Posts mit dem Label Auferstehung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Auferstehung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

März 31, 2013

Psychedelisches zu Ostern


Concrete Rubber Band - Risen Savior (1974)

April 11, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Ostern

Nach Beda Venerabilis (ca. 673-735) ist das Osterfest nach der angelsächsischen Fruchtbarkeitsgöttin Eostre oder Eastre benannt, der Monat April ist dementsprechend der "Eostur-Monath". Jakob Grimm, die eine Hälfte der Gebrüder Grimm, macht aus Eostre (die für manche auch eine Erfindung Bedas ist, so liest man im deutschsprachigen Wikipedia: "Die Existenz dieser Göttin wird von vielen heutigen Wissenschaftlern jedoch bestritten oder zumindest stark angezweifelt." Also ehrlich gesagt, hätte ich so meine Probleme mit einem "Wissenschaftler", für den Eostre real existiert!) die germanische Göttin "Ostara", nach der später Lanz von Liebenfels seine antisemitischen Hefte benennen wird, die ein junger Adolf Hitler begierig aufsaugt. Wie dem auch sei, heute wird Ostara von der Wicca als kleinerer Sabbat am 21. März (Frühlinganfang) begangen.

Dass auch Ostern in diesem Zeitraum gefeiert wird, hängt nicht in erster Linie damit zusammen dass Jesus, nach den meisten christlichen Überlieferungen zumindest, während des Passah-Festes gekreuzigt wurde (nach dem Koran ist Jesus, Sohn von Miriam, der Schwester von Aaron und Moses, nicht am Kreuz gestorben; nach dem jüdischen Toledoth Jeschu ist Jesus zwar auch während des Passahfestes gestorben, jedoch gehängt worden - etwa 90 Jahre vor den Geschehnissen von denen in den Evangelien berichtet wird); eher ist es umgedreht: Jesus ist zum Frühlingsanfang gestorben, weil sein Tod und seine Auferstehung Motive von allen Fruchtbarkeitsgöttern und -göttinnen aufgreift, die ganz einfach den zyklischen Charakter der Jahreszeiten symbolisieren, das Vergehen und neue Aufblühen der Natur, die bevorstehende neue Ernte, die jedes Jahr auf ein Neues von den höheren Mächten erbittet werden muss. Robert M. Price berichtet irgendwo von einer griechischen Bäuerin, die bei einem Passionsspiel für die Auferstehung des HErrn betet, da sie fürchtet, dass ohne Jesus' Entsteigen des Grabes (wobei Jesus in vielen orthodoxen Darstellungen, wie Herakles, Tammuz et al. in den Hades hinabsteigt) die Ernte ausfallen würde. Price gesteht der Frau zu, Sinn und Zweck des Osterfestes besser verstanden zu haben, als alle christliche Theologie, die sich vor allem dadurch auszeichnet, etwas sehr simples so sehr symbolisch zu überfrachten, dass die ursprüngliche Bedeutung des Festes überdeckt wird - obwohl gerade in unserem Kreis Osterei und -hase noch recht eindeutige Hinweise auf den ursprünglichen Charakter von Ostern als Fruchtbarkeitsfest, als Feier des beginnenden Frühlings geben.

In diesem Sinne: frohe Ostern!

April 10, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Karfreitag



Psalm 22 (Auszüge; nach der Luther-Bibel)

2. Mein GOtt, mein GOtt, warum hast du mich verlassen? Ich heule, aber
meine Hilfe ist ferne.

3. Mein GOtt, des Tages rufe ich, so antwortest du nicht; und des
Nachts schweige ich auch nicht.

4. Aber du bist heilig, der du wohnest unter dem Lob Israels.

5. Unsere Väter hofften auf dich, und da sie hofften, halfest du ihnen
aus.

6. Zu dir schrieen sie und wurden errettet; sie hofften auf dich und
nicht zuschanden.

7. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und
Verachtung des Volks.

(...)

12. Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe; denn es ist hie kein
Helfer.

13. Große Farren haben mich umgeben, fette Ochsen haben mich umringet;

14. ihren Rachen sperren sie auf wider mich wie ein brüllender und
reißender Löwe.

15. Ich bin ausgeschüttet wie Wasser; alle meine Gebeine haben sich
zertrennet; mein Herz ist in meinem Leibe wie zerschmolzen Wachs.

16. Meine Kräfte sind vertrocknet wie ein Scherben, und meine Zunge
klebet an meinem Gaumen; und du legest mich in des Todes Staub.

17. Denn Hunde haben mich umgeben, und der Bösen Rotte hat sich um
mich gemacht; sie haben meine Hände und Füße durchgraben.

18. Ich möchte alle meine Beine zählen. Sie aber schauen und sehen
ihre Lust an mir.

19. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein
Gewand.

