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April 06, 2012

134 Jahre Erich Mühsam

Im Sommer 1900 war ich als Apothekergehilfe im Blomberg, einer kleinen lippe-detmoldischen Stadt im Teutoburger Walde, tätig. Mein Gehalt erlaubte mir das Halten zahlreicher Zeitschriften und die Anschaffung der Bücher, die ich darin empfohlen sah. Der geistige Ertrag der Lektüre wurde in den Briefen zu verarbeiten versucht, die in schneller Folge mit Curt Siegfried gewechselt wurden. Der saß noch in Lübeck und ochste stöhnend an den Kenntnissen, die zum Abiturium zur Auswahl stehen sollten. Er fand aber doch die Zeit, die von mir angepriesene Literatur auf ihren Wert zu prüfen, mir seine Entdeckungen mitzuteilen und die Verse, die ich an meinen freien Tagen auf den Wanderungen zum Arminius-Denkmal der noch ziemlich spröden Muse abrang, mit dem Bestreben zu kritisieren, seine freundschaftliche Bewunderung hinter warnenden Einschränkungen des Lobes zu verbergen. Da gab es Hinweise auf die neueste moderne Lyrik und Ratschläge, was ich von Dehmel und Liliencron, Falke, Dauthendey, Franz Evers und den Allerjüngsten wie Ernst Schur oder Richard Schaukai noch alles lernen könnte. Dabei entspannen sich dann Debatten über die Moderne allgemein und ihre Vertreter in der neuen Dichtung speziell, doch glaubte ich kaum, daß unsere Urteile für die Abschätzung der Literatur um die Jahrhundertwende irgendwie anders brauchbar wären als zur Anstellung von Vergleichen unserer neunzehn- und zweiundzwanzigjährigen Begeisterungsfreudigkeit mit der gleichaltrigen Abgeklärtheit des literarischen Nachwuchses von heute. Vielleicht sind wir Fünfzigjährigen nicht mehr imstande, die Jugend zu begreifen. Aber es will mir scheinen, als ob der Teil der literarisch und künstlerisch bewegten Zwanzigjährigen, dessen Leidenschaften nicht in irgendeiner Richtung von den ungeheuren sozialen Geschehnissen der Gegenwart entflammt sind, den Enthusiasmus und die Fähigkeit zu bedenkenloser Bejahung überhaupt hätte vertrocknen lassen.

Was uns betraf, so war unsere naive Gläubigkeit, unsere Bereitschaft, anzuerkennen, zu bewundern, zu preisen, unbegrenzt. Von wem in der »Gesellschaft«, im »Magazin für Literatur« die Rede war, galt uns als Berühmtheit; zu allem Berühmten aber sahen wir in Ehrfurcht auf. Eine Postkarte von Richard Dehmel, auf der er mir, noch in meiner Lehrlingszeit, für einen hymnischen Brief dankte, war ein beneidenswertes Heiligtum, und als mir Siegfried dann schrieb, er sei in Hamburg gewesen und habe Detlev von Liliencron besucht, der unendlich nett zu ihm gewesen sei, da war es, als hätte sich der Tempel des Ruhmes uns selber erschlossen. Übrigens hat Liliencron dem jungen Lübecker anhaltende Sympathie entgegengebracht. Ich lernte ihn später ebenfalls kennen, und er brachte das Gespräch sofort auf meinen Freund, und nach dem Tode Siegfrieds erhielt ich einen sehr warmen und herzlichen Brief von dem Dichter. Liliencron gehörte zu den Berühmtheiten, die persönlich nicht enttäuschten; er war kindlich glücklich über jedes Lob, das ihm zuteil wurde, kritiklos bereit, selbst zu loben, und völlig frei von Anmaßung, Selbstgerechtigkeit und Neid.

Das letzte Quartal meiner pharmazeutischen Laufbahn war ich in Berlin engagiert, in einer Apotheke am Weddingplatz. Die Absicht, zum 1. Januar 1901 den Beruf aufzugeben, stand schon fest, als ich die Berliner Stelle antrat. Wie das eigentlich sein würde, wenn ich nun mein Brot als freier Schriftsteller suchen sollte, davon hatte ich nur sehr dunkle Vorstellungen. Die wenigen Menschen, denen ich mich anvertraute, rieten mir dringend ab, auch Siegfried, dessen materialistische Besorgnisse mich ärgerten und meinen Trotz versteiften. Hans Land, dem ich mit einem Novellenmanuskript einen Brief mit meinen Nöten und Konflikten schickte, ermahnte mich in der Antwort ausführlich, ich solle das Heer des geistigen Proletariats nicht vermehren helfen. Daß er dazu aber fand, daß meine eingesandte Geschichte »irrelevant« und als Beitrag seiner Wochenschrift abzulehnen sei, das kränkte mich so, daß ich von dem Entschluß, ihn persönlich aufzusuchen, abstand. Ich habe Hans Land erst Jahre später persönlich gesprochen. Er wird wohl erst jetzt erfahren, wieviel Verstimmung er vor siebenundzwanzig Jahren in einer vertrauensvollen und ringenden Seele aufgerührt hat.

