dire œuvre, création, preuve, ou un fait subjectif : constatation et conclusion, mais elle cherchera le rapport intime qui existe entre le fait et la vie, entre la création, l'individu et l'espèce.

C'est ainsi que, débarrassée des derniers vestiges du moyen-âge, la science s'appliquera à chercher les connexions existant entre le milieu biologique, sociologique et cosmique par rapport à chaque unité, et après avoir rendu la dignité à l'homme contre Dieu, elle la rendra à l'homme envers l'homme.

Aujourd'hui la science n'admet que les faits utiles, c'est-à-dire adaptés à la règle générale; la science d'avenir regardera comme utile le fait même d'existence et de création, car aucun fait humainement admis ne saurait être autre chose que force vive et féconde. L'utilité par la loi générale est la pauvreté d'acquisition et d'adaptation. L'utilité par le particulier écarte toute idée de contradiction et de supériorité, et prouve l'adaptation de l'homme, sa conquête sur l'existence, sa richesse, c'est-à-dire sa liberté. Croyez-vous que la machine qui crée des grandes richesses bien au-dessus des besoins, que les conditions économiques qui n'attachent plus l'homme au métier, mais chargent [l]a machine de gagner la vie, ne créeront pas en même temps des valeurs nouvelles, basées entièrement sur la fécondité humaine, sur la liberté de l'effort? Les individualités antagonistes que la science actuelle broie pour le bien du plus grand nombre, ne pourront exister là où toute utilité de l'homme envers l'homme, du fait envers la conscience, sera dans la multiplication et la diversité des efforts. Le général, entré dans la vie, n'aura plus besoin d'être dans l'intelligence qui n'aura à apprécier que les unités. La moralité du grand nombre sera écartée, et celle de chacun proclamée.

Mais, dira-t-on, que deviendront les faits inconnus? Et la synthèse de l'amidon, et l'analyse de l'opium, et la connaissance de la structure exacte de l'amphioxus et du mollusque, et le rôle de la capsule surrénale ou bien l'origine du diabète des maigres? Patience ! La curiosité ne perd rien en changeant de direction. Scientifiquement, sans pouvoir préciser ce que sera la science d'avenir, nous pouvons dire ce qu'elle ne sera pas. C'est le droit de la science que de déterminer l’inconnu par le connu, l'heure prochaine par l'heure présente. Et puisque la science n'est qu'un moyen dans la lutte pour l'existence et qu'elle doit se conformer à la logique des événements, à la loi sociologique, et non à la prétendue nature, nous affirmons qu'elle changera en raison de la vie. Et puisque les besoins humains ne peuvent être satisfaits par le règne des lois générales, la science d'avenir les écartera. Et vu qu'en écartant le général, elle donne droit au particulier, la science d'avenir sera celle des valeurs individuelles, et si les sciences actuelles ne répondent pas à ses besoins, elles s'atrophieront comme s'atrophie tout organe inutile. Sa négation est donc complète, car c'est seulement de l'opposition des règles que sort la synthèse, l'œuvre nouvelle.

En résumé : la science des lois a vécu, la science des choses arrive pour nous apporter l'immoralité complète de l'intelligence, la démolition des règles générales d'investigation, la négation des conclusions basées sur le droit du plus grand nombre, du plus essentiel et du supérieur qualitativement, et pour préparer le terrain pour la dernière expression de l'intellectualité, l'esthétique, qui fermera le cycle de la vie de la pensée humaine, sans fermer pour cela celle de la vie de l'espèce. L'intelligence usée tombera comme une feuille automnale, mais la race, toujours plus vigoureuse, continuera son évolution, puisant partout les éléments nécessaires à sa vie. Les nouveaux organes apparaîtront, et le cerveau, devenu trop grand et trop encombrant, cédera place à quelque chose de meilleur. Mais arrêtons nos pressentiments des événements lointains. La frêle barque des prévisions flottera longtemps sur les vagues d'avenir, car aucun Orphée ne viendra la guider, sinon notre propre prudence.

Pourtant, que le triste sort du cerveau ne trouble pas les âmes sensibles! L'humanité rendue clairvoyante et perspicace ne craint pas le changement, et la fragilité des fétiches présents ne saurait l'inquiéter pour l'avenir. Nous avons le respect du fait et nous connaissons la valeur de l'expérience. Le changement ne nous effraie donc pas, et l'avenir n'afflige point le présent. Seuls quelques doctes esprits crient : gare ! tout s'effondre ! Nous disons : tout fleurit, car tout le présent est déprécié.

Ainsi instruits par la vie passée, rendons un juste hommage aux cités anciennes et aux basiliques de nos pères, combattons les derniers vestiges du moyen-âge dans la pensée humaine, et continuons notre route, sûrs que l'humanité ne rebrousse jamais chemin, et que les appels de ceux qui restent, n'arrêtent point ceux qui avancent."