(...)

Die Inspiration für die Kreuzigungsszene des Markusevangeliums; für gläubige Christen eine Prophezeiung der Leiden Jesu am Kreuz, für gläubige Juden hingegen eine fehlerhafte Übersetzung.

April 09, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Attis


Der phrygische Gott Attis passt eigentlich nicht so gut in das Bild des sterbenden und auferstandenen Gottes, obwohl auch er als Fruchtbarkeits- resp. Vegetationsgott als solcher verehrt wurde. Wie bei Dionysos gibt es auch vom Attis-Mythos mehrere Varianten, wobei auch Elemente der Tammuz-/Adonis-Erzählungen eingeflossen sind.

Wir wollen uns auf diejenige beschränken, laut der Attis durch die Gnade des Zeus nicht leiblich, sondern als ewig grüne Pinie wiedergeboren wurde. Zuvor war Attis verblutet, als er sich in einem Anfall von Wahn selbst die Genitalien abschnitt. Dieser Wahnzustand war eine Reaktion auf das Erscheinen der in ihn verliebten Kybele während des Hochzeitsfestes von Attis und der Tochter des Königs der phrygischen Stadt Pessinus. Nun war es so, dass Kybele und Attis zwar Liebhaber gewesen waren, aber beide eigentlich zwei Facetten der gleichen Person darstellten: des/der zweigeschlechtlichen Dämons/in Agdistis. Die Zweigeschlechtlichkeit von Agdistis war den Göttern des Olymp ein Dorn im Auge, weshalb sie Agdistis das männliche Geschlechtsteil abschnitten. Die nunmehr weibliche Agdistis lebte fortan als Kybele, auch "Grosse Mutter" genannt, weiter, aus dem abgetrennten Penis wurde hingegen ein kräftiger Mandelbaum. Als Nana, die Tochter des Flussgottes Sangarios, eine Frucht des Baumes in den Schoss fällt, wird sie (unbefleckt) mit Attis schwanger...

In gewisser Weise wiederholt sich also bei Attis im Tod die Zeugung.


N.B. Attis erkennt man dadurch wieder, dass er immer mit einer Jakobinermütze (französisch: "bonnet phrygien") auf dem Kopf dargestellt wird.

April 08, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Dionysos (Zwei Varianten)

Dionysos, ein weiterer Gott der für Tod und Wiedergeburt steht, zeichnet sich von den anderen auferstandenen Gottheiten dadurch aus, dass bei ihm das zweite Leben das eigentliche ist, der Geburtsmythos und der Auferstehungsmythos direkt verknüpft werden, dies in beiden existierenden Varianten:
1) Dionysos ist der Sohn von Zeus und der sterblichen Semele, der Tochter König Cadmus' von Theben. Durch die eifersüchtige Hera dazu verleitet, stirbt die schwangere Semele als Zeus ihr den Wunsch erfüllt sich ihr in seiner wahren, in seiner göttlichen Gestalt zu zeigen. Zeus rettet den ungeborenen Dionysos in dem er ihn in seinen Oberschenkel einnäht. Schliesslich entlässt Zeus das Kind auf der Insel Ikaria, weswegen Dionysos als der "von zwei Müttern getragene", bzw. der "zweifach geborene" ist.
2) Dionysos ist der Sohn von Zeus und Persephone, der Königin der Unterwelt (die in verschiedenen Fassungen der Mythen selber eine Tochter von Zeus ist). Die eifersüchtige Hera schickt die Titanen los, um das Kleinkind Dionysos zu töten. Die Titanen reissen das Kind in Stücke, und essen alles auf bis auf das Herz, das gerettet werden kann. Zeus legt das Herz in Semeles Schoss (nach anderen Überlieferungen isst Semele das Herz auf), die das Kind ein zweites Mal zur Welt bringt.

April 07, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Krishna


Obwohl Krishna eine recht spannende Gottheit ist, so ist die Geschichte von seinem Tod und seiner Auferstehung doch vergleichsweise banal (geschildert wird sie im 16. Buch der Mahabharata, der Mausala Parva). Es begab sich so: am 18. Februar des Jahres 3.102 vor unserer Zeitrechnung, um 2 Uhr nachmittags, stösst ein Jägersmann auf den unter einem Baum in tiefer Meditation versunkenen Krishna. Der offenbar etwas schwersichtige Jäger hält den blauhäutigen Schäfer für Dammwild, und trifft ihn mit einem Pfeil an der Ferse, was, ähnlich wie bei Achilles, zum sofortigen Tod führt. Als sich der erschrockene Schütze jedoch der Leiche nähert, schlägt Krishna wieder die Augen auf, und steht in einem gelben Anzug vielarmig vor dem verdutzten Jäger. Krishna tröstet den Jäger und steigt anschliessend mit viel Getöse gegen Himmel auf. Der Augenblick des Todes Krishnas markiert den Anfang des Kali Yuga, des dunken Zeitalters, in dem wir uns nunmehr seit über 5.000 Jahren befinden. Und das alles wegen einem schwersichtigen Jäger!