Aber gerade in Hans Lands »Das neue Jahrhundert« hatte ich den enthusiastischen Hinweis auf eine Schrift und eine Vereinigung gefunden, die dann für meine Entwicklung und sogar für die Gestaltung meines Lebens größte Bedeutung bekam. Es war die erste Schrift einer beabsichtigten Serie von »Flugschriften zur Begründung einer neuen Weltanschauung«, die unter dem Namen »Das Reich der Erfüllung« von Heinrich Hart und Julius Hart bei Eugen Diederichs herausgegeben war. Ob ich bei der Lektüre der violett kartonierten Schrift den philosophischen Kern der zum Begreifen der All-Einheit aufrufenden Essays »Vom höchsten Wissen« und »Vom Leben im Licht« gut gekaut und solide verdaut habe, bezweifle ich. Aber das weiß ich, daß mich die mystischtrunkene, gonghaft schallende Prosa benebelte: »Vom Wahnsinn wollen wir euch befreien. Apokalyptische Reiter brausen in der Luft. Von den Bergen steigt der Paraklet herab, der Tag des Wieder-Christus bricht an.« Und im Schlußappell »Unsere Gemeinschaft« wurde aufgefordert, die Erkenntnis der Identität von Welt und Ich umzusetzen in Leben und Tat. »Über all die Trennungen hinaus, welche die heutige Menschheit zerklüften, will unsere Gemeinschaft diejenigen zusammenführen, in denen sich klares Schauen, reife Einsicht mit dem festen Willen verbindet, die neue Weltanschauung zu leben und das höchste Kulturideal zu verwirklichen.« Wer nähere Mitteilungen haben wollte, sollte sich bei einem der Brüder Hart melden. Da der feste Wille, das höchste Kulturideal zu verwirklichen, bei mir vorhanden war, ich auch in mein klares Schauen und meine reife Einsicht keine Zweifel setzte, so schrieb ich an Heinrich Hart und war so glücklich, postwendend von ihm eine sehr freundlich gehaltene Antwort zu erhalten, in der er mich aufforderte, ihn zu besuchen. Der nächste freie Nachmittag sah mich zum ersten Male in der drei Stock hoch gelegenen Mietswohnung eines berühmten Mannes, in der Rönnestraße 11. Das wird im Dezember 1900 gewesen sein.

Heinrich Hart schien meine Befangenheit gar nicht zu bemerken. Er behandelte mich wie einen Gleichaltrigen und Gleichklugen und berichtete von den Veranstaltungen, die die Neue Gemeinschaft schon geleistet hatte, von denen, die demnächst folgen sollten, von der Wohnung in der Uhlandstraße, wo bald im eigenen Heim Vorträge und gesellige Zusammenkünfte neue Menschen zu neuem Leben vereinigen würden, bis ein großes Landgut erworben werden könne, und da sollten wir dann als Vorläufer einer in sozialer Verbundenheit wirkenden großen Commune der Menschheit eine Gemeinschaft des Glücks, der Schönheit, der Kunst und der von neuer Religiosität erfüllten Weihe »vorleben«. Ich war aufs höchste begeistert von all den herrlichen Aussichten und auch von dem Mann, der so gläubig und von seiner Mission erfüllt, und dabei doch so klar und stellenweise sogar humorvoll in seiner harten westfälischen Aussprache mir jungem Menschen seine Ideen und Pläne darlegte. Dann fragte er mich nach meinen eigenen Angelegenheiten, und als ich ihm nun erzählte, daß mir die Apothekerei bis zum Halse stehe, daß ich die Berufung zum Dichter in mir fühle, daß ich deshalb meine Existenz als freier Schriftsteller führen wolle, daß mir aber von allen Seiten abgeraten und die schrecklichste Enttäuschung prophezeit würde, da rief er fröhlich: »Unsinn! Wenn Sie keine Angst haben vor ein bißchen Hunger und ein paar Fehlschlagen, dann tun Sie getrost, was Sie ja doch tun müssen. Wie kann man denn einem Menschen von dem abraten, wozu es ihn drängt!« Er stellte mir seinen Rat zur Verfügung, ermunterte mich, ihm meine Gedichte zu bringen, und lud mich ein, zur Eröffnung des Gemeinschaftsheims und zu dem Vortrag zu kommen, den Gustav Landauer an dem und dem Tage im Architektenhause über Tolstoi halten werde. Beim Abschied schenkte er mir die zweite Flugschrift vom »Reich der Erfüllung«: Die Neue Gemeinschaft, ein Orden vom wahren Leben. Vorträge und Ansprachen, gehalten bei den Weihefesten, den Versammlungen und Liebesmahlen der Neuen Gemeinschaft mit Beiträgen von Heinrich Hart, Julius Hart, Gustav Landauer und Felix Hollaender.

