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September 23, 2012

Was in der Zeitung steht...

Interessante Überlegungen im Economist über eine Studie des französischen Neurobiologen François Gonon über die Berichterstattung der Presse über Ergebnisse wissenschaftlicher Forschungen:
"Research on research—particularly on medical research, where sample sizes are often small—shows that lots of conclusions do not stand the test of time. The refutation of plausible hypotheses is the way that science progresses. The problem was in the way the work was reported in the press. (...)
There is (...) an 'almost complete amnesia in the newspaper coverage of biomedical findings'.
If the hypotheses reported in the original studies had stood the test of time, then such short journalistic attention spans would not be a problem. But as Dr Gonon has shown, 80% of the papers in the study turned out to be either wrong or questionable. Failure to follow that up risks leaving even attentive readers with a false impression of progress in the field.
It would be easy to point the finger at lazy journalists for this state of affairs, and a journalistic version of attention-deficit disorder is, no doubt, partly to blame, for the press has a natural bias towards the new and exciting. But science itself must carry some responsibility, too. Eight of the ten articles whose fates Dr Gonon studied were published in respected outlets such as the New England Journal of Medicine and the Lancet. The deflating follow-ups, by contrast, languished in more obscure publications, which hard-pressed hacks and quacks alike are less likely to read.
A sensible prescription is hard. The matter goes beyond simply not believing what you read in the newspapers. Rather, it is a question of remembering that if you do not read subsequent confirmation, then the original conclusion may have fallen by the wayside."
(den ganzen Artikel findet man hier).

Ich musste in diesem Fall an die Geschichte der Ratten mit faustgroßen Tumoren denken, die diese Woche (zumindest hier in Europa) ein größeres Thema in der Presse waren. Die Bilder werden sich wohl einprägen, und haben bereits zu den üblichen Reflexen, d.h. Aufrufen zu noch stärkerer Reglementierung bis hin zum (allerdings illusorischen) Totalverbot der grünen Gentechnik geführt. Weniger interessant für die Medien war der Hintergrund der beteiligten Wissenschaftler (beide bekannte Anti-GMO-Aktivisten, siehe hier, interessante Diskussion in den Kommentaren) und die fast einhellige Kritik anderer Spezialisten an der Methodik der Studie (eine Zusammenstellung findet man an dieser Stelle). Wetten dass etwaige Gegenpapiere, die das Ergebnis der Studie falsifizieren, mit keinem Wort in der Presse erwähnt werden?

Dezember 10, 2008

Kuba: Einstieg in die Grüne Gentechnik

Via Transgen.de:

(08.12.2008) Kuba will erstmals den Anbau von gentechnisch verändertem Mais zulassen. Durch eine stärkere Nutzung der Grünen Gentechnik will das Land sich aus der Abhängigkeit von Agrarimporten lösen. In Kürze soll auf einem etwa 50 Hektar großen Feld gentechnisch veränderter Mais angebaut werden. Wie Carlos Borroto, Direktor des staatlichen Instituts für Gentechnik und Biotechnologie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte, soll dort Saatgut erzeugt werden, mit dem im nächsten Jahr eine Fläche von etwa 6000 Hektar mit gv-Mais bewirtschaftet werden kann. Es handele sich um einen gv-Mais, der ähnlich sei wie er in vielen Ländern bereits zugelassen ist. Außerdem beschäftigten sich kubanische Forschungsinstitute intensiv mit der Entwicklung gentechnisch veränderter Sojabohnen, Kartoffeln und Tomaten.

Durch mehr Agrarforschung möchte sich Kuba aus der Abhängigkeit von Agrarimporten befreien. Derzeit muss Kuba 60 Prozent seiner Lebensmittel aus dem Ausland einführen, vor allem Sojabohnen, Weizen und Mais. Zudem belasten steigenden Preise auf den internationalen Agrarmärkten das wirtschaftlich schwache Land. Trotz des Embargos sind die USA der wichtigster Lieferant, da Lebensmittel von den gegenüber Kuba verhängten Handelsbeschränkungen ausgenommen sind.

Der kubanische Präsident Raul Castro hat eine Steigerung der Agrarproduktion als "Frage der nationalen Sicherheit" ausgerufen. In diesem Jahr haben drei Hurrikane etwa 30 Prozent der kubanischen Ernte zerstört.