P.S. Im Internet findet man Angaben darüber, dass Krishna gekreuzigt worden sei und sich die Erde verdüstert habe usw. Das ist aber gelinde gesagt Bullshit, und geht wohl auf den französischen Sachbuch- und Abenteuerroman-Schreiber Louis Jacolliot zurück, der sich im 19. Jahrhundert mit den Parallelen zwischen Krishna und Jesus auseinandergesetzt hat.


April 06, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Osiris


Osiris, Sohn des Geb und der Nut, sterblicher König von Ägypten, wird von seinem eifersüchtigen Bruder Set und 78 Mitverschwörern verraten, und anlässlich eines Banketts dazu verleitet, sich in einen seiner Körperform angepassten Kasten zu legen. Der verräterische Bruder nagelt den Kasten zu, und schmeisst ihn in den Nil. Osiris ertrinkt im verschlossenen Kasten (seitdem ist es Brauch Menschen in Särgen zu bestatten). Der Sarg schwimmt bis nach Byblos im heutigen Libanon. Osiris' Ehefrau Isis findet ihn dort nach langer Suche, und bringt die Leiche zurück nach Ägypten. Jedoch entdeckt Seth die Leiche, und zerteilt sie in 14 Stücke, die er im Nil verteilt. Isis gelingt es erneut, alle Stücke wieder zu finden, bis auf den königlichen Penis, der von einem Fisch gefressen worden war. Mit Hilfe von Anubis gelingt es ihr die übrig gebliebenen Stücke wieder zusammen zu fügen und Osiris vorübergehend zum Leben zu erwecken. Der untote Osiris zeugt auf mystische Art und Weise mit Isis einen Sohn, Horus. Anschliessend wird Osiris einbalsamiert und begraben; die Götter sind jedoch von Isis' Hingabe so beeindruckt, dass sie Osiris im Jenseits zum Leben erwecken und ihn zum Herrn über das Totenreich und den Richter über die Seelen der Verblichenen macht. Durch Osiris' Tod und Auferstehung wird so das Leben nach dem Tod für alle Sterblichen ermöglicht.

April 05, 2009

Die Woche der Auferstehungen: Dumuzi und Inanna

Es ostert sehr. Zum Fest der Auferstehung wollen wir in den kommenden Tagen einige von den Toten auferstandene Götter und Helden kurz vorstellen.

Dumuzi (babylonisch: Tammuz, hellenisiert: Adonis), der Schäfer, Ehemann von Inanna, der sumerischen Göttin der Liebe; in der sumerischen Mythologie fungiert der ursprünglich sterbliche Hirte und Urahn von Gilgamesh als Vegetationsgott. Die Ehe zwischen Dumuzi und Inanna sichert die Fruchtbarkeit der Felder wie der Lenden.
Inanna (babylonisch: Ischtar) beschließt eines Tages in die Unterwelt zu ihrer Schwester Ereshkigal hinabzusteigen, wird jedoch von Ereshkigal getötet und nach drei Tagen wieder auferweckt. Nach ihrer Rückkehr aus der Unterwelt ist Inanna entsetzt, dass ihr Ehemann Dumuzi sie nicht betrauert, und befiehlt den Dämonen Dumuzi selbst in die Unterwelt hinab zu ziehen. Dumuzis Tod hat das Verdorren der Felder, das Einsetzen einer großen Sommerdürre zur Folge. Dumuzi gelingt es - dank der Hilfe des Gottes Utu - der Unterwelt zu entkommen und zu seiner Schwester Geshtinanna, der Göttin des Weines, zu fliehen. Schliesslich entscheidet Inanna, dass Dumuzi jedes Jahr sechs Monate in der Unterwelt verbringen muss und dann wiederum sechs Monate von seiner Schwester Geshtinanna abgewechselt wird. So stirbt Dumuzi seitdem jedes Jahr auf ein Neues, wenn die Ernte eingenommen wird, begleitet vom Jammern und Wehklagen der weiblichen Bevölkerung (vergleiche Ezechiel 8,14), und kehrt nach sechs Monaten pünktlich zurück, so dass die neue Saat spriessen kann...

As the farmer, let him make the fields fertile
As the shepherd, let him make the sheepfolds multiply,
Under his reign let there be vegetation,
Under his reign let there be rich grain

(The Courtship of Inanna and Dumuzi)