Beglückt zurückgekehrt an meine Arbeitsstätte am Wedding, stürzte ich mich auf das Buch. Darin aber fand ich einen Aufsatz, den ich fünf-, sechsmal hintereinander las, der mich erschütterte, aufwühlte, überwältigte und mit einer Klarheit erfüllte, die mir zugleich zeigte, wie wenig Klarheit ich aus den Hymnen und Lyrismen des ersten Bändchens gewonnen hatte. Den Namen des Verfassers dieses Aufsatzes kannte ich bis dahin noch nicht, diese Berühmtheit war meinem und offenbar auch Curt Siegfrieds literarischem Spürgeist entgangen, und ich ahnte auch jetzt noch nicht, wie schlechthin entscheidend für mich der geistige Einfluß und die bis zu seinem gewaltsamen Tode anhaltende Freundschaft mit der Persönlichkeit werden sollte, die hier als Autor der Arbeit »Durch Absonderung zur Gemeinschaft« zum ersten Male in meine werdende Welt trat. Es war Gustav Landauer. Die von Heinrich und Julius Hart in den violetten Heften zuerst publizierte Arbeit aber hat Landauer später in sein Werk »Skepsis und Mystik« übernommen, ein Buch, dessen wesentlicher Inhalt bezeichnenderweise gerade eine scharfe Polemik gegen Julius Harts verschwommene Philosophie vom Neuen Gott und von der neuen Weltanschauung ausmacht. Der Eindruck, den ich von Landauers revolutionär-philosophischem Aufsatz erhielt, vertiefte sich noch, als ich seine Vorträge über Tolstoi und Nietzsche hörte. Welche Wege mich dieser große Denker und Mensch geführt hat, als in kurzer Zeit die persönliche, bald sehr nahe menschliche Beziehung sich auswirkte, wieviel Grund ich habe, dem Freunde, der mein Lehrer war, dankbar zu sein, davon zu sprechen würde sofort in Gebiete führen, die hier nicht berührt werden sollen.

Am 1. Januar 1901 bezog ich, nunmehr professioneller deutscher Dichter, ein Zimmer in der Wilsnacker Straße. Ich kannte nun schon verschiedene Berühmtheiten persönlich und konnte die Namen, vor denen ich mich bisher verbeugt hatte, mit den Menschen vergleichen, die ihre Träger waren. Die ersten Veranstaltungen der Neuen Gemeinschaft, an denen ich teilgenommen hatte, führten sofort Bekanntschaften herbei. Heinrich Hart stellte mich seinem Bruder Julius vor. Ich wurde zur Betreuung dem Photographen Fritz Löscher übergeben, einem Bekenner konsequentesten Tolstoianertums, dessen schöne Frau Ida die erste Werkstatt für moderne Frauenbekleidung eröffnet hatte, aus welcher in meiner Erinnerung alle die violettsamtenen hängenden Gewänder der dem Reiche der Erfüllung zustrebenden Damen hervorgingen. Durch Löscher lernte ich die Gemeinschaftsanhänger kennen, die dem »Orden vom wahren Leben« sozusagen als dienende Brüder die Kleinarbeit besorgten, Arbeiter und Künstler, auch Kaufleute, junge Mädchen und Idealisten aller Art. Sie hielten im Architektenhause Tür- und Kassenwacht, führten die Vortragsbesucher zu ihren Plätzen, verkauften Broschüren und verteilten Zettel und Programme.

Einer der Handzettel stellte einen Sonderdruck eines Gedichtes an Böcklin dar, der eben gestorben war. Es war von Peter Hille, von dem ich höchstens einmal den Namen gelesen haben mochte. Das Gedicht war prachtvoll, man erlebte darin die ganze Phantasie der Böcklinschen Schöpfungen, und das seltsame Pathos der lose gebundenen Rhythmen mit der Häufung kühner und unbeschreiblich sinnfälliger Wortbilder – »Ein frohes Tosen wiehert der Stromsturz nieder«, »... des Wageblutes Scharlachtürme ...«, »... zypressendichter Schlaf ...« – ergriff mich mächtig. Der Dichter aber, den bartumwallten riesigen Kopf mit den verträumten Kinderaugen gnomenhaft über dem zarten schlanken Körper, begrüßte die Helfer am Türeingang und gab, seinen Namen nennend, auch mir die Hand, eine zierliche, durchsichtige, verblüffend kleine Frauenhand. Wir gingen miteinander vom Architektenhaus zu Fuß nach Hause, das heißt, ich begleitete ihn zur Kesselstraße, lief noch eine Stunde im Gespräch mit ihm die Chausseestraße auf und ab und schwenkte dann nach Moabit heimwärts. Wir waren Freunde geworden.

Ja, der Respekt vor Namen ging mir schnell verloren, als ich – und gleich in Massen – mit den Individuen in Berührung kam, die ihnen zur Berühmtheit verholfen hatten. Doch das ist nicht wahr, daß in der Regel menschliche Armseligkeit und Kleinlichkeit die Illusionen zerstöre, die man sich von den Schöpfern bewunderter Werke zu machen pflegt. Was mich anlangt, so war ich fast immer glücklich, die Dichter und Künstler, deren Arbeiten mich innerlich bereichert hatten, als Menschen von Fleisch und Blut kennenzulernen. Die Desillusionierung bestand in der erfreulichen Wahrnehmung, daß die in knabenhafter Provinznaivität erwartete Höhe und Würde, welche die Vertraulichkeit entfernt, niemals bei anderen Berühmtheiten zutage trat als bei solchen, die ihren vergänglichen Ruhm selber künstlich aufgeblasen hatten und deren Leistungen keine Betrachtung sub specie aeternitatis zuließen. Eitel insofern, als sie ihren Wert unterschätzt empfanden und dadurch monomanisch, egozentrisch, überkritisch gegen andere und selbst mißgünstig wurden, habe ich manchen großen Künstler getroffen, aber stelzbeinig eingebildet und andauernd auf bedeutenden Mann posierend keinen, der bedeutend war. Was für Prachtmenschen waren die Harts! Julius Hart, ewig in seligster Seid-umschlungen-Stimmung, schwelgend in der Lust seiner All-Einheits-Erkenntnisse und im Glück, den Gästen die von Fidus und dem Bildhauer Metzner geschmückten Räume der Uhlandstraßenwohnung vorführen zu können, wo nun alle Gegensätze praktisch überwunden werden sollten, küßte Männer und Frauen, duzte jeden, der sich mit ihm freute und verbat sich das Sie, und der Bruder strahlte neben ihm, etwas gehaltener, mit einem kleinen Stich Selbstironie, aber ebenso voll inniger Festlichkeit, voll strömender Gastgeberfreude. Das Brüderpaar – die fröhlichste Kreuzung von Weinwirten und Religionsstiftern.

Und Fidus! Er sah aus wie ein nach eigenem Entwurf gearbeiteter Faun. Ging es feierlich zu, dann war er der Feierlichste, ganz ergriffen, ganz hingegeben. Im Moment aber, wo die Feierlichkeit vorbei war, riß er Kalauer, die einen Hund zum Heulen gebracht hätten. Dies hinderte ihn nicht, meine Witze unter Schmerzenslauten und mit der Behauptung zu verfluchen: »Mühsam liegt schon seit zwei Stunden auf der Kalauer!« ...

Namen und Menschen! Alles, was Namen hatte, ging damals gelegentlich oder regelmäßig zur Tür der Neuen Gemeinschafts-Wohnung hinein und wieder hinaus, und ich gewöhnte mich, nie mehr Namen, immer nur Menschen zu sehen. Da kamen Dichter und Schriftsteller wie Cäsar Flaischlen, John Henry Mackay, Bruno Wille, Wilhelm Bölsche, Karl Henckell, Wilhelm Hegeler, Max Kretzer; Maler und Bildhauer wie Franz Metzner, Max und Oskar Kruse, Oskar Zwintscher und viele andere; Bühnenkünstler wie Kayßler, Reinhardt, Gertrud Eysoldt, Irene Triesch. Einmal erschien auch Ernst Haeckel als Gast, und in besonders deutlicher Erinnerung ist mir ein Vormittag, als ich, mit einer blauen Schürze bekleidet, den Boden fegte und es zu so ungewohnter Zeit klingelte. Ich öffnete, da stand vor mir Bernhard Kampffmeyer, der Begründer der deutschen Gartenstadtgesellschaft, und neben ihm ein alter freundlicher Herr: Elisée Reclus, der große französische Gelehrte und Revolutionär, und fragte mich aus, aber was wir besprachen – ich war nämlich schon aufmerksamer Schüler Landauers –, das gehört wieder nicht hierher. Nur soviel darf ich hier noch sagen, daß ich mich zeitlebens freuen werde, diesen großen Menschen nicht bloß als Namen verehren zu müssen.
"Namen und Menschen", in Ausgewählte Werke, Bd. 2: Publizistik. Unpolitische Erinnerungen, Berlin 1978, S.497-505.

März 15, 2012

182 Jahre Élisée Reclus

L'anarchiste

Par définition même, l’anarchiste est l’homme libre, celui qui n’a point de maître. Les idées qu’il professe sont bien siennes par le raisonnement. Sa volonté, née de la compréhension des choses, se concentre vers un but clairement défini ; ses actes sont la réalisation directe de son dessein personnel. A côté de tous ceux qui répètent dévotement les paroles d’autrui ou les redites traditionnelles, qui assouplissent leur être au caprice d’un individu puissant, ou, ce qui est plus grave encore, aux oscillations do la foule, lui seul est un homme, lui seul a conscience de sa valeur en face de toutes ces choses molles et sans consistance qui n’osent pas vivre de leur propre vie.
Mais cet anarchiste qui s’est débarrassé moralement de la domination d’autrui et qui ne s’accoutume jamais à aucune des oppressions matérielles que des usurpateurs font peser sur lui, cet homme n’est pas encore son maître aussi longtemps qu’il ne s’est pas émancipé de ses passions irraisonnées. Il lui faut se connaître, se dégager de son propre caprice, de ses impulsions violentes, de toutes ses survivances d’animal préhistorique, non pour tuer ses instincts, mais pour les accorder harmonieusement avec l’ensemble de sa conduite. Libéré des autres hommes, il doit l’êtire également de soi-même pour voir clairement où se trouve la vérité cherchée, et comment il se dirigera vers elle sans faire un mouvement qui ne l’en rapproche, sans dire une parole qui ne la proclame.
Si l’anarchiste arrive à se connaître, par cela même il connaîtra son milieu, hommes et choses. L’observation et l’expérience lui auront montré que par elles-mêmes toute sa ferme compréhension de la vie toute sa fière volonté resteront impuissantes s’il ne les associe pas à d’autres compréhensions, à d’autres volontés Seul, il serait facilement écrasé, mais, devenu force, il se groupe avec d’autres forces constituant une société d’union parfaite, puisque tous sont liés par la communion d’idées, la sympathie et le bon vouloir. En ce nouveau corps social, tous les camarades sont autant d’égaux se donnant mutuellement le même respect et les mêmes témoignages de solidarité. Ils sont frères désormais si les mille révoltes des isolés se transforment en une revendication collective, qui tôt ou tard nous donnera le société nouvelle, l’Harmonie.
(aus dem Almanach anarchiste pour 1902, Paris)

Juni 16, 2011

184 Jahre Élie Reclus

Immer etwas im Schatten seines jüngeren Bruders, des anarchistischen Geographen Elisée Reclus, stehend, ist auch Jean-Pierre Michel, genannt Élie Reclus eine durchaus spannende Figur des französischen Anarchismus des 19. Jahrhunderts und ein interessanter und talentierter Autor. Der Sohn eines kalvinistischen Pastoren war u.a. Leiter der französischen Nationalbibliothek während der Pariser Kommune (seine Schilderungen dieser Ereignisse sind im posthum erschienenen La Commune de Paris au jour le jour erhalten) und wie sein Bruder eine wissenschaftliche Koryphäe. Neben Schriften zur Ethnologie, Religions- und Kulturgeschichte schrieb der ältere Reclus auch Reiseberichte, so etwa über seine Reise nach Ägypten im Jahr 1869. Hieraus ein Auszug über das politisch-soziale System und die Zukunftsaussichten des Lands am Nil:

"Quel sort l'avenir réserve-t'il à l'Egypte? Oserait-on en préjuger par l'importance de son rôle dans le passé? Ce serait téméraire de l'affirmer, car l'histoire n,'aime pas à se répéter. Mais on sort à peine du cercle des bonnes et fortes vérités, si appréciées par l'excellent M. de la Palisse, en affirmant que les mêmes causes produisent toujours les mêmes effets, que la situation de l'Egypte a fait son importance, et que la géographie ne changera guère. Nous venons d'assister à l'inauguration du canal maritime qui met Suez à moitié route entre Paris, Londres, Bombay, Calcutta, Sidney. Depuis le commencement du siècle, Alexandrie et Le Caire ont augmenté énormément en population et, augmentent tous,les jours. Hier, le Caire était la vraie ville des Mille et une Nuits. Aujourd'hui, on voit encore les boutiques du barbier et du tailleur, la cahute du pêcheur, mais déjà on ouvre de larges chaussées rectilignes a travers les ruelles et les boutiques, à travers les jardins et les mosquées. Le Caire se reconstruit et ne peut faire autrement. Et dans vingt ans, dans dix ans peut-être, ce sera une grande ville à demi-européenne. Qu'ils se hâtent, les amateurs du pittoresque, les fervents de l'art arabe, qu'ils visitent vite ce qui n'est pas encore tombé, ce qui n'est pas encore renversé. Bientôt, elle ne sera plus qu'un vain souvenir, cette cité curieuse qui nous conserve tout vivant le moyen-âge des sultans et califes, des Saladin et Nourheddin, et qui, par contre-coup, nous explique notre propre moyen-âge chrétien.
La position de l'Egypte entre deux mers et trois parties du monde lui donnera toujours une importance capitale. Mais qui peut prophétiser l'avenir de l'Egypte, puisqu'on ignore même son passé? Les spécialistes s'accordent à dire qu'ils 'n'en savent que les premiers mots. Ils hésitent à lui assigner une durée de quarante ou de cinquante siècles. Entre leurs mains, ils tiennent la clef qui ouvre les sceaux du livre des mystères, mais ils n'ont pas, encore  eu le temps de le lire. Non moins obscure est la situation actuelle.
Quelques initiés la connaissent plus ou moins; mais, comme l'Harpocrate des hiéroglyphes, ils se taisent, un doigt dans la bouche, et le sucent diligemment. Tous les fonctionnaires que j'ai pu interroger, je les ai trouvés d'une discrétion à toute épreuve, celle de l'ignorance.
En débarquant ici, je croyais comme tout le monde, que l'Egypte en était encore au temps de Joseph et des Pharaons, et que,confisquée par Méhémet-Ali, en 1808 (sauf les biens Wakouf, ou de main morte appartenant aux mosquées), la propriété foncière, restait confisquée entre les mains de ses successeurs. Cela n'est pas. Le pacha actuel est le grand propriétaire du pays, le fabricant par excellence; il jouit d'énormes monopoles; mais de fait et de droit, il n'est aujourd'hui ni le seul fabricant, ni le seul propriétaire. Après la réforme partielle, effectuée en Turquie dans l'année 1856, Saïd Pacha, dépassant son suzerain, opéra en 1858, une révolution légale, reconnaissant aux fellahs et à certains détenteurs de biens féodaux, princes du sang, favoris, héritiers et successeurs des Maméloucks, la propriété du sol qu'ils cultivaient ou détenaient, et par conséquent le droit de transmettre les biens fonds en héritage, de les vendre et de les engager. La transmission héréditaire fut même reconnue aux fellahs qui occupaient les terres Mirieh ou appartenant à l'État, aussi bien pour les femmes que pour les héritiers mâles, à charge seulement de payer l'impôt. Les sous-locations furent licites et aussi la mise en commun des cultures, mais pour un terme n'excédant pas trois années, et moyennant l'agrément de l'autorité locale. Méhémet-Ali avait déjà enlevé aux mosquées la plupart de leurs biens de main-morte se chargeant d'entretenir lui-même les imans, les hôpitaux et les écoles. Ces dispositions furent maintenues et même étendues par Saïd, qui révoqua les donations de terrains arabes faites depuis aux mosquées et les remit aux occupants. Cependant il n'osa toucher qu'aux terrains de culture, prétendant ignorer ceux des villes, de sorte que les biens frappés de main morte sont encore nombreux en Égypte. On cite le Wakouf de Karenem comme possédant d'énormes revenus.
Ce fut un immense changement qui mérita d'autant mieux le nom de révolution que le droit d'hypothèque est tout à fait contraire aux maximes de la Chérieh, droit ecclésiastique, fondé sur le Coran et la Sunna ou tradition, qui ont toujours force de loi, et qui ont pour représentants les cadis ou juges religieux; tandis que les tribunaux de création politique, civile et commerciale s'appellent divans ou medjlis. Ces derniers prennent et doivent prendre tous lés jours une importance plus haute, car c'est par leur intermédiaire, que l'industrialisme européen et les conditions sociales modernes acquièrent existence légale. Mais leur divergence avec les tribunaux religieux ne peut que s'accroître et prendre le caractère de l'hostilité. Ainsi le Code de commerce ottoman, adoptant les principes du Code français, a dû se passer de l'approbation des mouftis, qui lui ont refusé net un certificat d'orthodoxie et, privée de l'approbation religieuse, la nouvelle loi est naturellement sans autorité auprès des cadis qui ne la reconnaissent même pas. Cela promet des complications. L'édit de Saïd constitua la liberté de commerce; les spéculateurs européens purent désormais se fixer et s'implanter dans le sol comme propriétaires, droit que les Anglais ne possèdent pas encore dans tout leur empire de l'Inde. Cette loi tend à la pénétration pacifique des deux races l'une par l'autre, au mariage des deux civilisations. Elle a largement contribué aux progrès matériels de l'Egypte, qu'on aurait tort de n'attribuer qu'à la tente des cotons pendant la guerre américaine. je lui a permis de supporter la récente épizootie qui, d'un coup, avait enlevé presque tous les bestiaux.
Quant aux fellahs, pour apprécier là modification introduite dans leur sort, il faut les comparer aux paysans de Turquie, que la loi de 1856 a, jusqu'à un certain point, soustraits à l'arbitraire des grands et petits fiefs féodaux, les Zimmets et les Timars, mais auxquels, même sous le nouveau système, il est interdit de bâtir ni de planter. Ils ne peuvent rien innover, rien améliorer, de peur de créer une propriété étrangère sur le sol appartenant au prince. Cette valeur additionnelle, le fellah pourra la créer, il acquerra la plus-value ou partie de la plus-value donnée au sol par son travail, et, devenant propriétaire, il s'émancipera dans l'exacte mesure suivant laquelle la propriété peut émanciper la personne. Le droit d'expropriation reste entier dans les cas d'utilité publique et moyennant indemnité.
Ce n'est pas qu'on puisse chanter victoire, et penser que tout est bien en Egypte dans le meilleur des mondes. Pratique et théorie sont deux. Le gouvernement est assez absolu pour se passer toutes les fantaisies, même celle de se constituer en quasi parlementarisme au moyen d'une espèce d'assemblée des notables. Cela ne tire pas à conséquénce; ce n'est qu'une passementerie constitutionnelle que le khédive a fait coudre à son manteau de pourpre. Ce qu'un despotisme intelligent à pu octroyer, un despotisme inintelligent peut toujours le reprendre. Les statuts qui réglementaient, c'est-à-dire qui supprimaient la liberté d'aller et de venir du fellah, n'ont été modifiés qu'en partie. Le fellah n'est plus, à la vérité, le serf de la glèbe, mais il est resté le serf de l'impôt. Des lois l'empêchent de quitter des terres imposées pour une terre non imposée. Or, les terres non imposées ne sont pas encore sous culture, de sorte, que, pour assurer la perception de l'impôt, on empêche la matière imposable de s'accroître.
Du produit de toute terre cultivée, deux parts sont toujours faites, l'une pour le producteur local et spécial, l'autre pour l'État, ou l'ensemble des producteurs. Le tout est de faire équitablement les deux parts, de proportionner le revenu collectif à l'ensemble des revenu particuliers. L'inique impôt d'Égypte est passé en proverbe. Il est de 25 francs par tête, de 125 par famille. Celui d'Italie n'est pas plus considérable, 27 francs par tête, 135 par famille. Mais ce n'est là que le chiffre brut de l'impôt. Ce qu'il importerait de savoir, c'est la proportion de l'impôt au revenu. Si l'Égyptien paie 25 francs d'impôt sur un revenu de 100 francs, et si l'italien paie 25 francs sur 1,000 francs, les deux impôts ne sont point égaux; l'un est dix fois plus lourd que l'autre. En réalité, il l'est bien davantage,car il n'est pas de comparaison entre un impôt qu'on paie sur le nécessaire et un impôt sur le superflu; il n'est pas de comparaison entre un impôt de 50 francs payés à la porte de Paris, sur une barrique de mauvais vin ayant coûté 25 francs, et 50 autres francs payés sur une barrique de 500 francs. Le Français paie un septième environ de son revenu au gouvernement, l'Anglais n'en paie que le neuvième; suivant la loi des carrés inverses, c'est comme si l'Anglais payait 49 quand le Français paie 81. A ce compte, l'impôt payé par le fellah est vraiment énorme, n'étaient la sobriété fabuleuse, la gaîté vraiment inaltérable de cette vivace population, n'était le plus beau ciel du monde, et la miraculeuse fertilité du limon nilotique, la misère serait affreuse et, depuis longtemps, elle eût été absolument insupportable."
(Auszug aus: "Voyage au Caire et dans la Haute-Egypte", in La philosophie positive, vol. IV, No. 1, Juli-August 1870, S.140-143.)

März 15, 2011

181 Jahre Elisée Reclus

Vergangenes Jahr widmete ich mich an dieser Stelle dem Geographen Elisée Reclus, in diesem Jahr soll der anarchistische Ökologe Reclus gewürdigt werden. Tatsächlich kann man den libertären Freidenker, der lange bevor dies in anarchistischen Kreisen üblich war (vor allem im frühen 20. Jahrhundert), dem Vegetarismus und der Freikörperkultur nachging, als ersten "grünen" Anarchisten bezeichnen. Einige von Reclus' Beobachtungen über den menschlichen Einfluss auf das Klima klingen sogar recht modern, wobei er anders als Zeitgenossen wie Svante Arrhenius allerdings noch nicht auf Treibhausgase eingeht (auch wenn die Verschlechterung der Luftqualität erwähnt wird), sondern, ähnlich in rezenten Jahren Roger Pielke Sr., den Akzent auf die direkte Beeinflussung des Klimas durch menschliche Landnutzung und Bewirtschaftung legt. Im Unterschied zu heutigen Desindustrialisierern und "Primitivisten" sieht Reclus keineswegs jeglichen Einfluss des Menschen auf die Natur als negativ an - auch wenn er ähnlich diesen von einem präexistierenden "Äquilibrium", einer natürlichen "Harmonie" ausgeht - sondern sieht gerade durch den Fortschritt der Zivilisation einen "zivilisierteren" Umgang mit natürlichen Ressourcen ermöglicht; im Gegenzug erscheinen gerade vorindustrielle Gesellschaften als naturzerstörend. Hierzu einige Ausschnitte zu diesem Thema aus einem Artikel aus dem Jahr 1864:

"De l'action humaine sur la géographie physique. L'homme et la nature.
Comme le vieil Adam pétri d'argile, et comme les premiers Égyptiens nés du limon, nous sommes les fils de la terre. C'est d'elle que nous tirons notre substance; elle nous entretient de ses sucs nourriciers et fournit l'air à nos poumons; au point du vue matériel, elle nous donne 'la vie, le mouvement et l'être'. Quelle que soit la liberté relative conquise par notre intelligence et notre volonté propres, nous n'en restons pas moins des produits de la planète : attachés à sa surface comme d'inperceptibles animalcules, nous sommes emportés dans tous ses mouvements et nous dépendons de toutes ses lois. Et ce n'est point seulement en qualité d'individus isolés que nous appartenons à la terre, les sociétés, prises dans leur ensemble, ont dû nécessairement  se mouler à leur origine sur le sol qui les portait ; elles ont dû réfléter dans leur organisation intime les innombrables phénomènes du relief continental, des eaux fluviales et maritimes, de l'atmosphère ambiante. Tous les faits de l'histoire s'expliquent en grande partie par la disposition du théâtre géographique sur lequel ils se sont produits : on peut même dire que le développement de l'humanité était inscrit d'avance en caractères grandioses sur les plateaux, les vallées et les rivages de nos continens. Ces vérités sont d'ailleurs devenues presque banales depuis que les Humboldt, les Ritter, les Guyot, ont établi par leurs travaux la solidarité de la terre et de l'homme. L'idée-mère qui inspirait l'illustre auteur de l'Erdkunde lorsqu'il rédigeait à lui seul sa grande encyclopédie, le plus beau monument géographique des siècles, c'est que la terre est le corps de l'humanité, et que l'homme, à son tour, est l'âme de la terre.
A mesure que les peuples se sont développés en intelligence et en liberté, ils ont appris à réagir sur cette nature extérieure dont ils subissaient passivement l'influence ; devenus, par la force de l'association, de véritables agens géologiques, ils ont transformé de diverses manières la surface des continens, changé l'économie des eaux courantes, modifié les climats eux-mêmes. Parmi les œuvres que des animaux d'un ordre inférieur ont accomplies sur la terre, les îlots des madrépores et des coraux peuvent, il est vrai, se comparer aux travaux de l'homme par leur étendue ; mais ces constructions gigantesques n'ajoutent pas un trait nouveau à la physionomie générale du globe et se poursuivent d'une manière uniformé, fatale pour ainsi dire, comme si elles étaient produites par les forces inconscientes de la nature. L'action de l'homme donne au contraire la plus grande diversité d'aspect à la surface terrestre. D'un côté elle détruit, de l'autre elle améliore, suivant l'état social et les progrès de chaque peuple, elle contribue tantôt à dégrader la nature, tantôt à l'embellir. Campé comme un voyageur de passage, le barbare pille la terre ; il l'exploite avec violence sans lui rendre en culture et en soins intelligens les richesses qu'il lui ravit ; il finit même par dévaster la contrée qui lui sert de demeure et par la rendre inhabitable. L'homme vraiment civilisé, comprenant que son intérêt propre se confond avec l'intérêt de tous et celui de la nature elle-même, agit tout autrement. Il répare les dégâts commis par ses prédécesseurs, aide la terre au lieu de s'acharner brutalement contre elle, travaille à l'embellissement aussi bien qu'à l'amélioration de son domaine. Non seulement il sait, en qualité d'agriculteur et d'industriel, utiliser de plus en plus les produits et les forces du globe ; il apprend aussi, comme artiste, à donner aux paysages qui l'entourent plus de charme, de grâce et de majesté. Devenu la 'conscience de la terre', l'homme digne de sa mission assume par cela même une part de responsabilité dans l'harmonie et la beauté de la nature environnante. (...)

L'homme (...) dérange également l'harmonie des climats. Sans mentionner l'influence toute locale que les villes exercent en élevant la température et malheureusement en viciant l'atmosphère, il est certain que la destruction des forêts et la mise en culture de vastes étendues ont pour conséquence des modifications appréciables dans les diverses saisons. Par ce fait seul que le pionnier défriche un sol vierge, il change le réseau des lignes de température, isothère, isochimène, isotherme, qui passent à travers la contrée. Dans plusieurs districts de la Suède dont les forêts ont été récemment coupées, les printemps de la période actuelle commenceraient, d'après Absjörnsen, environ quinze jours plus tard que ceux du siècle dernier. Aux États-Unis, les défrichemens considérables des versans alléghaniens semblent avoir eu pour résultat de rendre la température plus inconstante et défaire empiéter l’automne sur l’hiver et cette dernière saison sur le printemps. On peut dire d’une manière générale que les forêts, comparables à la mer sous ce rapport, atténuent les différences naturelles de température entre les diverses saisons, tandis que le déboisement écarte les extrêmes de froidure et de chaleur et donne une plus grande violence aux courans atmosphériques. Si l’on en croit quelques auteurs, le mistral lui-même, ce vent terrible qui descend des Cévennes pour désoler la Provence, serait un fléau de création humaine, et soufflerait seulement depuis que les forêts des montagnes voisines ont disparu. De même les fièvres paludéennes et d’autres maladies endémiques ont souvent fait irruption dans un district lorsque des bois ou de simples rideaux d’arbres protecteurs sont tombés sous la hache. (...)

A la surface des eaux de même que sur les continens, [l'homme] n'agissait qu’en vue de ses intérêts immédiats et s’abandonnait au hasard pour tous les résultats lointains. Parmi ses entreprises, les unes avaient des suites heureuses et contribuaient au bien-être général ; d’autres au contraire, telles que le déboisement des montagnes, devaient entraîner des conséquences fatales ; mais sans se préoccuper de l’avenir il continuait de travailler au jour le jour. Actuellement l’humanité, représentée par ses initiateurs scientifiques, commence à se rendre compte de ses œuvres. Instruite par l’expérience du passé, elle entreprend la lutte contre les forces de la nature qu’elle a déchaînées elle-même, et sur plusieurs points les désastres survenus par la faute de nos ancêtres sont déjà réparés. En outre des groupes d’individus et même des peuples entiers, non contens de rétablir l’ancien équilibre sur la surface terrestre, travaillent aussi avec succès à la transformation utile et à l’embellissement de vastes étendues qui semblaient autrefois sans valeur. 
Pendant les derniers siècles, d’heureux changemens apportés à la géographie physique de plusieurs contrées ont témoigné de ce que peut faire la volonté persévérante de l’homme. (...)

Toutefois, il faut le dire, les peuples qui sont aujourd’hui à l’avant-garde de l’humanité se préoccupent en général fort peu de l’embellissement de la nature. Beaucoup plus industriels qu’artistes, ils préfèrent la force à la beauté. Ce que l’homme veut aujourd’hui, c’est d’adapter la terre à ses besoins et d’en prendre possession complète pour en exploiter les richesses immenses. Il la couvre d’un réseau de routes, de chemins de fer et de fils télégraphiques ; il tente de fertiliser les déserts et de prévenir les inondations des fleuves ; il propose de triturer les collines pour les étendre en alluvions sur les plaines, perce les Alpes et les Andes, unit la Mer-Rouge à la Méditerranée, s’apprête à mêler les eaux du Pacifique avec celles de la Mer des Antilles. On comprend que les peuples, acteurs et témoins de toutes ces grandes entreprises, se laissent emporter par l’enivrement du travail et ne songent plus qu’à pétrir la terre à leur image. Et si l’industrie accomplit déjà de telles merveilles, que ne pourra-t-elle faire lorsque la science lui fournira d’autres moyens d’action sur la nature ! (...)"
Revue des deux mondes, vol. LIV, 1. Dezember 1864, S.762-763, 765-766, 768, 771.

März 15, 2010

180 Jahre Elisée Reclus

Zum Geburtstag von Elisée Reclus mal nichts Anarchistisches, sondern Geographisches: den Eintrag zum Großherzogtum Luxemburg aus Reclus' Nouvelle Géographie Universelle, nach der amerikanischen Ausgabe The Earth and its inhabitants, Band 14 (beziehungsweise Europe, Band 3). Scans aus dem Internet Archive, linker Mausklick zum Vergrössern.